Busan lockt mit vielen schönen Stränden und einem ganz besonderen Stadtteil: Gamcheon.
Wieder wecken uns die Sonne und der blaue Himmel. Meine Schultern brennen noch ein wenig, aber zum Glück sind die nicht mehr ganz so rot 😊 Um sie zu schützen, creme ich mich ganz brav ein.
Wir nehmen den Bus 3006, der uns direkt von Haeundae Station zum Songdo Beach bringt. Da es der Express Bus ist, hält er nicht an jeder Gießkanne, braucht aber dennoch gut 40 Minuten 🚍
Das ist der kleine Nachteil von Busan. Die Stadt erstreckt sich in etwa 35 Kilometer entlang der Küste, so dass es immer eine Zeit dauert, von A nach B zukommen. So gewachsen ist sie während des Koreakrieges, als Millionen von Flüchtlingen in ihr Zuflucht suchten.
Wir überqueren mindestens 3 Brücken, eine davon führt direkt über den größten Hafen Südkoreas, der Container, Fischerei und Tourismus vereint, bevor wir Koreas ältesten Strand erreichen. Der Songdo Beach ist mit seinen gut 800 Metern feinsten Sand bereits seit 1913 Anziehungspunkt 🙃🙂
Jedes Jahr zieht er neben den Einheimischen auch Millionen von Besucher an. Das gilt natürlich nur für die Saison von Juni bis August. Jetzt Ende September sind gerade mal eine Handvoll Menschen unterwegs - vielleicht auch Zwei 😎
Wir drehen eine Runde über den Skywalk. Das besonders Fiese: Er hat keine Glasböden, sondern einfach nur Gitter - irgendwie noch unangenehmer, zumal ständig die Gefahr besteht, dass das Handy einem aus der Hand fallen und durchrutschen könnte 🤣
Das Coffee Voice hat auf Google eine 5,0 als Bewertung, was wirklich ungewöhnlich ist. Ein guter Grund dort zu frühstücken, zumal wir noch nicht wissen, was der Tag bringt. Vielleicht laufen wir ja wieder Kilometer um Kilometer 🫣
Die Bewertung bezieht sich in erster Linie auf den Kaffee, für den das Café zahlreiche Auszeichnungen erhielt. Klar, wird dieser auch hier selbst geröstet ☕️ Doch auch die Scones mit Zwiebelpiepen und Frischkäse sowie der Mango Cake sind sehr gut 👍
Wir schauen noch auf dem Rooftop der Songdo Marine Cable Car vorbei und werfen einen Blick auf den Strand und seine Hochhäuser. Was für eine Kulisse. Allein dafür lohnt es sich, das im Vergleich zu anderen Städten recht junge Busan zu besuchen.
Mit der Seilbahn geht es dann rund 1,6 Kilometer direkt übers Meer. Der Blick zurück zum Songdo Beach und auf die felsige Küste sind traumhaft. Wer mag, kann auch direkt an der Steilküste, über den sogenannten Songdo Trail, zurücklaufen.

Wir besichtigen auch hier erstmal das Rooftop, wo Figuren aus der Kleine Prinz charmant in Szene gesetzt wurden. Irgendwie passt sie gut hierher. Sie geben dem Dach eine verträumte Stimmung ☺️







Die spinnen doch die Südkoreaner. Sie fahren wie bekloppt Auto, überholen Dich rechts auf den Standstreifen, um dann 300 Meter später auf einer 3-spurigen Straße links abzubiegen. Aber sperren die Songdo Yonggung Suspension Bridge wegen ein bisschen Wind 😠 Das ist echt unfassbar, wie hier mit zweierlei Maß gemessen wird.
Die Brücke, die auf rund 125 Meter das Festland mit einem Felsen verbindet, gehört zu den Highlights von Busan. Nur deswegen, haben wir überhaupt die Seilbahn rüber zum Amman Park genommen 😢


Na gut, wo wir schon mal hier sind, laufen wir jetzt dennoch zur Spitze der Steilküste. Wie es der Zufall will, habe ich feste Schuhe an. Meinem Reiseleiter war scheinbar nicht ganz bewusst, dass der Weg zum einen bergauf und bergab führt und zum anderen nur bedingt für Flipflops geeignet ist 🫣






Aber wie sage ich immer so schön, manchmal ist der Weg einfach das Ziel. Der Pfad führt durch einen herrlichen Wald mit Kiefern und Pinienwälder und eröffnet zwischendurch immer mal wieder Blicke auf die markanten Klippen 🪨


Knapp 3 Kilometer sind es bis zum internationalen Fischereihafen, wo wir in den Bus zum nächsten Highlight steigen. Es geht nach Santorini - nicht auf den Griechischen Inseln, sondern wir bleiben in Südkorea 🇰🇷
Der Vergleich hinkt vielleicht ein wenig, weil es sich in Gamcheon nicht um weiße Häuser handelt, die sich an den Hang schmiegen, sondern um bunte Häuser und labyrinthartige Gassen 🤭





Das Viertel entstand in den 1950er Jahren, als Flüchtlinge aus dem Norden Koreas eine Bleibe suchten. Sie drängten in die Hügel und bildeten von Armut geprägte Siedlungen 😱






Ähnlich wie in Dongpirang verwandelt das Kunstprojekt „Dreaming of Machu Picchu in Busan“ Gamcheon seit 2009 in eine Freiluftgalerie, in der lokale Künstler ihre Visionen verwirklichen und die engen Gassen mit Farben und Kunst füllen 😲




Eine besondere Rolle spielt dabei der Kleine Prinz, zusammen mit dem Fuchs spiegelt er die lebendige Geschichte von Wandel und Hoffnung wieder. So sitzt er zum Beispiel an einem Aussichtspunkt hoch über den Häusern und lädt die Besucher ein, sich auf eine kindliche Perspektive einzulassen ☺️





Dabei geht es weniger um das perfekte Foto, als um die zentrale Botschaft, die der Kleine Prinz verkörpert: „Schönheit in der Einfachheit zu erkennen.“ Genau diese Idee wird in Gamcheon durch die leuchtenden Farben, den kleinen Kunstwerken und der warmen Atmosphäre, die das Viertel prägen, lebendig 🤗





So folgen auch wir Schildern, steigen Treppen hinauf und hinab, entdecken versteckte Fotospots und finden immer wieder einen kleinen Platz mit Aussicht auf das Meer, eingerahmt von Dächern. Der ganze Ort erinnert uns an Medellin und die Kommune 13.




Wieder einmal zeigt sich, wie Kunst und Literatur Brücken schlagen können: zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen Kulturen und Generationen 🥰
Wir hatten überlegt, noch auf dem Jagalchi Fischmarkt vorbeizuschauen, schließlich ist es Südkoreas größter Fischmarkt direkt am Meer. Doch der schon seit den 1920er Jahren lebendige Treffpunkt wird sich nicht groß vom Fischmarkt in Seoul unterscheiden.
Also holen wir Sushi im Lotte Mart und genießen es ganz gemütlich auf unserem Balkon. Schließlich haben wir nicht alle Tage so einen tollen Blick auf die Skyline bei Nacht 👀
Dazu noch einen Soju und dann ab ins Bett - endlich ist mal wieder ausschlafen angesagt.