Gute 30 Kilometer führt die Ringstraße um Rarotonga vorbei an Palmen, Kirchen und Street Art.
Nach der etwas aufregenden Kajaktour wechseln wir das Verkehrsmittel. Da unsere Unterkunft keine Fahrräder hat und sonst nur Autos und Scooter in der Nähe leihbar sind, lassen wir uns einfach welche bringen. Das Ganze kostet uns lediglich 5 NZ-Dollar mehr, als sie selbst mit dem Bus abzuholen und sie wieder zurückzubringen 🚲
Das Ganze geht easy online. Haben wir es schon erwähnt? 5 GB stellt die Unterkunft kostenlos zur Verfügung. Wie gut, dass wir keine eigene eSIM oder so gekauft haben. Das reicht locker an Datenvolumen für 6 Tage.
Irgendwie war es nicht anders zu erwarten, die Räder kommen gut 30 Minuten später als gedacht. Klaro, der Verleih öffnet erst um 10 Uhr und bis zu uns sind es ein paar Kilometer 😉 Wir haben ja keine Termine oder müssen einen Flieger erwischen, daher alles fein.
Wir starten unsere Rundtour gegen den Uhrzeigersinn und kommen genau 820 Meter weit, bis wir die ersten Fotos vom Avana Stream und dem dahinter liegenden Strand machen. Auch von hier könntet Ihr bei Ebbe fast bis zur vorgelagerten Insel laufen 🏝️


Ich trage übrigens ein Tuch, um meinen Hals zu schonen. Trotz der warmen Temperaturen um die 30 Grad weht eine kühle Brise. Da die Räder keineswegs mit denen auf Bora Bora zu vergleichen sind, sie haben 2 Bremsen und 21 Gänge, entsteht beim Treten in die Pedale ein ordentlicher Fahrtwind 💨
Ein Stück weiter steigen wir schon wieder ab und bewundern die schlichte Kirche in Ngatangiia. Sie wurde 1852 aus massivem Korallenkalk errichtet und gehört zur Cook Islands Christian Church, kurz CICC.
Die CICC ist mit etwa 18.000 Mitgliedern, darunter etwa die Hälfte der Einwohner der Cookinseln, die größte Glaubensgemeinschaft und gehört zur reformierten Kirchengemeinschaft. Sie entstand aus der Arbeit der London Missionary Society und wurde 1968 autonom.
Wir entdecken einige Gräber - nicht vor der Kirche, sondern in den Vorgärten zwischen Straße und Haus. Dabei handelt es sich meist um Familiengräber, was die enge Verbundenheit der Inselbewohner mit ihren Ahnen und dem Land zeigt 🪦




Wir durchqueren die nächste Gemeinde und siehe da, auch sie hat eine Kirche. Die Matavera CICC Church wurde nur 5 Jahre später erbaut. Auffällig ist der wunderschöne Friedhof davor. Die Gräber sind liebevoll gepflegt und mit Muscheln, bunten Blumen oder persönlichen Gegenständen geschmückt.



Uns schwant, das wird nicht die letzte Kirche gewesen sein. Doch erstmal führt die Ringstraße vorbei an einem Bike Park, Zuckerrohr, Bananen und Palmen. Über alle dem thronen die grünen Berge mit dem Te Atukura ⛰️




Plötzlich taucht ein Schild auf und weißt auf ein Goat Sanctuary hin. Das müssen wir uns näher anschauen. Tatsächlich befindet sich ein Stück entfernt von der Straße ein Stall mit geretteten Ziegen, die zwischen tropischen Bäumen grasen 🐐
Zu der Einrichtung gehören auch ein Restaurant und eine Bar, beide öffnen erst am späten Nachmittag, dennoch lassen wir uns die beeindruckenden Street Arts nicht entgehen.






Auch das Umweltbüro, National Environment Services genannt, schmücken tolle Wandbilder. Das Amt, wie wir es so schön nennen würden, ist auf jeden Fall größer als das Ministry of Internal Affairs, das Innenministerium, der Insel. Ist das wohl ein gutes Zeichen? Zumindest in Sachen Mülltrennung spielen sie ganz vorne mit 😉


Irgendwann kommen wir in Avarua, der Hauptstadt und dem wirtschaftlichen und kulturellen Zentrum der Cookinseln an 🇨🇰 „Stadt“ wäre fast zu viel gesagt. Avarua wirkt eher wie ein kleines Dorf mit Markt, Kirchen und Kolonialgeschichte auf engem Raum.
Wir stolpern mehr oder minder über die Avarua CICC Church, die direkt hinter der Cook Islands Library & Museum liegt. Das Gotteshaus aus Korallenkalk wurde 1853 erbaut und ist bekannt für seine grünen Fensterrahmen, den markanten Turm und seine eindrucksvollen Chorgesänge am Sonntagmorgen. Da haben wir wohl was verpasst 🤔
Gleich nebenan befindet sich das Cook Islands Library & Museum, das mit historischen Fotografien, alten Druckpressen und wechselnden Ausstellungen einen kompakten, aber spannenden Einblick in Geschichte und Kultur gibt. Wir lassen es links liegen, genauso wie den Para O Tane Palace, dem Ort, wo 1888 die britische Protektoratsunterzeichnung stattfand.

Übrigens, die Cookinseln wurden nicht von James Cook entdeckt, sondern bereits viel früher von polynesischen Seefahrern besiedelt und von europäischen Entdeckern aus Spanien zuerst betreten 🇪🇸
James Cook trug jedoch wesentlich zur Bekanntmachung und Kartografierung der Inseln bei, was letztlich zur Namensgebung führte.
Es ist Zeit zu frühstücken. Das ist das einzig Doofe, auf Google ist nicht immer Verlass. Das Soul Café gibt es leider nicht mehr, das Café Ariki sagt mir nicht zu, das The Lazy Trout Cafe ist geschlossen, so dass wir schlussendlich im Tuakata Café landen.
Sie alle sind mit einer 4,7 auf Google bewertet. Wir entscheiden uns für den gegrillten Fisch und das Curry. Beides ist ok. Für was Süßes schauen wir anschließend noch in der Bread and Butter Bakery vorbei. Die haben sogar einen Matcha Latte 🍵




Frisch gestärkt geht’s weiter Richtung Meer, wo das alte Schiffswrack „Boiler“ in der Ferne rostrot aus dem türkisblauen Wasser ragt. Es stammt von einem Dampfschiff, das Anfang des 20. Jahrhunderts auf dem Riff strandete und nie geborgen wurde ⚓️
Ein Stück weiter erhebt sich die St. Joseph’s Cathedral, die katholische Hauptkirche Rarotongas. Sie wurde 1853 im kolonialen Stil erbaut mit weißen Kalksteinmauern, Spitzbögen und Glasfenstern, die biblische Szenen in polynesischer Darstellung zeigen.


Der Punanga Nui Market, der größte der Insel, soll eigentlich täglich geöffnet haben, aber unter der Woche ist nichts los. Da hätten wir wohl am Samstagvormittag vorbeischauen müssen. Da hätte es alles gegeben, was das Herz begehrt: saftiges Obst, pures Kokosöl, frische Vanille, bunte Pareos, frittierte Bananen und natürlich Streetfood 🙃🙂
Wir bestaunen die aufwendigen Malereien an einigen der Hütten und entdecken noch mehr tolle Street Arts entlang der Kaimauer in Höhe des Flughafens.




Irgendwann radeln wir an der Rarotonga Brewery vorbei - natürlich nicht ohne zu stoppen. Die kleine Brauerei wurde 2016 gegründet und ist bekannt für ihr handwerklich gebrautes „Cook Islands Lager“, ein klares, erfrischendes Lagerbier mit blass-bernsteinfarbener Farbe und mittlerem weißen Schaum 🍻
Die Brauerei legt großen Wert auf Qualität und Nachhaltigkeit, beispielsweise bieten sie ihr Bier in wiederverwendbaren 2- und 4-Liter-Edelstahlflaschen an, um Abfall zu reduzieren.
Auch das leckere Ginger Beer, welches wir jetzt schon öfter getrunken haben, wird hier aus frischem Quellwasser und lokalem Ingwer hergestellt, wobei der Ingwer von einer der Nachbarinseln stammt 🫚
Wir probieren einen lokalen Gin und braunen Rum sowie einen Apple- und Pineapple-Cider. Wer möchte, kann auch eine Tour machen, die findet immer um 11 Uhr statt. Die Atmosphäre ist super entspannt, und bevor wir uns wieder auf den Weg machen, bekomme ich noch unsere Wasserflasche aufgefüllt - was für ein Service.






Auf dem Rückweg stoppen wir noch an der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, deren Gemeinde hier seit 1946 aktiv ist. In der Nähe befindet sich auch die Arorangi CICC Church, die älteste Kirche der Insel an der Westküste. Sie wurde 1849 gegründet 😇
Auf dem Friedhof nebenan ruhen bedeutende lokale Persönlichkeiten, unter anderem christliche Missionare, Stammesführer und Inselbewohner. Auch der erste Premierminister der Cook, Albert R. Henry, ist dort begraben ⚰️




Kleiner Nachtrag: Die Pflanze mit den großen, herzförmigen Blättern, die wie Reis im Wasser angebaut wird, ist Taro. Ihre stärkehaltigen Knollen sind eine wichtige Nahrungsquelle auf den Cookinseln, ähnlich wie bei uns die Kartoffeln 🥔
So langsam tut der Popes weh. Zum Glück ist es auch gar nicht mehr weit. Wir befinden uns quasi auf der Zielgeraden. Noch ein letztes Foto von besonders schönen Palmen und dann ab an den Pool 🌴




Wir beschließen den letzten Abend im Nautilus zu verbringen. Die Erwartungen sind hoch. Das Resort ist sehr gut bewertet, die Karte klingt vielversprechend. Um so ärgerlicher ist es, dass das Lamm dann leider doch nicht Medium gebraten sondern durch ist, so dass Mark und ich mehr oder minder getrennt essen - sehr schade ☹️
Wir lassen uns unseren letzten Abend dennoch nicht verderben, die Cocktails waren lecker und das Essen schlussendlich auch, das Lamm war einfach zu dünn, um es gleichmäßig auf den Punkt zu garen.




Wir machen noch einen Abstecher zum Tiare’s. Nein, nicht weil wir noch Hunger haben, sondern um das Internet zu nutzen. Ich bin mir noch nicht ganz sicher, ob mein Handy den kurzen Tauchgang unbeschadet überlebt hat. Daher kann ein aktuelles Backup nicht schaden 🙏
Zurück in unserer Villa räume ich noch ein wenig auf und teste schon mal die Kameraeinstellung. Ich habe um Mitternacht noch ein Vorstellungsgespräch. Ihr erinnert Euch an die halbe Diplomarbeit, die ich auf Bora Bora verfasst habe … Scheinbar war sie nicht ganz schlecht 😜
Das Gespräch verläuft auch ganz gut. Es ist immer schwer einzuschätzen, aber ich bin mit mir und meinen Antworten zufrieden. Jetzt heißt es, abwarten und Tee trinken. Wir schauen einfach, was passiert 😎
7 Stunden später packen wir unsere Rucksäcke und spazieren ein letztes Mal am Strand entlang zum The Beach Hut. Da wir etwas zu früh dran sind, machen wir noch einen Abstecher zur Matutu Chocolate Factory.
Ob hier wirklich handgemachte Schokolade aus regionalem Kakao, Kokos und Vanille entsteht, können wir Euch nicht sagen, sie öffnen ausnahmsweise erst um 14 Uhr.
Auf dem Rückweg entdecken wir noch schöne Papayablüten und Schmetterlinge am Straßenrand. Etwas, was wir echt vermissen werden, das frische Obst, die vielen Mango- und Papayabäume sowie die Sträucher mit Maracuja- oder Passionsfrüchten.




Das Frühstück im The Beach Hut ist wirklich der perfekte Abschluss, bevor es mit dem Bus zum Flughafen geht. Das war sie, die größte der Cookinseln: Rarotonga. Wir sind jetzt sehr gespannt auf Aitutaki und vielleicht, mit ganz viel Glück sehen wir ja doch noch Wale 🐋


