Ein neues Abenteuer beginnt: Auf Bali erwarten uns Tempel, Reisfelder, Wasserfälle und ganz viel Gelassenheit.
Ist das schon die balinesische Gelassenheit? Wir waren so happy, dass das mit der Reservierung des Ubers um 6:30 Uhr geklappt hat und jetzt hängen wir am Flughafen in Cairns ab. Unser Flug nach Bali hat mindestens 6 Stunden Verspätung 😢
Die E-Mail dazu kam um Mitternacht und ist leider im Spam gelandet. Hoffentlich liegt es nicht wieder am Vulkan, der nun schon zum 3. Mal in Folge ausgebrochen ist.
Jetstar prüft alle Unterlagen: Das Visum für 27,50 Euro sowie die Tourismusabgabe für 8 Euro pro Person haben wir bequem online beantragt, ebenso die elektronische Zollerklärung und Gesundheitsregistrierung vorab ausgefüllt. Alles paletti, wir bekommen unsere Bordkarten. Hoffen wir, dass sich der Flieger bald auf den Weg macht. Er müsste Bali um 9:15 Uhr verlassen 🙏
Juhuuu … er ist abgehoben und auf dem Weg zu uns. Bis zum Abflug machen wir einfach das, was wir sonst in Ubud gemacht hätten, Fotos sortieren, den Blog fertig … und mit 40 AUD Verzehrsgutscheinen verhungern wir zumindest nicht 😉
Was für ein Glück, dass wir den Tipp bekommen haben, uns im Domestic Terminal die Zeit zu vertreiben. International ist in Cairns nämlich so gut wie nichts los. Böse Zungen würden behaupten, sie sind immer noch am bauen, und das seit der Eröffnung 1984 🤣


Es gibt genau ein offenes Café. Dafür hat der Duty Free echt gute Angebote. Wir schwören, wir hatten uns fest vorgenommen, den Alkohol zum täglichen Desinfizieren erst auf Bali zu kaufen 🛒 Aber selbst die Angestellten überreden uns zuzuschlagen.
Sie bieten sogar an, kauft 2 Flaschen, lasst eine da und holt diese ab, wenn ihr zurückkommt. Das haben wir ja noch nie gehört - typisch Australien. Was ist das Ende vom Lied? Wir nehmen 2 Flaschen mit nach Bali 🫣
Um 13:45 Uhr landet der Flieger aus Bali und hebt mit uns 1,5 Stunden später wieder ab. Was für ein Glück! Jetstar bringt uns in knapp fünf Stunden nach Denpasar. Am Flughafen klappt alles reibungslos. Dank der vorab online erledigten Formalitäten sind wir in Nullkommanix eingereist - ohne in der Schlange zu stehen, einfach Reisepass scannen und fertig 👍



Unser Gepäck braucht etwas länger. Dafür wartet Anggara, unser Fahrer, draußen schon mit einem Schild vom Hotel auf uns. Was für ein Trubel, was für Gerüche - herzlich willkommen in Asien, Indonesien, Bali 🇮🇩
Wir fahren oder besser gesagt, wir schleichen auf dem Weg nach Ubud an den ersten Tempeln und Statuen vorbei. Leider im Dunkeln, aber wir kommen ja zurück zum Flughafen 😉

Nach australischer Zeit ist es fast Mitternacht. Kein Wunder, dass uns langsam die Augen zu fallen. Und wir sind schon über 1,5 Stunden unterwegs … Raus aus Denpasar, rein nach Ubud: Stau, Stau, Stau - überall sind noch Menschen unterwegs, was für ein Gewusel 🙃🙂
Ich erinnere mich schwach, dass Mark erzählte, unsere Unterkunft, das Sweet Orange Pondok, liegt zwischen Reisfeldern versteckt und ist nur zu Fuß oder per Roller erreichbar ist. Kurz bevor wir ganz einschlafen, heißt es also raus aus dem Auto und rauf aufs Moped 🏍️
Der Weg ist wirklich schmal und es gibt auch Gegenverkehr. Einmal nicht aufgepasst und schwups landet Ihr in den Reisterrassen … Ups, Knie einziehen. Nochmal um die Kurve. Oh, jetzt wird’s steil. Kurz abbremsen, ein Huppel … wie gut, dass wir das alles nur halb mitbekommen 😂
Die Unterkunft hält schon im Dunkeln, was sie verspricht. Wir sind gespannt auf morgen. Es gibt noch einen Whiskey - wir befolgen nur den Tipp unserer Hausärztin - und fallen todmüde ins Bett 😴



Es klingelt kein Wecker, dennoch sind wir recht früh wach. Neues Bett, neues Kopfkissen, aber vor allem ganz neue Geräusche. Tatsächlich gibt es auf Bali Tauben. Sie sind genauso laut wie Zuhause, aber viel hübscher 😎
Das Sweet Orange Pondok ist Klasse. Es liegt mitten in der Natur, fern ab vom Trubel. Die 7 Häuschen sind alle etwas unterschiedlich und liegen auf 3 verschiedenen Ebenen. Dazwischen lädt der Pool zum Erfrischen ein und über allem ragt ein eigener kleiner Tempel. Der balinesiche Stil zieht sich durch und durch 🥰





Ab heute ist Dschungel-Deo angesagt: erst Sonnencreme, dann Mückenschutz. Wir haben noch etwas Off aus Australien über ... Natürlich haben wir auch No Bite dabei. Das nutzen wir erstmal nur für die Klamotten - in Bali geht es vor allem um Dengue Fieber 🥵
Wir schmeißen noch eine Perentherol ein, der beste Schutz für Länder in Asien 👌 und gehen frühstücken. Unsere Nachbarin hat schon sehr vom Essen geschwärmt und sie hat Recht. Es gibt frisches Obst, einen Saft nach Wahl sowie die balinesischen Klassiker: Mie Goreng und Bubur Injin, eine Art Porridge aus schwarzem Reis und Kokosmilch 🥥




Dazu kommt dieses einmalige Ambiente - auch im Restaurant, einem sogenannten Warung. Die Möbel sind alle aus Holz, überall hängen geschnitzte Gesichter aus Kokosnüssen, das Gemüse kommt aus dem eigenen Garten





Zeit zu erkunden, wo wir eigentlich hergekommen sind. Unser Blick schweift über die Grünen Terrassen bis zum Dschungel. Die Luft ist warm, aber nicht drückend. Wir sind wirklich Glückskinder, vor ein paar Tagen hat es noch viel geregnet 🍀
Es ist ein unglaubliches Gefühl, morgens woanders aufzuwachen, und wenn es dazu noch auf einem anderen Kontinent ist, dauert es immer einen Moment länger, es zu realisieren. Die Sinne sind geschärft, wir nehmen alles irgendwie intensiver wahr.
Wir laufen in Richtung Ubud mitten durch die noch vorhandenen Reisfelder. Und von einer Minute auf die andere ändert sich die Atmosphäre. Die Mopeds und Vespas sind das eine, dazu kommen zahlreiche Souvenirläden. Wir fragen uns, wer kauft das alles? 🤔






Was uns noch auffällt, nicht erst in im Zentrum, auch in unserer Unterkunft lagen sie, die sogenannten Canang Sari, die täglichen Opfergaben aus Blüten, Räucherstäbchen, Keksen und Münzen. Sie schmücken nicht nur Tempel, sondern auch Läden, Cafés … eigentlich sind sie überall zu sehen ☺️




Ubud gilt als das kulturelle Zentrum Balis. Rund 75.000 Menschen leben verteilt auf die Stadt und die umliegenden Dörfer. Einst war es ein Künstlerdorf, heute ist es ein Schmelztiegel für Kreative, Yogis und alle, die es etwas langsamer mögen.




Selbst Mark erkennt es kaum wieder. Er war 2011 schon mal hier. Damals gab es noch nicht so viel Verkehr, so viele Touristen … 🫣




Die einzige Konstante: die balinesischen Architektur. Zum Glück sind noch viele Häuser aus lokalen Materialien wie Bambus, Teakholz, Stein und Strohdächern gebaut. Feine Schnitzereien mit mythologischen oder floralen Mustern zieren Türen und Fenster, was die spirituelle Verbundenheit mit der Inselkultur spüren lässt 🍀



Auch interessant, zwischen den bunten Souvenirläden verbergen sich viele kleine Homestays - alte Familienhäuser, die ihre Türen für Reisende öffnen. Viele dieser Unterkünfte sind bewusst schlicht gehalten, ohne Klimaanlage oder große Fenster, dafür mit liebevoll gestalteten Gärten und einem entspannten Ambiente.








Alles wirkt sehr sauber und gepflegt. Irgendwie habe ich Bali immer mit sehr viel Müll auf den Straßen verbunden. Nichts dergleichen, zumindest in Ubud. Es ist diese Mischung aus Tradition und Moderne, die uns fasziniert. Dazu ein gewisses Maß an Gelassenheit, die für Entschleunigung sorgt ☺️






Knapp 1,5 Kilometern sind es bis zur Hauptstraße … Hier lautet das Motto: Augen zu und durch 👀 Bitte nicht wörtlich nehmen, denn das pure Gegenteil ist der Fall. Die Bürgersteige sind schmal, nicht durchgängig gepflastert, Mopeds nutzen diese gerne zum Parken oder Ausweichen.
Wir sind auf dem Weg zum ATM. Wir brauchen nämlich Bargeld. Zum einen für die Tour morgen. Zum anderen nehmen auch hier, wie in Australien, einige Gebühren beim Bezahlen mit der Kredit- oder Debitkarte und das läppert sich. Generell gilt in Bali immer auf das Kleingedruckte zu achten, oft kommen noch 5-10 Prozent Servicepauschale und 10 Prozent Steuer zum angegebenen Preis dazu 😳




Hatten wir vor den ganzen Tag unterwegs zu sein? Eigentlich nicht! Aber es gibt so viel zu entdecken. Vor allem abseits der Hauptstraßen zeigt sich noch immer der ursprüngliche Charme wie zum Beispiel im Seniman Coffee Studio.
Es ist zwar total modern, dennoch wird der Kaffee lokal bezogen, handgeröstet und perfekt zubereitet. Dazu gibt es frisches Gebäck wie Croissants und Strawberry Cheesecake - wunderbar 😋


Wir laufen mal nach rechts, mal nach links, studieren die Preise für Massage & Co. sowie das ein oder andere Menü. Vom Straßenstand über vegetarisch bis hin zur Sterneküche, kulinarisch ist Ubud ein Paradies. Sollen wir Ubuds Klassiker probieren: Bebek Bengil oder Bebek Betutu?
Das entscheiden wir später spontan. Über 15.000 Schritte sind es schon. Und wo wir schon mal in die Nähe sind, nehmen wir den Sacred Monkey Forest auch gleich noch mit 🤣





Die heilige Stätte liegt mitten in Ubud und ist die Heimat von über 1.200 Langschwanzmakaken. Die Tiere sind neugierig, manchmal sogar aufdringlich, aber friedlich, so lange wir ihnen nicht zu nahe kommen 🐒





Das Areal erweckt Ehrfurcht in uns. Tempelruinen ragen aus dem Dschungel empor, während Sonnenstrahlen durch das dichte Blätterdach fallen. Schilder weisen darauf hin, die Tiere nicht zu füttern, denn dann verlassen sie den Wald 🌳






Wir kaufen dann doch mal eine Flasche Wasser und leeren diese fast in einem Zug. Die Temperaturen bringen uns etwas ins Schwitzen 🥵 Irgendwann entdecken wir ein kleines Café gegenüber von Reisterrassen und genießen unseren ersten Cocktail mit Blick ins Grüne. Dazu gibt es Pancakes mit Banane 🍌 und Käse 🧀 gefüllt. Klingt etwas kurios, schmeckt aber lecker.



Nach dieser kleinen Stärkung besuchen wir den Ubud Water Palace, offiziell Pura Taman Saraswati genannt. Er besticht durch seinen großen Teich voller Lotusblüten und die symmetrische Steinbrücke, die direkt zum kunstvoll verzierten Tempel führt 😲




Natürlich sind wir nicht allein unterwegs. Doch alle Besucher, ob Einheimische oder Touristen, erhalten am Eingang einen Sarong in derselben Farbe, wodurch wir uns verbunden fühlen.



Das Bedecken der Beine zeigt Respekt vor der heiligen Stätte, und die einheitliche Kleidung symbolisiert Gleichheit und Achtung gegenüber der balinesischen Kultur und den spirituellen Regeln 😇
Der Ubud Water Palace ist übrigens der Göttin Saraswati gewidmet, die im Hinduismus als Schutzgöttin der Weisheit, Kunst, Musik und Wissenschaft gilt. Sie wird oft mit einem Musikinstrument, der Vina, und einem Buch dargestellt und gilt als inspirierende Quelle für Künstler, Gelehrte und alle, die nach Wissen streben.
Was ist noch Interessant? 🧐 Der aktive hinduistische Tempel wurde Anfang der 1950er Jahre vom balinesischen Künstler und Architekten I Gusti Nyoman Lempad entworfen und gebaut. Die vielen kunstvollen Details spiegeln die balinesischen Mythen wider.




Wow 😲 Das waren ganz schön viele Eindrücke für den ersten Tag. Dabei sind wir noch gar nicht tief in die Kultur eingetaucht. Wir nehmen die Abkürzung zurück zum Sweet Orange - ein abenteuerlicher Weg, dafür sind wir in 10 Minuten da.



Wir springen noch schnell in den Pool. Ja, auch ich wage mich ins erfrischende Nass und beschließen dann bei uns im Sweet Orange Warung zu essen. Die Karte klingt gut.
Damit haben wir nun wirklich nicht gerechnet. Es ist noch gar nicht so spät und das Restaurant ist super gut besucht. Wir bekommen gerade noch einen der letzten Plätze - ein Glück, denn wir haben Hunger.
Wir bestellen in Tempura gebackenen Mais und Gemüse, die Frühlingsrollen sind leider aus. Dazu gegrillten Thunfisch in Gemüse an rotem Reis und ein Garnelen Curry. Die Vorspeise kommt als letztes - wir sind halt in Asien 😉
Das Essen ist sehr aromatisch, gut gewürzt, nicht zu scharf. Ja, die balinesische Küche gefällt mir. Da der Kuchen schon ausverkauft ist, gibt es nur noch einen Espresso ☕️ Der wird nämlich mit einem kleinen Pancake gefüllt mit Kokos serviert 😋



Auf unserer Terrasse genießen wir noch ein wenig die Geräuschkulisse - natürlich bei einem Stück Schokolade und einen Whiskey 🥃