Die ehemalige Goldgräberstadt und die südlichste Weinregion sind in gut einer Stunde von Wānaka oder Queenstown erreichbar.

Wenn wir nichts weiter geplant haben und quasi nur von A nach B wollen, verlassen wir die Campingplätze so gegen 9:30 Uhr, wobei uns der klassische Mix aus Sonne und Wolken begleitet 🌤️ 

Wir hatten erst überlegt, die Blue Pools am Makarora River noch einzubauen, aber das wäre eine gute Stunde in die falsche Richtung, nämlich nördlich von Wānaka, gewesen. Stattdessen fahren wir also in den Süden nach Clyde.

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Bevor wir das Örtchen erkunden, frühstücken wir im Three Peak Coffee beziehungsweise holen uns einen Cheese Scone und einen Brownie und setzen uns auf eine Bank mit Blick auf den Clutha River.

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Auf der anderen Seite des Flusses liegt eine Olivenfarm. Ich probiere Mark zu überreden, dort mal vorbeizuschauen, aber er lehnt rücksichtslos ab. Wir haben schon zu viel bei Baker’s eingekauft, was am Ende unserer Reise in die Rucksäcke muss 🫣

Zwischen dem Monument zu Ehren des Goldrausches und dem historischen Clyde Museum geht’s runter zur Clyde Bridge. Die schmiedeeiserne Brücke spannt sich seit über 100 Jahren über den Clutha River und verbindet das historische Clyde mit den Hängen Richtung Bannockburn. Früher ratterten hier Pferdegespanne und Goldkarren drüber, mittlerweile sind es eher Wanderer, Radfahrer und an und ab mal ein Auto 🚗

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Wir schlendern eine Runde durchs Örtchen mit seinen beeindruckenden Gebäuden. Wie so oft gibt es eine katholische und eine evangelische Kirche. Sie stehen nur eine Straßenecke auseinander, beide sind aber sehr bezaubernd ⛪️ 

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Erwähnenswert sind The Fruit and Vegetable Store, The Old Clyde Bank, Dunstan House, Hartley Arms, Lodge Duncan, The Merchant of Clyde und der Benjamin Naylor General Store. Sie alle spielten eine entscheidende Rolle zu Zeiten der Goldgräber 💛 

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Die Goldgräberstadt wurde in den 1860er Jahren zum wichtigen Drehkreuz des Otago Goldrauschs. Damals hieß der Ort noch Dunstan und versorgte Tausende von Minenarbeitern entlang des Clutha Rivers mit Proviant und Post 🏤 

Goldtransporte legten in Dunstan - heute Clyde - einen Zwischenstopp ein, bevor sie aus Angst vor Überfällen unter Bewachung nach Dunedin eskortiert wurden.

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Auch die Monte Christo Winery pflanzte die ersten Reben bereits Ende des 19. Jahrhunderts und zählt damit zu den ältesten Weingütern rund um Cromwell 🍇

Doch erst 100 Jahre später entdeckte die Region Central Otago sein Potenzial für elegante Cool Climate Weine wie Pinot Noir, Chardonnay und Grauburger oder Pinot Gris. Zusammen mit Gibbson gehört sie zu den südlichsten Weinbaugebieten der Welt 🌎  

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Anstatt des Tastings entscheiden wir uns einfach für ein Glas vom Grauburgunder und vom Chardonnay. Dazu soll die Burrata mit Pesto und gerösteten Mandeln sowie der geräucherte Frischkäse mit Kräuteröl auf gegrillten Ciabatta hervorragend passen. Na dann, let’s go 🤪 Was für ein chilliges Plätzchen.

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Unser eigentliches Ziel ist der Freedom Campingplatz „Lowburn Harbour Overnight Campervan Parking“ in Cromwell. Auf dem Weg dahin sind noch zwei Aussichtspunkte.

Am Clyde Powerhouse staut der mächtige Clyde Dam den Clutha River zum Lake Dunstan, einem langgezogenen Stausee, der Anfang der 1990er Jahre entstanden ist und eines der größten Wasserkraftwerke Neuseelands speist ⚡️

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In Cromwell halten wir am Bruce Jackson Lookout mit Blick auf den Ort und den See. Da es just in dem Moment anfängt zu regnen, nutzen wir die Gunst der Stunde, überdenken die nächsten Tage und buchen die geplante Pinguin Tour sowie die Bootstour durch den Milford Sound um 😜

Das Städtchen Cromwell ist bekannt für seine Obstplantagen, nicht ohne Grund steht am Ortseingang eine riesige Obstskulptur, die Cromwell als „Fruit Bowl of Central Otago“ feiert.

Nachdem der Clyde Dam gebaut wurde und der neue Lake Dunstan das alte Flusstal überflutete, mussten viele Obstgärten und sogar Teile des alten Cromwell umgesiedelt werden. Doch das ist Geschichte. Kilometer um Kilometer wachsen heute wieder Aprikosen, Pfirsiche, Kirschen, Äpfel, Pflaumen und vieles mehr entlang der Straßen 🙃🙂

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Wir gönnen uns mal wieder ein Real Fruit Eis, diesmal Aprikose und Mango sowie Aprikose und Kirsche, und kaufen noch eine riesige Stiege Aprikosen. Na hoffentlich kommen sie uns nicht irgendwann zu den Ohren raus 🍑

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Anschließend suchen wir uns ein nettes Plätzchen am See. Mark hüpft mal wieder rein ins kalte Wasser. Was das angeht, werden wir nie auf einen grünen Zweig kommen 🤣

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So langsam wird es grau, grau, grau. Wir machen es uns im Camper gemütlich und genießen die Reste von dem lecker gegrillten Gemüse und den Lammbratwürsten. Dazu gibt es wie so oft Salat. Echt cool, wenn alles quasi vorbereitet ist 👍

Wir sind echt gespannt auf Queenstown. Hoffentlich ist es nicht so überlaufen, wie alle sagen 🙏