Von Ubud nach Lovina, eine Fahrt durch Bali’s grünes Herz mit Stopp an 2 Tempeln und einem Wasserfall.
Treffpunkt ist wieder 8:30 Uhr. Dank des Transfers mit den Mopeds sind wir fast pünktlich, hatten keine Lust mit unserem ganzen Gepäck zu laufen 😂
Schnell lassen wir Ubud hinter uns. Wieder fährt uns Yudi. Diesmal begleitet ihn Komang, eine Freundin von Erna. Sie ist nicht ganz so redselig wie Wayan, so dass ich die Zeit nutze und unseren Blog schreibe 😃
Mit jedem Kilometer Richtung Norden verändert sich die Insel. Sie wird grüner und kühler. Der dichte Verkehr von Zentralbali lichtet sich und Reisterrassen weichen bewaldeten Hängen. Wir haben die Route in Abstimmung mit Erna zusammengestellt: keine Umwege, nur Zwischenstopps, die wir wirklich sehen wollen 🙏
Unser erster Halt ist der Taman Ayun, der königliche Wassertempel von Mengwi. Die Anlage aus dem 17. Jahrhundert wirkt auf den ersten Blick still und fast unscheinbar, doch dann offenbart sie ihre Besonderheit.
Die Tempelmauern sind von einem breiten Wassergraben mit schönen Lotusblüten umgeben 🪷 Wenn Zeremonien stattfinden, führen kleine Brücken zu den Pagoden mit 2 bis 11 Stockwerken.




Blauer Himmel wäre jetzt schön. Dann kämen die Pagoden noch besser zur Geltung. Wir machen das Beste draus und recherchieren später nochmal etwas genauer, wo wir eigentlich waren, denn Komang erzählt nicht viel, was ein bisschen schade ist ☹️
Kleiner Nachtrag: Der Taman Ayun wurde 1634 vom König von Mengwi als Familientempel errichtet, um die Ahnengeister der Mengwi Dynastie zu verehren. Die Anzahl der Stockwerke der sogenannten Meru Pagoden spiegelt die Bedeutung der hinduistischen Götter und die Rangfolge der verehrten Königsahnen wider. Je mehr Stufen ein Meru besitzt, desto höher ist die spirituelle Bedeutung des Schreins.






Wir fahren weiter ins zentrale Hochland. Der Nebel wird dichter und die Straße windet sich hinauf zum Beratan See. Dort liegt Ulun Danu Beratan, einer der bekanntesten und vermutlich auch meistfotografierten Tempel der Insel.
Der Tempel scheint über dem Wasser zu schweben, eingerahmt von Bergen und Stille. Die im 17. Jahrhundert errichtete Anlage ist der Wassergöttin Dewi Danu geweiht. Kein Wunder, dass sie hier am 1.200 Meter hoch gelegenen See verehrt wird, schließlich versorgt der Beratan mit seinen Kanälen große Teile der Reisterrassen im Süden 🌾




Die Mischung vor Ort ist super interessant. Es ist ein bunter Mix aus Touristen, nicht nur Europäern, sondern auch Besuchern von den anderen Insel wie Java und Lombok. Dazu kommen Balinesen, die einen Ausflug machen oder an einer Zeremonie teilnehmen 😎




Balinesische Tempel folgen einem klaren architektonischen Prinzip, das auf dem Konzept des Tri Mandala basiert, einer dreiteiligen Gliederung des Tempelgeländes nach abnehmender Heiligkeit.
Der äußere Bereich, das sogenannte Nista Mandala, dient als Vorhof und Übergang von der weltlichen Umgebung zum Tempel. Hier finden oft Vorbereitungen oder kulturelle Darbietungen statt.
Daran schließt sich das Madya Mandala an, die mittlere Zone, in der sich Versammlungs- und Gebetspavillons sowie praktische Bauten wie Tempelküchen oder Trommeltürme befinden.
Der heiligste Teil ist das Utama Mandala, ein ummauerter Innenhof mit zentralen Schreinen und Opferpavillons. Typische Bauwerke in diesem Bereich sind der Padmasana, der Lotosthron des höchsten Gottes, sowie die Meru Pagoden, mehrstöckige Türme, die die Verbindung zwischen der menschlichen und der göttlichen Welt darstellen 😇
Der Zugang zu den verschiedenen Zonen erfolgt meist über charakteristische spaltförmige Tore, genannt Candi Bentar, sowie überdachte Torbauten, die Kori Agung. Die Tempelanlagen sind offen gestaltet, oft auf Terrassen mit Stufen angelegt und mit kunstvollen Schnitzereien verziert, welche hinduistische Mythen und die enge Verbindung von Natur und Spiritualität widerspiegeln 😲






Es ist wirklich faszinierend, was hier alles wächst von A wie Avocado bis Z wie Zwiebeln. Am meisten faszinieren uns aber die Studentenblumen, die auf den Feldern wachsen. Sie sind wichtiger Bestandteil der Ofergabe. Ihr wisst es sicherlich noch, der Westen symbolisiert mit gelben Blüten Heiligkeit und Fruchtbarkeit 🌼


Wir sehen auch viele Gewächshäuser mit Erdbeeren, wie Komang uns erzählt. Sie wachsen auf Bali das ganze Jahr, ähnlich wie in Costa Rica in der Nähe des Vulkan Poas. Mark hat Lust auf einen frischen Erdbeersaft und Yudi weiß, wo es den besten gibt.
Da das Frühstück schon etwas her ist, probieren wir gleich noch eine Erdbeerpizza. Das JFC Pancasari ist eine Kette in Bali, ja der Name kommt nicht von ungefähr, es gibt frittiertes Hühnchen in jeglicher Form. Die Erdbeerpizza aber gibt es nur hier, mit frischen Erdbeeren direkt vom Feld 🍓
Sie ist lecker. Wir mögen ja die Kombination aus süß & salzig. Anstatt Tomatensauce ist der Pizzaboden mit Erdbeermarmelade bestrichen. Belegt ist er mit frischen Erdbeeren, die dennoch mit Käse überbacken sind. Kann man mal machen 👌



Nach den alten und beeindruckenden Gemäuern wartet noch ein Naturerlebnis auf uns. Wir stoppen direkt an der Hauptstraße, wo ein kleiner, unscheinbarer Weg zum Gitgit Wasserfall führt.
Es geht steil bergab vorbei an blühenden Nelkenbäumen und vielen Souvenirläden. Außer uns ist niemand unterwegs. Die Stoffe sind schön, keine Frage, aber wer soll das alles kaufen. So viel Stände inmitten schönster, unberührter Natur 😱




Der Wasserfall ist wirklich beeindruckend. Eingerahmt von moosigen Steinen und Wildbananen fällt er aus rund 35 Metern auf Basaltsteine. Die Gischt ist erfrischend. Noch schnell ein Foto mit dem Stativ und dann geht’s weiter.



Am Nachmittag erreichen wir unser Ziel: The Kayu Manis Villa. Die kleine, aber sehr feine Unterkunft hat nur 4 Villen und liegt etwas oberhalb von Lovina, wo rund 6.000 Menschen, verteilt auf mehrere kleine Dörfer wie Kaliasem, Kalibukbuk oder Anturan leben.


Wir sind sozusagen an Bali’s Nordküste angekommen, die von sanften Hügeln umgeben und für ihre schwarzen Lavastrände bekannt ist 😎
Wir beziehen unsere Villa und dann ist Chillen angesagt. Mark hat wirklich ein Händchen für schöne Unterkünfte. Jetzt mal ganz ehrlich, warum sollten wir diese bei diesem Ambiente verlassen?




Der Infinity Pool lädt doch nun wirklich zu jeder Jahreszeit Tageszeit zum Entspannen ein. Und genau das werden wir tun! Wir planschen ein wenig im Wasser, fotografieren die Spieglungen und genießen unseren ersten Sonnenuntergang - einfach wunderschön 😊






Natürlich, könnten wir auch unsere Gastgeberin fragen, ob sie uns zum Essen in die Stadt fährt, aber wozu, wenn die Restaurants auch liefern. Das Witzige ist, das Essen kommt nicht in einer Verpackung, nein, die Komponenten sind alle einzeln verpackt. Ja, das ist nicht gut für die Umwelt, dafür können wir es wie im Restaurant anrichten und genießen 😉
Die Frühlingsrollen kommen mit einer super leckeren Sauce. Die Ente ist zart und knusprig - ja, das können die Balinesen. Das Mahi Mahi Steak ist saftig und das Gemüse hat Biss. So soll es sein. Dazu eine Pina Colada und einen Gin Tonic - auf das Leben 🥰


Es ist wirklich super ruhig, das heißt, wir schlafen aus. Wenn Ihr jetzt denkt, bis 10 oder 11 Uhr, irrt Ihr Euch. Meistens sind wir auch ohne Wecker zwischen 7 und 8 Uhr wach 😜
Wir frühstücken gemütlich. Es gibt wieder frisches Obst, einen Saft, Nasi Goreng und fluffige Pancakes 🥞 - alles frisch zubereitet. Der Kaffee ist nichts für Weicheier. Selbst mit Milch ist er noch fast schwarz, aber sehr aromatisch.
Und dann? Tun wir nichts, außer den besten Platz am Pool zu belegen 👌 Naja, nicht ganz! Ich schreibe endlich mal wieder Blog. Schließlich hinken wir ganz schön hinterher und Mark sortiert Fotos aus. Der Pool ist aber auch schön, oder?





Tatsächlich hatten wir überlegt, doch mal nach Lovina zu laufen. Aber mal ganz ehrlich, was würdet Ihr tun, dafür mindestens 2 Kilometer mit 60 Höhenmetern in Kauf nehmen oder sich in der Zeit ordentlich durchkneten lassen bei einer balinesischen Massage? 🤔
Totale Entschleunigung tut so gut, da schreibt sich der Blog doch fast von allein … Manchmal wünschte ich, es wäre so. Denn beim Schreiben kann die KI nur bedingt helfen, aber zum Recherchieren der Fakten ist sie super 👍




Wieder bestellen wir. Diesmal beim Warung Apple. Das Nasi Campur Seafood und die Seafood Platte waren nicht ganz so gut. Keine Bange, nicht schlecht in dem Sinne. Der Fisch war einfach nur etwas trocken, passiert auch mal 🥲
Darauf noch ein Stück Schokolade und ein Whiskey und ab ins Bett. Der Wecker klingelt um 5 Uhr, die Delfine warten 🕔