In Gyeongju verstecken sich alte Festungen und Königsgräber unter grünen Hügeln in Parks und Wäldern.

Wir lassen uns mal wieder Zeit. Dank der bequemen Betten tut das Ausschlafen auch richtig gut. In den letzten Unterkünften konnte ich irgendwann nicht mehr liegen beziehungsweise wusste nicht so recht wie 🥺

Zum Frühstück zaubere ich Bibim Naengmyeon, kalte Buchweizennudeln mit einer scharfen Sauce aus Gochujang, einer koreanische Chilipaste, Essig, Sojasauce und weiteren Zutaten. Anstatt frischem Gemüse und Ei gibt es bei uns gerösteten Sesam, kleine geschnittene Nori Blätter und Jakobsmuscheln 😝

Das war garantiert nicht das letzte Mal, dass wir dieses Fertiggericht gekauft haben. Leider nimmt es zu viel Platz weg. Das wäre genau das Richtige für die Südsee 🤣

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Während wir essen, lichten sich auch so langsam die Wolken. Was für ein Glück, schließlich habe ich Mark Sonne und blauen Himmel versprochen 🤞 

Wir fahren los, um Gyeongju zu erkunden. Genauer gesagt, begeben wir uns ins Herz des ehemaligen Reichs der Silla Dynastie. Das Königreich war über 1.000 Jahre das Zentrum für Macht, Kultur und Religion in Korea und damit meine ich wirklich Nord- 🇰🇵 und Südkorea 🇰🇷 

Wir parken wieder an der Woljeonggyo Brücke. Die Schranke ist offen, vielleicht weil Wochenende ist oder weil die Vorbereitungen der Asia-Pacific Economic Cooperation, kurz APEC 2025, unter Leitung des Außenministeriums auf Hochtouren laufen. 

Tatsächlich richtet Südkorea dieses wichtige Gipfeltreffen im November zum 2. Mal seit 2005 aus und Gyeongju hat sich in der Endrunde gegen Incheon und Jeju durchgesetzt. Scheinbar finden im Rahmen dessen viele Aufführungen statt, für die jetzt schon geprobt wird - keine Ahnung. Auf jeden Fall ist die Stadt gut besucht 🙃🙂

Und, wie findet Ihr die Woljeonggyo Brücke tagsüber, recht unspektakulär, oder? Wie schon erwähnt, befindet sie sich in unmittelbarer Nähe zur Festung Wolseong und verbindet diese mit dem Berg Namsan ⛰️ Sie wurde im Jahr 760 erbaut und hatte die Funktion, Wolseong als Palast mit anderen wichtigen Bereichen der Stadt zu verbinden.

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Wir überqueren sie und machen einen kleinen Abstecher ins Gyochon Hanok Village. Wir hatten gehofft, die Gyeongju Hyanggyo, eine konfuzianische Schule aus der Joseon Zeit, gegründet auf den Ruinen eines Silla Palastes, sei geöffnet 🔓

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Leider ist sie es nicht, so dass wir bis zum Choe’s Old House weiterlaufen. Das Haus ist ein beeindruckendes Beispiel konfuzianischer Aristokratenarchitektur aus der Joseon Dynastie. 

Ursprünglich mit 99 Räumen erbaut, spiegelt es den hohen sozialen Status der wohlhabenden Choe Familie wider, die über Jahrhunderte hinweg für Bescheidenheit, soziale Verantwortung und Gemeinsinn bekannt war 😲

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Im nahe gelegenen Gyerim Wald, einem uralten Eichenhain, liegt das Grab von König Naemul, der von 356 bis 402 regierte. Es ist fast überwuchert und ohne große Beschilderung. Dennoch beeindruckend, wie es sich gegen die Zeit stemmt 😌

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Wir dachten ja erst, die historische Festung Wolseong seien auch Königsgräber, doch Infotafeln klären uns auf. Die imposante ehemalige Palastanlage der Silla Dynastie lädt zu einem Spaziergang durch weitläufige Grünflächen mit Blick auf das ehemalige Königreich und seine archäologischen Reste ein 😎

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Als Zentrum der königlichen Macht gilt sie als einer der bedeutendsten historischen Orte Koreas. Um 101 nach Christus gebaut diente die Festung über viele Jahrhunderte bis zum Untergang des Reichs im Jahr 935 hinweg als Amtssitz der Könige.

Ihr ursprünglicher Name „Banwolseong“, auf Deutsch: Halbmond, verweist auf die charakteristische, halbmondförmige Anlage, wo sich zahlreiche Palastgebäude, Türme und Schreine befanden, die die Pracht und den Wohlstand der Silla Dynastie widerspiegelten.

Obwohl von der einstigen Pracht nur noch wenig sichtbar ist, lassen sich die Dimensionen des alten Palastes erahnen. Wir bewundern die steinerne Kühlkammer Seokbinggo aus der Joseon Zeit, den angrenzenden Lotosteich sowie weitere Ausgrabungsstätten 🤓

Das alles zählt zum UNESCO Weltkulturerbe, wie gefühlt die gesamte Stadt, denn die Grenzen zwischen den Sehenswürdigkeiten sind fließend 🌍 

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Direkt gegenüber der Festung liegt der Donggung Palast mit dem Wolji Teich, angelegt im Jahr 674. Die Pavillons spiegeln sich im Wasser. In den 1970ern wurden hier über 30.000 Artefakte gefunden, darunter Keramik, Waffen und Schmuck - alles zu bewundern im Gyeongju National Museum 👍

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Wir wechseln wieder die Seite und flanieren durch die Parkanlage, wo einst weitere Paläste standen. Sie ist wunderschön angelegt und lädt zu zahlreichen Fotos ein.

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Zwischen den Bäumen steht das Cheomseongdae Observatorium, die älteste erhaltene Sternwarte Ostasiens. Sie wurde im 7. Jahrhundert gebaut, um anhand der Sterne das Wetter vorherzusagen ⭐️

Sie besteht aus 30 Lagen à 12 Steinen, 366 Steine, die vermutlich die Tages einen Mondjahres symbolisieren - angeblich von  Königin Seondeok höchstpersönlich in Auftrag gegeben ☺️

Wie gesagt, wir vermuten in Vorbereitung auf die APEC 2025 finden an diesem Wochenende die Proben für zahlreiche Aufführungen und Umzüge statt. In einen stolpern wir fast hinein 🤭

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Nur wenige Minuten entfernt, liegen die beeindruckenden Königsgräber. Stellt Euch vor, davon gibt es in Gyeongju insgesamt 40 bis 50 Stück - einige bekannter als andere.

Die höchste Konzentration an Gräbern von Königen und Königinnen befindet sich im Daereungwon Park. 23 sind es an der Zahl, darunter das berühmte Grab von König Michu und das Doppelgrab Hwangnam Daechong, das mit seinen 80 Metern als das größte Hügelgrab Koreas gilt.

Diese Gräber bilden ein zentrales archäologisches und kulturelles Highlight von Gyeongju und spiegeln die lange Geschichte und Bedeutung der Stadt als Hauptstadt der Silla Dynastie wider.

Mark erinnern die Gräber an Brüste. Na, habt Ihr diese Bilder jetzt auch im Kopf? 🤣

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Wir hatten gestern Abend auf dem Weg ins Kisoya noch einen richtigen Bäcker entdeckt. Den suchen wir jetzt auf. Schließlich brauchen wir was zum Abendessen und was gibt es besseres als richtiges Sauerteigbrot? 

Gut, Sushi, Sashimi & Co., aber das auch nicht jeden Tag. Bread Monster kommt also genau zum richtigen Zeitpunkt. Wir packen ein: ein Brot mit Süßkartoffel 🍠 und Käse 🧀 gefüllt, ein Brötchen mit Butter 🧈 und Roter Bohnen-Paste 🫘, ein Zupfkuchen mit Schokolade 🍫, ein Croissant 🥐, ein Blätterteig-Teilchenmit Bayrischer Creme und Feigenbutter. Und nein, das ist nicht für einen, sondern mindestens 2 Tage 😅

Anschließend schlendern wir Richtung Auto. Nicht ohne weitere Gräbergruppen wie Noseori und Nodongri zu bewundern. Darunter die fünf königlichen Gräber Oreung, die Gräber des Gründers des Silla Reiches Park Hyeokgeose sowie vier weiterer Könige mit ihren Königinnen.

Wir folgen der Poseok-ro, einer Straße, die einst königliche Paläste verband. Der Abschnitt rund um die Hwangridan-gil ist ein lebendiger Hotspot, der mit Cafés, Boutiquen und Streetfood Trends eine spannende Verbindung von Tradition und moderner Kultur schafft.

Nicht umsonst gehört es zu den angesagtes Kultur- und Szeneviertel der Stadt. Es ist wirklich wahnsinnig viel los. Vor vielen Geschäften bilden sich lange Schlangen.  Uns ist nach etwas Kaltem bei diesen Temperaturen, daher gibt es Eis 🍦 Natürlich nicht irgendeins 😉 Erst gibt es eins mit Matcha und Schokoperlen und dann noch zwei Kugeln: Gyeongju Strawberry und Black Lemon 😋

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Vorbei an weiteren Hanok Häusern, dem Webtoon Campus und einem Verleih von Golfwägen und Rollern als Snoopy getarnt, biegen wir wieder ein ins Hanok Viertel, wo unter anderem die lebendigen Tradition koreanischer Kunsthandwerke aufrecht erhalten werden 👌

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Jetzt fallt bitte nicht vom Glauben ab, aber wir essen noch ein Eis und zwar ein ganz besonderes. Das Injeolmi Eis, das im Hanok Viertel in Gyeongju sehr beliebt ist, vereint cremiges Eis mit frisch hergestelltem Injeolmi, einem traditionellen koreanischen Reiskuchen aus gedämpftem und gestampftem Klebreis 🍡

Das Injeolmi, oft mit einer Schicht geröstetem Sojabohnenpulver (Gomul) bestreut, wird dabei in kleine Stücke geschnitten und direkt ins Eis gegeben, was dem Dessert seine unverwechselbare nussige Note verleiht und für einen einzigartigen Genuss sorgt 🍨 Dazu gibt es noch einen Cappuccino.

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Was für ein Tag! Bei so viel Geschichte gilt es dennoch nicht zu vergessen, Gyeongju ist kein Freilichtmuseum, sondern eine Stadt, in der rund 250.000 Menschen leben und ihrem Alltag nachgehen, sei es in Schulen, auf Märkten, in Büros oder in Tempeln.

Wie immer gäbe es noch viel mehr zu sehen. Doch wir sind platt und die Wolken verdichten sich. Wir fahren zurück in unsere Pension und lassen den Abend dort ausklingen. Mark bereitet uns ein tolles Abendessen zu. Es gibt frisch gebackenes Brot und Brötchen, saftige Feigen, süße Kiwis und ein Cocktail aus Pflaumensaft und Whisky 🥃

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Ich sage, danke mein Schatz und wünsche allen eine gute Nacht 😴