Zurück in die Hauptstadt Französisch-Polynesiens, dem Tor zu Tahiti und der Südsee einschließlich den Cookinseln
Wir können ja verstehen, dass Bora Bora der Abschied von uns schwerfällt, aber so viele Tränen hätten es nun wirklich nicht sein müssen. Es regnet noch immer 🌧️
Die Nacht war recht kurz, denn ich hatte einen wichtigen Termin, den ich in Deutschland per Video-Call wahrnehmen musste. Das heißt, kurz vor 3 Uhr klingelte mein Wecker. Das direkte Einschlafen danach fiel entsprechend schwer, so dass ich etwas gerädert bin.
Ist aber nicht schlimm, ich kann ja im Flieger schlafen. Es geht zurück nach Tahiti. Ihr erinnert Euch noch, wie wir herkommen sind? Genau das machen wir jetzt Rolle rückwärts. Die Taxifahrerin bringt uns nach Vaitape und die Fähre zum Flughafen auf dem Motu Mute. Einziger Unterschied: Vom Berg Otemanu ist nichts zu sehen beziehungsweise nur sehr wenig 😂




Aufgrund des Wetters haben alle Flieger rund 20 Minuten Verspätung. Ganz wichtig, achtet auf Eure Flugnummer. Gefühlt startet alle halbe Stunde eine Maschine von Bora Bora nach Tahiti. Insbesondere morgens zwischen 6 und 8 Uhr knubbeln sie sich, denn die Verbindung ist für Einheimische und Touristen gleichermaßen wichtig.
Plötzlich Hektik, wir springen auf, doch es ist gar nicht unser Flug. 5 Minuten später dasselbe Spiel. Diesmal sind wir gemeint. Ja, so ist das in der Südsee. Sind alle da, geht es auch mal früher los als geplant 😉
Die Stewardess, die Mark beim Hinflug angezählt hat, hatte uns noch den Tipp gegeben auf dem Rückflug rechts zu sitzen. Gesagt, getan, wobei es bei der Sicht nicht wirklich eine Rolle spielt.


Gut 35 Minuten später erscheint links von uns Moorea. Wir sitzen also wieder auf der falschen Seite. Die Stewardess sieht meinen sehnsüchtigen Blick und signalisiert mir, dass ich mich rüber setzen darf. Puh … Glück gehabt, denn der Blick ist wirklich schön 🍀




Vom Flieger purzeln wir mehr oder minder direkt in den Bus, der uns zum Hotel bringt. Das Sarah Nui war nicht unsere erste Wahl. Doch da die Gastgeberin unseres Appartements uns kurzerhand mitteilte, dass sie nicht da sei, um uns reinzulassen, blieb uns nichts anderes übrig als umzubuchen. Wie gut, dass es sich nur um eine Nacht handelt.
Wir geben unser Gepäck an der Rezeption ab und erkunden ein wenig Papeete, die Hauptstadt von Französisch-Polynesien 🇵🇫 Das politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum der Region umfasst rund 26.000 Einwohner und ist bekannt für seinen lebhaften Markt. Genau den steuern wir an.
Dafür laufen wir vorbei am Kreuzfahrtterminal, wo normalerweise immer zwei bis drei große Schiffe pro Tag anlegen. Heute scheinen uns die hunderte bis tausende Passagiere erspart zu bleiben, bis dato ist kein Schiff zu sehen 🙏
Wer uns kennt, weiß, dass das nicht unsere Art zu Reisen ist. Doch 2 Ausnahmen gibt es: Wir würden gerne mal mit den Hurtigruten Routen die kleinen, abgelegenen Orte entlang der norwegischen Küste besuchen. Die ursprüngliche Linie des Postschiffs soll zu den schönsten Seereisen der Welt gehören. Die Landschaft mit ihren tiefen Fjorden, den majestätischen Bergen und Inselgruppen ist bestimmt ein Traum mit Mitternachtssonne im Sommer ☀️ und Nordlichtern im Winter 🥶
Ein ähnliches Konzept gibt es seit 2015 auch in der Südsee. Die Aranui 5 kombiniert die Funktionen eines Frachtschiffes mit modernem Kreuzfahrtkomfort und bietet Platz für etwa 230 Passagiere. Die 12-tägige Route führt von Tahiti über das Atoll Fakarava im Tuamotu Archipel und die Marquesas Inseln mit Stopps auf Nuku Hiva, Ua Pou, Hiva Oa, Tahuata und Fatu Hiva zurück über Rangiroa und Bora Bora nach Tahiti. Während der Reise versorgt die Aranui 5 abgelegene Orte mit Waren - so kommt also der französische Käse nach Bora Bora 😇
Vielleicht geht einer dieser beiden Träume ja irgendwann in Erfüllung. Ist auf jeden Fall nicht günstig … Papa, Mama, wolltet Ihr nicht zu Eurem 70. Geburtstag was Besonderes machen? Wir spielen gerne mit Euch mal wieder „betreutes Reisen“ 😜
Zurück nach Papeete, die Stadt verlor durch einen Brand im Jahr 1884 viele historische Bauten, weswegen sie recht modern wirkt. Sie ist ein Schmelztiegel aus polynesischer Tradition und französischem Einfluss, was sich insbesondere in punkto Kulinarik bemerkbar macht. So leckere Croissants gibt es teilweise nicht mal in Paris 😃
Wir erreichen den Markt, auf dem lokale Produkte, frische Blumen, handwerkliche Souvenirs und exotische Früchte angeboten werden. Den Smoothies aus Ananas, Mango und Kokos können wir einfach nicht widerstehen. Wozu auch, 2 Liter soll der Mensch am Tag trinken. Und nur Wasser wäre ja langweilig 🥱
Apropos Wasser: Der Name Papeete bedeutet auf Tahitianisch „Wasser, das trinkbar ist“, benannt nach den Frischwasserquellen der Region.
Was mich besonders freut, dass auch Tahiti dem Thema Brustkrebs im Oktober sehr viel Aufmerksamkeit schenkt. Das erste Mal ist mir die Pinke Schleife bei den Stewardessen von Air Tahiti Nui aufgefallen und nun steht auch hier eine aus wunderschönen rosafarbenen Blüten 🌸 Wer was Gutes tun möchte, kann gerne spenden: Pink Ribbon Deutschland






Wir schlendern ein wenig durch die Straßen, aber so wirklich hübsch anzuschauen ist Papeete nicht. Kein Wunder, dass die meisten hier nur landen, um weiterzufliegen, aufs Schiff zu gehen oder wie wir vor 1,5 Wochen einmal die Insel zu umqueren.
Das beeindruckendste Gebäude ist die Kathedrale Notre Dame, die in 1875 eingeweiht wurde und trotz Wirbelstürmen und Bombardierungen im Ersten Weltkrieg überlebt hat 🙂🙃





Wir genießen ein Eis und schauen im Supermarkt vorbei - nichts wirklich Aufregendes außer ein paar coolen Street Arts, die der Stadt Lebensfreude verleihen und oft von lokalen Künstlern gestaltet worden.




Wer mehr über die berühmten schwarzen Südseeperlen erfahren möchte, findet im Perlenmuseum von Robert Wan beeindruckende Einblicke. Da ich keinen Schmuck trage, lassen wir es links liegen. Nur für die Murmelbahn sind die Perlen einfach zu teuer 🤣




Unser Spaziergang endet am Les Jardins de Pā'ōfa'i, einem schön angelegten Park, wo viele Einheimische chillen, Volleyball spielen oder einfach den Blick auf den Hafen genießen 😌




Die Sonne lässt sich auch wieder blicken, so dass der Rückweg entlang der Marina uns ins schwärmen kommen lässt. Nicht für Papeete, sondern für das Hausboot, was im Hafen liegt. Schade, dass die Inseln dafür zu weit auseinanderliegen 🫣




Zurück im Hotel checken wir ein und kümmern uns wie so oft um den Blog. Ich gebe zu, dass Mark jetzt die 2 Beiträge Bora Bora schreibt, entspannt mich sehr. Wie sage ich immer, es ist leichter zu redigieren, als vor einem leeren Blatt zu sitzen und anzufangen 🤭
Da das Abendessen gestern ja ausgefallen ist, holen wir es nach und gehen zum Abschluss Französisch-Polynesiens etwas feiner essen. Das Botanica, ein Italiener, hat eine sehr gute Karte.
Als Aperitif gibt es Cocktails - endlich welche, die nicht nur gut schmecken, sondern auch optisch was hermachen 🍹
Dazu entscheiden wir uns für Ravioli gefüllt mit Ente, das Carpaccio vom Rind mit gerösteten Zwiebeln und einer Trüffelsauce und als Beilage gibt es knusprig gebratenen Rosenkohl - herbstlich, aber richtig lecker und passend zur Ente 😋
Die Portionen sind genau richtig, um noch ein Dessert für jeden zu bestellen. Die mit Schokolade überzogene Praline aus einer Mousse aus Mascarpone und salzigem Karamell sowie das Baba Limoncello, eine Art Rührteig in Limoncello getränkt, sind einfach göttlich. Was für ein schöner Abschluss 🥰




Darauf noch den letzten Rhum Arrangé, bevor es weiter auf die Cookinseln geht. Das Taxi ist bestellt, der Wecker klingelt um 5:45 Uhr - ab ins Bett 😴