In erster Linie haben wir uns wegen der berühmten Nasenaffen für Sarawak im Nordenwesten von Borneo entschieden.
Was ist hier bitte morgens um 5 Uhr am Flughafen los? Wollen die alle nach Malaysia 🇲🇾, genauer gesagt nach Kuala Lumpur? Das schaffen wir doch nie, bis zum Abflug unser Gepäck abzugeben 😱 Doch AirAsia ist effizient. Irgendwann bevorzugen sie unseren Flug und wir heben pünktlich um 7 Uhr in Denpasar ab. Wir werfen einen letzten Blick auf die Vulkankrater Indonesiens - schön war’s.
In Kualar Lumpur haben wir fast 3 Stunden Zeit, einmal das Terminal zu durchqueren und einzureisen. Warum auch immer, wollen die Terminals unsere Pässe nicht lesen, so dass wir uns hinter einer recht großen Reisedelegation anstellen müssen. Die Niederländer haben das Problem nicht 🤔
Nach gut einer Stunde sind wir durch. Gut, dass wir nicht den früheren Weiterflug genommen haben. Wir haben bei AirAsia zwar mit Connection Protection gebucht, die hilft aber nur, wenn die Airline die Verspätung verursacht. Es ist übrigens schon der 3. von bisher 8 Flügen, wo es eine Änderung gab. Zum Glück waren es diesmal nur 20 Minuten.
Im Duty Free haben sie wieder ein Angebot für unsere Medizin und im 7 Eleven gibt es Magnum Matcha Crumble, das müssen wir natürlich probieren 😂 Wow, ist das lecker! Unilever Food Solutions & Langnese, wann kommt das bitte nach Deutschland?
Das finde ich in Asien ja schon cool. Einfach auch nach der Sicherheitskontrolle ein 7 Eleven mit normalen Supermarktpreisen am Flughafen - kein Wasser für 4 Euro oder so nen Quatsch. Das Magnum hat keine 2 Euro pro Stück gekostet.
In Kuching läuft auch alles glatt, so dass wir keine halbe Stunde später im Grab zu unserer Unterkunft, dem Permai Rainforest Resort, mitten im Dschungel sitzen. Eine knappe Stunde dauert die Fahrt ans Meer zum Fuß des Mount Santubong ⛰️ Herzlich Willkommen in Sarawak auf Borneo.
Der Verkehr ist wesentlich entspannter als auf Bali. Mopeds oder Roller gibt es kaum, eigentlich nur die, die Essen ausliefern. Wie unkompliziert! Das war vor 15 Jahren noch ganz anders. Da sind wir mit dem Bus durch Malaysia gereist 🚌
Auch auf Borneo waren wir, damals im benachbarten Sabah. Aufgeweckte Orang-Utans und entlegene Dschungelpfade, vieles ist uns noch in guter Erinnerung. Lange war Malaysia mein Lieblingsland in Asien. Ich bin gespannt, ob Sarawak dieses Empfinden bestätigt ☺️
Der Nordwesten von Borneo ist viel weniger bereist und weniger bekannt. Was uns hier erwartet? Lustige Nasenaffen, tiefe Höhlen und viel Tradition. Das Permai Rainforest Resort ist kein klassisches Hotel. Es ist ein Ort, der sich dem Dschungel anpasst, nicht umgekehrt 🌳
Wir beziehen unser Baumhaus etwa 5 Meter über dem Waldboden und kommen erstmal an. Was für eine Wahnsinns Aussicht. Vor uns das ruhige Meer, hinter uns der grüne Dschungel. Die Luft ist warm und feucht, aber es weht ein leichter Wind. So lässt es sich aushalten.
Wir tragen nochmals Dschungeldeo auf und schauen mal im Café & Restaurant vorbei. Von der Terrasse blicken wir direkt aufs Meer in Richtung Sonnenuntergang. Der Ananassaft 🍍 ist frisch, der Milchshake Kokosnuss 🥥 süß.
Mark lässt es sich nicht nehmen und springt ins kühle Nass. Ich korrigiere, er läuft meterweit ins Meer, denn es ist Ebbe 😂 Die Penyuk Bay ist eingerahmt von Felsen, wunderschön ruhig und fast menschenleer.
Auf dem Weg zum Abendessen sehen wir die ersten Affen hoch in den Bäumen. Sind das schon die berühmten Nasennaffen? Mark hat das Teleobjektiv nicht dabei 😓 Drücken wir mal die Daumen, dass das Ihr Lieblingsbaum ist.
Wir genießen Garnelen in Kokos frittiert und Rotis mit Lamm Curry. Beides sehr lecker. Allerdings sind die Portionen nicht gerade üppig, so dass wir noch eine Shashuka mit Knoblauchbrot brauchen 🤫
Die erste Nacht verläuft so lala. Die Geräusche sind ungewohnt, es ist viel zu warm 🥵 und plötzlich ist es taghell. Die Notbeleuchtung ist angesprungen, da Stromausfall ist. Wir versuchen das alles zu ignorieren, um wenigstens ein wenig Schlaf zu bekommen.
Am Morgen regnet es, entsprechend spät stehen wir auf. Frühstück gibt es glücklicherweise bis 10 Uhr. Wir stärken uns mit Vollkorntoast. Den bestreichen wir mit Kaya, einer Kokos-Ei-Marmelade - ganz lecker und viel besser als der Rest. Die Mischung aus authentisch malaysischem und englischem Frühstück gelingt nur bedingt. Egal, wir haben noch Müsliriegel und Kekse 🍪
Diese Baumhäuser auf Stelzen sind wirklich großartig. 10 Stück stehen mit ausreichend Abstand voneinander direkt am Meer eingerahmt von hohen Bäumen mit sattgrünen Blättern 🍃
Mit Kamera, Wasser und in Wanderschuhen machen wir uns auf den Weg. Wir nehmen den Red-and-Blue Trail, der zum Wasserfall führt. 1,7 Kilometer eine Strecke. Hin und zurück 2 Stunden, das sollte machbar sein 🥾
Wir laufen direkt in den Primärregenwald des Santubong National Parks und schon nach wenigen Minuten umgibt uns feuchte Luft, erdiger Geruch und dichter Wald. Mit jedem Schritt verändern sich die Geräusche. Wir sind komplett von der Natur umgeben 😊
Hier gibt es keinen Boardwalk oder Treppenstufen. Der Pfad ist teils matschig vom Regen, Wurzeln durchziehen den Boden, ab und an gibt es ein Seil, um über die rutschigen Steine zu klettern. Es ist schwierig, während des Gehens den Blick schweifen zu lassen. So bleiben wir immer mal wieder stehen und und saugen den Dschungel ein. Schön, einfach die Zeit zu haben 🥰
Ständig entdecken wir neue Pilze 🍄🟫 Ob die essbar sind? Die Menge würde auf jeden Fall für eine Pilzpfanne mit Semmelknödeln reichen. Das sind bestimmt auch alles Edelpilze wie auf dem Wochenmarkt auf der Konsti 😂
Ganz ehrlich, diese Luftfeuchtigkeit ist kein Zuckerschlecken. Der Weg klar machbar, auch wenn einige Stellen im ersten Moment herausfordernd wirken. Es ist der Kopf, der blockiert, der sich immer noch an Marks Sprung in eine Grube erinnert oder mein Sturz von der Treppenstufe. Das Ergebnis: Sein Bein und mein Fuß waren gebrochen. Beides ist jetzt viele, viele - Marks schon 4 Jahrzehnte her 🫣
Ein letzter steiler Abstieg und wir sind am Wasserfall. Okay, es ist eher ein Rinnsal, die Badesachen bleiben im Rucksack. Wir sind auch so nass genug und durchgeschwitzt 😰
Dennoch möchten wir auch dieses kleine Abenteuer nicht missen. Zurück geht es auch noch über eine Hängebrücke 🤪 Die gut 3 Kilometer Rundweg sind wirklich eine Mischung aus Waldspaziergang, Klettersteig, Hürdenlauf Hindernisparcours, Abseilen und Abenteuerspielplatz.
Trotz Schauen, Staunen und Fotografieren dauert der Rückweg nicht ganz so lange. Nach fast 3 Stunden erreichen wir die kleinere der beiden Buchten, die zum Resort gehört, und begutachten auch den Jungle Pool. Beides schön, aber wir wollen raus aus den Wanderschuhen 🙃🙂
In Flipflos und Badehose beziehungsweise Bikini stürzen wir uns ins Meer und kühlen uns erstmal ab. Zumindest an den kühleren Stellen im Meer ist das möglich, nur müssen wir diese suchen 🤣 Prinzipiell gleich es einer Badewanne mit Wassertemperaturen über 30 Grad - fast ohne Unterschied zur Lufttemperatur.
Wenigstens weht ein kleines Lüftchen, so dass wir es einige Zeit aushalten. Mark holt noch schnell unsere durchgeschwitzten Klamotten, damit sie in der Sonne trocknen können. Wieder hat er Affen gesehen und wieder keine Kamera dabei 😱
Ab jetzt nur in kompletter Ausrüstung, versprochen. Denn wenn das schon die ersten Nasenaffen sind, wäre das ein absoluter Glückstreffer 🍀
Bei einer frischen Kokosnuss und einem süßen Ananassaft lassen wir den Nachmittag ausklingen. Wie immer kümmern wir uns um den Blog. Schließlich schulden wir Euch noch die Bootstour durch den Komodo Nationalpark. Und die war echt schön 🥰
Mark schaut zwischendurch immer mal wieder nach den Affen - und tatsächlich erwischt er die irgendwann. Und zu unserem Glück ist es ein Nasenaffe, allerdings ein Weibchen mit Stupsnase ☺️
Wer möchte, kann noch die Hochseilgärten erkunden oder an einer Nachtwanderung teilnehmen. Uns reicht der Tag, so wie er ist. Wir genießen noch einen wunderschönen Sonnenuntergang von unserem Balkon aus, bevor wir zum Abendessen aufbrechen.
Es ist mir immer wieder ein Rätsel, warum Hotels à la carte super köstliche Gerichte zaubern, um dann beim Frühstück zu versagen ☹️ Ich meine mal ehrlich, die bekommen Spaghetti Carbonara hin, warum dann nicht Laksa oder zumindest ein frisches Spiegelei zum Frühstück?
Egal, wir stoßen noch mit einem Wodka, unserer neuen Medizin auf den Tag an und sagen gute Nacht 😴