Wir besuchen die Wind und die Clearwater Cave, beide sind über Millionen von Jahren entstanden und gehören zu einem der größten Höhlensysteme der Welt.
Das mit dem Ausschlafen wird wohl nichts mehr in dieser Auszeit. Wie immer sind wir vor 7 Uhr wach. Gut, 8-9 Stunden Schlaf sind gar nicht so wenig, allerdings sind diese meist unterbrochen, mal wegen ungewöhnlicher Geräusche, mal weil die Blase drückt 🤪
Die Dusche funktioniert 1A. Ab und an frage ich mich, wofür eigentlich, wenn die Haut danach umgehend mit Sonnencreme und Mückenschutz zugekleistert wird und wir gleich wieder schwitzen …
Wir frühstücken Pancakes 🥞 sowie Müsli und Porridge. Das Essen ist wirklich 100x besser als im Bako Nationalpark, insbesondere weil es frisch zubereitet wird, so wie auch das Kolo Mee gestern.


Um 8:30 Uhr startet unsere nächste Tour. Ein langes, schmales Boot bringt uns flussaufwärts über den Melinau River zu unserem ersten Stopp: einem Markt. Die Sachen sind alle handgemacht aus Ratan, Bambus oder Palmenblättern. Viel mehr interessiert uns aber der kleine Flugdrache, der von Baum zu Baum fliegt, oder gleitet er auch nur? 🤔






Die sogenannten Langboote sind echt schmal. Zum Glück dauert die Fahrt nur 20 Minuten. Missen möchten wir sie dennoch nicht. Der Fluss ist gesäumt von dichtem Regenwald, Mangroven sowie Kalk- und Sandsteinfelsen. Wir passieren kleine Dörfer, sehen Kinder, die im Wasser baden und Männer, die Steine in Säcke packen.


Der Eingang zur Wind Cave liegt etwas erhöht beziehungsweise wir nutzen diesen, weil der untere nicht trockenen Fußes erreichbar wäre. Durch die engen Passagen weht kühle Luft, was super angenehm ist. Daher rührt übrigens auch der Name für diese Höhle.
Besonders eindrucksvoll ist die King’s Chamber mit ihren hohen Wänden und den komplexen, teilweise bizarren Tropfsteinformationen. Der Weg dorthin ist gut begehbar, aber durch die Feuchtigkeit auch rutschig, so dass feste Schuhe von Vorteil sind 😎





Die Wind Cave ist Teil des Clearwater Höhlensystems, zudem wir gleich kommen, und bekannt für ihre herabhängenden Stalaktiten und vom Boden aufwärts wachsende Stalagmiten. Diese bilden sich seit Millionen von Jahren durch die Ablagerung von Kalkstein, den das Regenwasser zunächst löst und anschließend wieder absetzt. Wieder so ein unbegreifliches Naturwunder, welches in einem der größten Höhlensysteme der Welt entstanden ist 🙃🙂






Ein kurzer Bootstransfer bringt uns zur Clearwater Cave. Rund 200 Stufen führen zu ihrem Eingang. Auch diese Höhle ist Teil des größten unterirdischen Höhlensystems Südostasiens, welches eine Gesamtlänge von etwa 220 bis 256 Kilometern misst.





Im Inneren fließt ein unterirdischer Fluss, der rund 170 Kilometer lang ist. Dieser prägt die Höhle und gibt ihr auch ihren Namen, da das Wasser sehr sauber und klar ist. An einigen Stellen können wir die Strömung unter den Stegen sehen. Das Wasser rauscht durch die Höhle, ansonsten ist es recht still 🤫




Beide Höhlen sind über Millionen von Jahren durch die Auflösung von Kalkstein durch unterirdische Flüsse entstanden. Zeit und Wasser haben dieses ausgedehnte Höhlensystem geschaffen, von denen wir nur einen kleinen Teil besichtigen. Alle zwei Jahre kommen Experten nach Mulu, um die Höhlen weiter zu erforschen.



Bisher wurden über 230 Kilometer an Gängen kartiert. Viele davon sind nur mit einem Guide zugänglich, nicht nur zum Schutz des empfindlichen Ökosystems, sondern auch aus Sicherheitsgründen. Wer es abenteuerlustiger mag, kann die sogenannte Fast Lane Tour buchen 👍




Am Ausgang liegt ein natürlicher Pool, der vom dem unterirdischen Wasserlauf gespeist wird. Einige der anderen Touristen springen hinein. Mark und ich sind etwas zurückhaltender. Es lauern Blutegeln im Wasser und der Fledermauskot ist auch nicht zu unterschätzen 😬
Wir erholen uns im Schatten der Bäume und endlich kommen auch mal unsere Müsliriegel zum Einsatz. Kurze Zeit später bringt uns das Boot zurück zur Unterkunft. Dort essen wir eine Kleinigkeit und erkunden danach den Tree Top Tower und den Botanik Walk - diesmal in Flipflops 🩴



Der Tree Top Tower im Mulu Nationalpark ist ein etwa 30 Meter hoher Aussichtsturm. Um ihn zu erklimmen, brauchen wir einen Schlüssel, den wir gegen Pfand in Höhe von 50 Ringgit erhalten 🔑
Auf dem Weg dorthin halten wir nach dem Chamäleon und der Grünen Buschviper Ausschau. Beide sind noch da ☺️ Ich will nicht wissen, wie oft wir schon an ihnen vorbeigelaufen sind, ohne dass wir sie gesehen haben.

Leider sehen wir in 30 Metern Höhe den Wald vor lauter Bäumen nicht. Wir blicken in Baumkronen und hoffen einen Hornbill zu entdecken - leider nein, leider gar nicht. Das offizielle Wappentier und Wahrzeichen des Bundesstaates Sarawak auf Borneo, der Buceros Rhinoceros, scheint ausgeflogen zu sein 😓




Vielleicht haben wir auf dem Botanik Walk mehr Glück 🍀 Dieser führt in Form von 2 Rundwegen durch verschiedene Lebensräume des Regenwaldes. Wir entdecken viele verschiedene Pflanzenarten, darunter auch mal wieder ein paar Zimmerpflanzen.




Der Walk ist gut ausgeschildert und vermittelt anhand von Infotafeln ein besseres Verständnis der dichten tropischen Vegetation und ihrer Bewohner. Über 480 Baumarten wachsen im tropischen Regenwald auf einem Quadratkilometer, der zugleich Heimat von mehr als der Hälfte aller landlebenden Tier- und Pflanzenarten auf der Erde ist - Wahnsinn, oder?





Was wir so alles lernen! Genug für die nächsten Tage, oder wollt Ihr noch mehr wissen? Uns interessiert im Moment eher, klappt das alles mit dem Canopy Skywalk und unserem Check-In. Überall stehen andere Infos, so typisch für Asien.
Ich will auf Nummer sicher gehen. Da es kein WLAN im Nationalpark gibt, frage ich einen Asiaten, der bei verschiedenen Touren mit uns unterwegs war, ob ich kurz sein Handy als Hot Spot nutzen darf. Wie gut, dass die meisten Asiaten immer mit eSim oder Prepaidkarte unterwegs sind. Ich checke uns schnell ein und bin beruhigt 🙏
Jetzt steht dem Canopy Skywalk nichts mehr im Weg. Die 7 Uhr-Tour war nämlich Ende Januar schon ausgebucht. Okay, es dürfen auch nur 8 Leute teilnehmen, aber so viel zum Thema, wir arrangieren alles vor Ort …
Zusammen mit einem Guide machen wir uns auf den Weg. Das Chamäleon ist immer noch da, nur die Schlange hat sich scheinbar einen besseren Platz gesucht. Nach gut 30 Minuten erreichen wir den Aufgang zu den Hängebrücken, die verteilt auf 14 Stationen einen rund 500 Meter langen Pfad bilden und damit zu den längsten der Welt zählen 😊




Wir bewegen uns in bis zu 25 Metern Höhe zwischen den Baumwipfeln. Die Plattformen sind stabil, die Brücken selbst sehr schmal. Es ist eine echt wacklige Angelegenheit und zum Glück haben wir keine Höhenangst. Der Blick in die Tiefe unbeschreiblich: ein Meer aus unterschiedlichsten Grüntönen der dichten Blätter 🍃





Wusstet Ihr, dass diese Baumkronen eine wahre Meisterleistung vollbringen und sich seit über 130 Millionen Jahren darauf spezialisiert haben, rund 95 Prozent der Sonnenenergie einzufangen? Tatsächlich arbeiten die Blätter unermüdlich, nehmen Energie und Nährstoffe auf, um die riesigen Stämme und Äste zu stärken, die das Gewicht der üppigen Kronen tragen. Dabei verdunsten enorme Mengen an Wasser, die als Regen zurück in den Wald fallen 😲




Diese Natur ist immer wieder faszinierend. Wir müssen sie so gut es geht schützen, insbesondere die Regenwälder, die auch in Malaysia leider immer noch oft für Palmenöl gerodet werden. Der Blick aus dem Flugzeug, insbesondere über Westmalaysia zeigt das Ausmaß - echt zum Heulen 😭
Ganz ehrlich, der Stress war völlig umsonst. Der Check-In ist bis 30 Minuten vor Abflug geöffnet. Pünktlich heben wir ab und landen entsprechend um 13:15 Uhr in Kuching. Ein letztes Mal checken wir im The Ranee Boutique Suites ein. Diesmal wieder in einem größeren Zimmer mit Badewanne 🛁
Viel vor haben wir nicht mehr. Wir gehen nochmal Laksa essen, genießen einen Käsekuchen und einen Dirty Coffee im Chás und vervollständigen den Blog. Abendessen wollten wir eigentlich im Top Spot Food Court, ihr wisst schon, da es wo die Meeresfrüchte gibt. Doch keine 2 Minuten nachdem wir los sind, fing es so an zu regnen, dass wir spontan im Jak Ma‘an gelandet sind und ausgesprochen leckere Dayak Küche genossen haben.
Dabei handelt es sich um traditionelle Gerichte der indigenen Völker Borneos, wie zum Beispiel Pansuh: Huhn mit Ingwer, Knoblauch, Zitronengras und Tapiokablättern, das langsam im Bambus über dem Feuer gegart wird. Wir entscheiden uns für die Variante mit Beef, Daging Salai Tepus, und bestellen als 2. Umai Ikan, eine Art Ceviche nur mit viel mehr Chilis 🌶️




Es war nur ein kurzer, dafür heftiger Regenschauer. Auf dem Rückweg ins Hotel sehe ich mir noch die letzten Minuten der Wassershow vor dem Landesparlament in Kuching an, auch bekannt als Darul Hana Musical Fountain. Es ist eher Zufall, denn Montag bis Donnerstag sind die um 20:30 und 21:30 Uhr. Freitag bis Sonntag finden zusätzlich noch Shows um 22:30 Uhr statt. Jede Show dauert etwa 15 Minuten und begeistert mit einer Kombination aus Musik, Wasserfontänen, Licht- und Lasereffekten. Mark hat sie leider verpasst, er ist auf dem Weg ins Plaza nach Schuhen schauen 👀


Zurück im Hotel packen wir unsere 7 Sachen. Der Wecker klingelt um 5:45 Uhr und es geht weiter nach Brunei, dem kleinsten und wohlhabendsten Land in Südostasien 🇧🇳