Die Fahrt nach Salvador verging trotz der sieben Stunden wie im Flug - wir lasen, schliefen, hörten Musik oder schauten einfach aus dem Fenster. Nachdem wir alle unsere Zimmer bezogen hatten, ging Till noch mit uns in die Altstadt - ein malerisches Städtchen dieses Salvador. Uns begrüßten sofort die bahianischen Klänge des Sambavereins Filhos de Gandhy, die wir gleich auch noch live erleben durften. Es zuckte sofort in den Beinen - Frauen war das mittanzen leider untersagt, aber Erik riss es mit! 😃 Danach gab es eine Runde Caipirinhas für alle auf der Terrasse des Hotel Amarelindo - ein wunderbarer Sundowner. Zum Essen verschlug es uns in ein sehr gutes Fischrestaurant mit Hummer, Shrimps & Co.

Angekommen in Lençois bezogen wir rasch unsere Zimmer, um uns gleich ins Nachtleben zu stürzen. In der Stadt der Diamantenschürfer ist der ein oder andere Aussteiger hängengeblieben, das Stadtbild daher kunterbunt und ein Paradies für Backpacker - abends highlife und tagsüber total verschlafen. Auch einige von uns konnten das Schild vom El Jamiro mit der Aufschrift "Happy Hour 17-19 h" nicht ignorieren und bestellten gleich mal eine Runde Caipis und Mojitos. Aber auch das Essen war sehr lecker, insbesondere das Knoblauchbrot. 😃

Nach einer wirklich kurzen Nacht im etwas schlingernden Bus (der Busfahrer war nicht betrunken, sondern war nur beschäftigt, den 'kleinen' Schlaglöchern in der Straße auszuweichen), erreichten wir gegen 2:45 Uhr unsere Pousada, und nach einem kurzen Horchen an guten Matratzen, einem Frühstück zur Stärkung mit Blick auf den Rio das Almas, fuhren wir mit dem LKW den Fluss hinauf. Die Straße oder sagen wir besser der Weg schlängelte sich durch den atlantischen Regenwald und Plantagen. Unser Ziel: die Kakaoplantage von Dona Maria.

Ja, Brasilien ist ein Flugland und ein Land mit verschiedenen Zeitzonen. Hatten wir in Rio de Janeiro noch 4 Stunden Zeitunterschied zu Deutschland, waren es in Manaus nun schon 6 Stunden. Endlich angekommen, nahm uns Erich in Empfang und brachte uns erst einmal ins Hotel. Sicherlich hätte sich der eine oder andere gerne mal kurz aufs Ohr gelegt, aber das musste warten. Es ging gleich wieder los zum Mittagessen. Wer uns beobachtete hätte meinen können, wir wären auf der Flucht, so rasch eilten wir durch die Straßen von der 2 Millionen Stadt Manaus. Doch dann wurde es gemütlich. Im Restaurant Caixara wurden wir mit einem sehr, sehr feinen, regionalen 2- oder 3-Gänge-Menü verwöhnt - gute Wahl Erich, gute Wahl. Gut gesättigt, besichtigten wir im Anschluss die Oper von Manaus - beeindruckend, wenn wir bedenken, dass kein Stein, kein Stück Stoff aus Brasilien stammt, sondern aufgrund des damaligen Reichtums der Stadt vieles aus Europa importiert wurde. Am Abend gab es für die, die wollten noch eine Aufführung des Symphonieorchesters mit Modern Dance. Die Kulturbanausen unter uns bevorzugten ein kleines Schläfchen oder einen Gin Tonic, weil der Caipirinha nur so lala war. Ein weiterer langer Tag neigte sich dem Ende.

In Rio de Janeiro wartete Ralph auf uns und wir trafen am nächsten Tag den Rest der Gruppe, zwei weitere Schweizer, Urs und Patricia, und auch Deutsche, Susanne und Sabine. Beim ersten, nun wirklich gemeinsamen Abendessen erzählten die einen vom Besuch des Botanischen Gartens, die anderen von der Wanderung im Tijuca Nationalpark und die dritten von ihrer Tour mit eigenem Fahrer durch Rio de Janeiro mit Besuch einer Favela, des Niemeyer Museums in Niteroi und vielem mehr ...