Die nächste Insel wartet oder genauer gesagt die Halbinsel Tongyeong, eine historische Hafenstadt an der Südküste Südkoreas. 

Gefühlt sind wir schon eine Ewigkeit in Südkorea und wir bleiben noch 10 Tage, bevor es weiter nach Japan und von dort in die Südsee geht. Und dennoch nähern wir uns mit langsamen Schritten der Halbzeit unserer Auszeit 🙃🙂 

Die letzten Tage waren echt entspannt und genauso soll es bleiben. Wir starten gegen 9 Uhr oder wollen es tun, doch vorher macht unser Gastgeber noch ein paar Fotos von uns - warum, keine Ahnung, aber wir amüsieren uns prächtig 😅 

Bevor wir die Insel verlassen, statten wir der Namhae Lounge 32 noch einen Besuch ab. Wenn sie schon direkt auf dem Weg liegt, können wir so eine coole Location ja nicht links liegen lassen 😉

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Die Strecke ist schon irgendwie beeindruckend, insbesondere mit den Brücken. Gut 1,5 Stunden später erreichen wir Tongyeong. Die Halbinsel unterscheidet sich auf den ersten Blick sehr von Namhae: Anstatt idyllischer Küste ragen mal wieder Hochhäuser in den Himmel 😎

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Tongyeong bedeutet übrigens „Marinehauptquartier“ und erinnert an die Zeit, als der berühmte Admiral Yi Sun-sin hier im 16. Jahrhundert seine Marinebasis auf der Insel Hansan hatte. Was nur eine der rund 500 vorgelagerten Inseln ist.

Bevor wir alle Restaurants in der Umgebung checken, machen wir es uns einfach und schauen mal wieder im Lotte Mart vorbei. Wie so oft werden wir fündig. Diesmal gibt es die Buletten, Frikadellen, Meatballs - you name it - im 2er-Set, da kann Mark natürlich nicht widerstehen 🤣

Wie so oft nehmen wir noch Sushi 🍣 und eine Bowl mit Aal. Es ist einfach genial, was der Supermarkt alles an Essen to go im Repertoire hat.

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Danach wollen wir eigentlich mit der Seilbahn auf den Mireuksan fahren, doch die wird gerade saniert. Wirklich schade, das wäre die einzige Möglichkeit gewesen, einen guten Blick auf die historische Hafenstadt und die Inselwelt zu werfen 😕

Kurz überlegen wir hinauf zu wandern, aber irgendwie haben wir bei 27 Grad und prahler Sonne keine Lust. Doch wo wir schon mal hier sind, schauen wir wenigsten kurz am Yonghwasa Tempel vorbei.

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Er liegt am Fuße des Bergs, ist umgegeben von Wald und strahlt eine besonders ruhige Atmosphäre aus. Die 8 Gebäude, darunter der bekannte Bogwawngjeon und die Sari-Pagode des Mönchs Hobong, sowie die  Steinstrukturen und Löwenfundamente sind außergewöhnliche Beispiele koreanischer Handwerkskunst 🖌️ 

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Wir überlegen nochmal kurz … Nein, wir wandern nicht den Berg hoch. Auch wenn der Weg durch den Wald mit seinen Mitbewohnern verlockend ist. Übrigens die Hornisse begegnet uns nicht zum ersten Mal. Sie scheinen Tempel zu lieben - zum Glück mehr als uns Menschen 😇

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Wir checken in unserer Unterkunft ein. Das Bella Guesthouse liegt mitten in einem Wohnviertel und das Ehepaar empfängt uns sehr herzlich. Wie immer mit wenigen Worten, aber das Wichtigste verstehen wir. Im Kühlschrank stehen Kimchi und Eier, neben der Mikrowelle Instantnudeln und Ramen 🍜 

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Vielleicht greifen wir ja darauf zurück. Jetzt erkunden wir erstmal die Stadt. Wir parken direkt am Nammangsan Jogaggon-Won Park, wo Skulpturen und der Ausblick über den Hafen auf uns warten.

Bei den Skulpturen handelt es sich um ein internationales Kunstprojekt, bei dem 15 bekannte Bildhauer aus 10 Ländern ihre Werke präsentieren. Es ist eine vielfältige Mischung aus modernen und klassischen Stilrichtungen - ehrlich gesagt, in solchen Momenten wäre ein Audioguide von Vorteil 🤫

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Über die Fußgängerbrücke laufen wir runter zum Gangguan Hafen, wo wir wie auf Namhae weitere Nachbauten der Schildkrötenschiffe besichtigen könnten. Admiral Yi Sun-shin hat diese Schiffe im 16. Jahrhundert gebaut 👌

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Wir drehen noch eine Runde, unter anderem um einen Blick auf die Kirche zu werfen und stolpern dabei auch über das Marinehauptquartier der Streitkräfte während der Joseon Dynastie, ein riesiges Gelände.

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Anstatt Geschichte bevorzugen wir das Dongpirang Mural Village, ein buntes Viertel mit über 100 Streetarts. Der Name „östlicher Hang“ gibt zudem einen Hinweis auf die erhöhte Lage mit Panoramablick über Hafen und Stadt.

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2007 wurde das Viertel im Rahmen eines nationalen Kunstwettbewerbs und durch das bürgerschaftliche Engagement der Initiative „Tongyeong Agenda 21“ gerettet. Studierende, lokale Künstler und Bewohner bemalten gemeinsam die Häuserwände und verwandelten das damals abrissgefährdete Armenviertel in einen Ort der Kreativität - ganz ähnlich wie das Viertel Ihwa Maeul in Seoul.

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Das Besondere in Dongpirang: Die Wände werden regelmäßig neu gestaltet, so dass sich das Viertel stets wandelt und auch Wiederholungstäter in den Genuss neuer Motive kommen. Besonders beliebt sind die Motive aus Märchen und der koreanischen Geschichte ☺️

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Das Menü aus Meeresfrüchten im Restaurant 101 spricht uns sehr an, dennoch wollen wir erst die Spezialität der Stadt probieren: Chungmu Gimbap.

Angeblich gibt es die kleinen Seetangrollen mit würzigem Tintenfisch und Kimchi in einer Gase auf dem Jungang Market. Ist Euch auch schon aufgefallen, dass die Märkte fast alle denselben Namen haben und es immer eine Gasse gibt, die bestimmte Gerichte anbietet? 🤔

Die einzige Herausforderung, die Gassen sind weder auf Google noch auf Naver eingezeichnet, das heißt, wir durchqueren mal wieder einen Markt. Im Reiseführer steht, er sei ein lebendiger Treffpunkt … Irgendwie scheint das nicht auf den frühen Abend zuzutreffen. Viele Stände haben schon geschlossen, von Streetfood keine Spur 🥴

Zum Glück werden wir dennoch fündig. Ein kleines Restaurant an der Hauptstraße bietet Chungmu Gimbap an. Wir bestellen 2 Portionen und sind glücklich 🤗

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Wir genießen im Hafen ein wenig die Abendstimmung, bevor wir gegen 19:30 Uhr den digitalen Themenpark DPIRANG im Nammangsan Park besuchen. Wir kaufen 2 Tickets und sind gespannt, was uns erwartet.

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Wir folgen den anderen Besuchern und erleben wunderbare Lichtinstallationen wie interaktive Runensteine und holografische Feen entlang des gut 1,3 Kilometer langen Rundweges. Uns scheint, als würde eine Geschichte erzählt, die wir leider nicht verstehen … Aber wozu gibt es das Internet 👍

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Tatsächlich dreht sich alles um die verschwundenen Wandmalereien aus Dongpirang. Sie stehen im Mittelpunkt des ganzen Spektakels. Dazu müsst Ihr wissen, nicht alle Anwohner erfreute die Neugestaltung des Viertels, welches wir am Nachmittag besucht haben 😬

Der große Besucherandrang und der damit verbundene Lärm sowie Müll sorgten bei den Bewohnern für Unmut. Um ihre Lebensqualität zu schützen und ihrem Protest Ausdruck zu verleihen, übermalten sie einige der Wandbilder 🫣

Der digitale Themenpark DPIRANG greift diesen Konflikt auf und nutzt ihn als Inspiration. Jeden Abend erweckt er die Kunstwerke, die tagsüber in Dongpirang und dem nahen Seopirang verblasst oder gar ganz verloren gegangen sind, digital zum Leben💡 

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Wow 😲 Das hätten wir wirklich nicht erwartet. Wer hätte gedacht, dass Tongyeong so etwas Tolles zu bieten hat. Wir sind ganz geflasht. Wieder eine Erinnerung, die wir noch lange im Kopf behalten werden.

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Der Ausflug auf die Inseln am nächsten Tag fällt aufgrund des Wetters leider aus. Es macht weder Sinn sich Somaemuldo mit seiner dramatischen Felsenküste und dem Leuchtturm bei Regen anzusehen noch nach Yeonhwado mit seinen Lotusblumen und Tempeln oder Bijindo mit seinem langen Sandstrand zu fahren.

Daher verbringen wir den Tag ganz gemütlich im Bella Guesthouse. Morgens drehen wir eine Runde durchs Viertel und genießen einen leckeren Milchkaffee und fruchtigen Mango Smoothie im Fitnessstudio 🙃

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Zum Frühstück gibt es kalte Nudeln aus Perillablättern mit Sesamöl, Sojasauce und Noriblättern, oder besser gesagt Gim, wie die Koreaner die gerösteten Algenblätter nennen. Wir verfeinern das Fertiggericht noch mit zartem Rindfleisch und einem Spiegelei 🍳 

Unser Gastgeberin spendiert uns zum Nachtisch noch einen Pfirsich und Weintrauben. Ich glaube, sie mag uns, denn die meisten Obstsorten sind nicht preiswert, manche sogar richtig teuer 💰

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Das Highlight des Tages ist definitiv das Abendessen. Mark hat ein Restaurant gefunden, was sich auf Anago, Salzwasseraal, spezialisiert hat. Das klingt spannend, da wir bisher nur Unagi, die Aale aus Seen und Flüssen, gegrillt oder geräuchert gegessen haben 😎 

Frischer geht’s wohl nicht, die Aale schwimmen noch im Becken vor dem Restaurant. Wir wagen es und sind wie so oft die Attraktion 😅 Der Inhaber kann sich denken, was wir wollen und zeigt auf das Menü. Wir nicken brav und keine 5 Minuten später stehen 16 Schälchen auf unserem Tisch inklusive Wasser, was es immer zum Essen gibt, egal ob im Restaurant oder im Café. 

Wenn Ihr denkt, das ist schon alles, irrt Ihr Euch. Es fehlen noch die Suppe und natürlich der Star: der Aal, ganz hauchdünn mit Tempurateig überzogen. Es ist ein Gedicht ☺️

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Damit endet unsere Rundreise durch den Süden dieses fantastischen, abwechslungsreichen Landes 🇰🇷 Morgen kehren wir nach Busan zurück.