Zwei Tage Fraser Island oder K’gari, wie die größte Sandinsel der Welt in der Sprache der Butchullas oder auch Badjalas heißt.

Schon in der Vorbereitung hatten wir regen Kontakt mit Anne und ihrem Team von Ausventure Travel - auf Deutsch, per WhatsApp, schnell, herzlich und hilfsbereit. Anne lebt seit über zehn Jahren in Australien und kennt die Region wie ihre Westentasche. 

Pünktlich und gut gelaunt werden wir gegen 7:30 Uhr abgeholt. Noch ein kurzer Stopp, dann direkt auf die Fähre und keine halbe Stunde später sind wir auf Fraser Island oder eben K’gari 🙃🙂

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Die Insel entstand vor etwa 1,2 Millionen Jahren als der Meeresspiegel aufgrund der Eiszeit so stark schwankte, dass sich riesige Mengen Sand an der Ostküste Australiens ablagerten und zu Dünen und Inseln auftürmten. 1836 führte das Schiffsunglück der Stirling Castle mit James und Eliza Fraser an Board zur Namensgebung. 

Sehr zum Leidwesen der Badjala. Sie benannten die Insel vor über Tausenden Jahren nach einer ihrer traumhaften Geschichten, in der die Göttin K’gari zur Erde wurde und für immer blieb. Ihr kulturelles Zentrum war die Gegend um den Wanggoolba Creek, den auch wir später noch besuchen.

Seit 1992 gehört Fraser Island zum UNESCO Weltnaturerbe. Die Insel ist 120 Kilometer lang, 15 Kilometer breit und ein Wunder aus Sand, Regenwald und über 100 Süßwasserseen. An manchen Stellen ist der Sand bis zu 100 Meter und die Dünen bis zu 245 Meter hoch 😲 

Deswegen ist die Insel auch nur mit einem 4x4 befahrbar. Kontinuierlich bläst der Wind neuen Sand an den sogenannten 75 Mile Beach, der sich wie ein natürlicher Highway endlos am Ozean entlangzieht. Ein Kolonialbeamter dachte, er sei 75 Meilen lang – tatsächlich sind es etwa 75 Kilometer 🤣

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Wir biegen ins Landesinnere ab und fahren mitten durch den üppigen Regenwald, wo die ältesten Bäume über 1.500 Jahre alt sind. Wie ist das möglich? Wie können so riesige, uralte Bäume auf puren Sand wachsen? 🤔

Die Natur macht es möglich: Über Jahrhunderte hat sich eine dünne Humusschicht aus abgestorbenen Blättern und Pflanzenresten gebildet, die Nährstoffe speichert. Diese werden durch speziell im Sand lebende Mykorrhizapilze an die Baumwurzeln übergeben. Und das dauerhaft feuchte Mikroklima sorgt für den Rest 👌

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Dieses weltweit einzigartige Naturwunder gibt es nur auf K’gari. Die Butchullas wussten es schon zu ihrer Zeit zu schätzen. Sie pflegten eine enge Verbindung zur Natur und nutzten die Ressourcen der Insel nachhaltig ☺️ 

Unser erster Halt ist Lake McKenzie. Der 5 bis 7 Meter tiefe See liegt auf einer undurchlässigen Schicht aus weißem Quarzsand, der ausschließlich aus Siliziumdioxid besteht. Er wird nur durch Regenwasser gespeist und ist aufgrund der natürlichen Filtration kristallklar.

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Wir erkunden erst einmal das Ufer immer mit einem Ohr lauschend, ob nicht doch ein Dingo durchs Gebüsch streift. Australiens größte Raubtiere leben wild auf K’gari. Sie sind scheu. Dennoch mahnt Andrew, unser Guide, zur Vorsicht: keine Essensreste, kein direkter Kontakt, Abstand halten.

Dingos sind Allesfresser. Auf ihrem Speiseplan stehen Vögeln, Reptilien, Fische, Insekte, aber auch kleine Säugetieren wie Wallabys und Bandicoots. Dafür legen Dingos gerne auch mal bis zu 40 Kilometer am Tag zurück 😱 

Wir genießen die lautlose Weite - zumindest, wenn die ersten Busse wieder weg sind 😉 Natürlich springt Mark ins Wasser und ich kneippe derweil ein wenig am Ufer entlang.

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Nach einer kleinen Stärkung bestehend aus Tee und Cookies geht’s weiter zur Central Station, einem ehemaligen Holzfällerlager. Um 1863 erregte die fast ausschließlich auf K’gari wachsende Satinay, eine australische Hartholzart aus der Familie der Myrtengewächse, die Aufmerksamkeit der kommerziellen Holzindustrie 🌳

Das Holz ist sehr wasserresistent und wurde unter anderem zum Bau des Suezkanals sowie zur Restauration der London Docks nach dem 2. Weltkrieg verwendet. Über 125 Jahre wurden auf K‘gari Holz gefällt 🪵

Wie gut, dass das seit 1992 ein Ende hat. Seitdem ist die Gegend Ausgangspunkt für Wanderungen entlang des Wooggoolba Creek. Wir bestaunen die Kauri Pines, uralte bis zu 50 Meter hohe Nadelbäume.

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Glücklicherweise sind ein paar nicht der Holzindustrie zum Opfer gefallen. Genauso wie die Hoop Pines, die Koniferen mit ihrer markanten, ringförmig gemusterten Rinde prägen den Regenwald rund um die Central Station. 

Wusstet Ihr, dass es Palmen gibt, die wie echte Nadelbäume aussehen? Entlang des Wanggoolba Creek wächst die elegante Cunningham oder Bangalow Palme, die nichts mit einer Palme 🌴, wie wir sie kennen, gemeinsam hat.

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Andrew lässt uns noch an Cinnamon Myrtle riechen und zeigt uns das Netz einer Rotrückenspinne, eine der giftigsten Spinnen Australiens. Schnell weg! 😳 Und wo wir gerade bei giftigen Tieren sind. Auf K’gari leben 4 der 10 tödlichsten Schlangen der Welt, darunter die Eastern Brown Snake und die Coastal Taipan 🐍 

Das Mittagsbuffet im K’gari Beach Resort bei Eurong, wo wir auch übernachten werden, ist reichlich. Die Auswahl reicht von Salat über Pasta bis hin zu Cottage Pie, Hühnchen und Curry. 

Danach geht es zurück auf den 75 Mile Beach und den Dingos, die ruhig und wachsam über den Strand streifen. Gefährlich? Auf den ersten Blick gleichen sie einem sehr schlanken Hund 🐕 

Doch der Schein trügt, insbesondere im Juli und August, wenn die 4 bis 6 Welpen pro Wurf in versteckten Bauen oder unter Baumwurzeln das Licht der Welt erblicken. Fühlt sich ein Dingo bedroht oder erspäht sein Beute, macht er kurzen Prozess. 

Auf K’gari gilt daher die Regel: Am besten mindestens zu zweit unterwegs sein und einen Stock dabei haben. Füttern oder sogar streicheln ist strikt verboten. Erwischt Euch der Ranger, wird das richtig teuer 💰

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Unser letztes Ziel: die Hammerstone Sanddüne und der smaragdgrüne Lake Wabby, eine Oase zwischen Düne und Busch. Um dort hinzugelangen, laufen wir gut 45 Minuten durch den Regenwald. 

Der Blick in die Baumkronen ist faszinierend, aber auch am Boden lohnt es sich genauer hinzuschauen. Zwischen all dem Grün wachsen zarte weiße und rosafarbene Blumen und Pilze, aber Achtung: der Red Mushroom ist hoch giftig ☠️ 

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Wir erreichen die Hammerstone Sandblow, eine der bekanntesten Wanderdüne auf K’gari. Starke, anhaltende Winde treiben den Sand mit einer Geschwindigkeit von etwa einem Meter pro Jahr westwärts und verschütten langsam den Lake Wabby - eindrucksvoll und beängstigend zugleich 😬

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Denn im Vergleich zum Lake McKenzie leben im tiefsten See der Insel zahlreiche Fischarten wie Regenbogenfisch, Wels und die seltene Honey Blue-eye. In etwa 100 Jahren ist das Vergangenheit. Womit auch die Butchulla einen weiteren Teil ihrer Geschichte verlieren. Denn für sie war Lake Wabby ein bedeutender Ort für Zeremonien und Rituale 😓 

Wir beziehen unser Zimmer im K’gari Beach Resort. Es ist einfach, aber gepflegt. Wir bestellen zwei Gläser Wein und lassen den Abend im Restaurant ausklingen. Die Linguine mit Seafood sind reichlich, an Garnelen, Calamari und Fisch wurde nicht gespart 😋

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Wir lauschen noch ein wenig dem Meeresrauschen, bevor wir einschlafen - so viel frische Luft macht müde 😴 

Wir sind noch vor dem Wecker wach. Frühstück lassen wir ausfallen. 7:30 Uhr ist nicht unsere Zeit. Mit Sack und Pack steigen wir in den Bus. Wir sind übrigens nur 8 Leute auf der Tour, was total angenehm ist 🙃🙂 

Die Sonne taucht den 75 Mile Beach in morgendliches Licht. Wir halten nach Walen Ausschau und haben Glück 🍀 Wir sehen gleich mehrere Buckelwale auf dem Weg nach Indian Head 🐋 

Die Flut sorgt dafür, dass wir ab und an die extra dafür vorgesehenen Umgehungsstraße nutzen müssen, insbesondere da wo die Küste rauer wird. Ganz ehrlich, wir sind froh, dass wir Andrew haben. Er ist routiniert und bringt uns sicher von A nach B 🙏 

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Nach gut 1,5 Stunden erhebt sich vor uns Indian Head, der östlichste Punkt von K’gari. Die Klippen bestehen nicht aus Sand, sondern aus uraltem Vulkangestein - eine Seltenheit auf K’gari 🪨

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Andrew serviert den Morning Tea direkt am Strand. Das Schöne, wir sind noch vor den Tagestouristen da und haben diese wunderschöne Bucht fast für uns allein 🤭

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Direkt dahinter, kurz vor Waddy Point liegen die Champagner Pools. Hier zischt, schäumt und glitzert es, fast wie in einem natürlichen Whirlpool. Es ist faszinierend zu beobachten, wie die Brandung über das vulkanische Gestein in die aus Felsen geformten Meeresbecken spritzt 🍾

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Die Pools laden zum Baden ein. Sie sind die einzige Stelle auf K’gari, wo es ungefährlich ist - keine starke Strömung und noch wichtiger keine Haie 🦈

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Die Badjalas nutzten die Pools als Fischfalle: Mit der Flut spülen die Wellen kleinere Haie, Rochen und Fische in die Becken. Der Rückweg ist versperrt, so das es ein Leichtes ist, sie zu fangen 😎

Wir bleiben eine gute Stunde. Schön, auch im Rahmen solch einer Tour so viel Zeit zu haben. So können wir alles in Ruhe genießen und auf die perfekte Welle warten 😃

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Auf dem Rückweg halten wir noch an den Pinnecales und das verrostete Schiffswrack der Maheno.

Die Pinnacles sind farbenprächtige Sandklippen ähnlich wie am Rainbow Beach. Der Legende nach kamen die Butchullas Frauen hierher, um zum Beispiel vor eifersüchtigen Männern Schutz zu suchen 👀

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Mindestens genauso tragisch ist die Geschichte der SS Maheno. 1905 als luxuriöses Passagierschiff gebaut, diente sie im Ersten Weltkrieg als Hospitalschiff. 30 Jahre später strandete sie auf dem Weg nach Japan während eines Zyklons auf K’gari. Seitdem rostet das Schiff vor sich hin und dient als ein Mahnmal für die Seefahrtsgeschichte in Australien ⚓️

Das Wrack wäre auf dem Hinweg aufgrund der Flut nicht so eindrucksvoll gewesen, da es nur bei Ebbe in seiner ganzen Länge zu sehen ist.

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Am Eli Creek machen wir unsere letzte Pause für den Tag. Pro Stunde fließen rund 4 Millionen Liter glasklares Wasser durch den größten Süßwasserbach der Insel. Während Mark sich einen Reifen schnappt und sich durch das seichte, kühle Wasser treiben lässt, drehe ich spontan eine Runde mit Air Fraser über K‘gari 😇 

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Der 75 Mile Beach ist einer der wenigen Orte weltweit, der als Start- und Landebahn für Kleinflugzeuge genutzt werden darf. Die Piloten der Airline benötigen eine Menge Erfahrung, denn viel Spielraum haben sie nicht. 15 Minuten dauert der spektakuläre Flug über die Insel ✈️

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Der Blick auf die riesigen Sanddünen und die tiefblauen Seen inmitten der dichten Regenwälder ist atemberaubend. Dazu die endlose Küste mit der Kombination aus grünem Buschland, weißem Strand und dem türkisfarbenen Meer - großartig ☺️

Das absolute Highlight: Direkt nach dem Start entdecken wir einen weiteren Buckelwal, der auf dem Weg in den Norden ist 🥰

Dieses unvergessliche Erlebnis kostet 100 AUD und kann spontan gebucht werden. Das Flugzeug hat Platz für 7 Personen - Fensterplatz garantiert.

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Bevor wir die Rolle rückwärts machen, gibt es noch ein Sandwich, Cookies und Muffins. Bei Ebbe fährt sich der 75 Mile Beach tatsächlich wir eine Autobahn. Lediglich, wenn einer der Bäche ins Meer müdet, ist Vorsicht angesagt. Wir sind schneller an der Fähre als gedacht 😜

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Sucht bitte nicht nach einen Fähranleger, oder ähnlichem. Sand ist das Stichwort. Wir fahren an allen Landrovern & Co. vorbei, denn als Bus haben wir Vorfahrt 😜

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Gegen 17 Uhr sind zurück wir in Rainbow Beach. Während die Sonne untergeht, gönnen wir uns einen Drink auf unserer Terrasse 🥃 Und dann geht’s in den Rainbow Beach Surf Club. Mark entscheidet sich fürs Schnitzel Carlo. Ja, es heißt tatsächlich Schnitzel. Es ist mit Tomatensauce, Avocado und Garnelen getoppt und anschließend mit Käse überbacken. Ich nehme das Rumpsteak 🥩

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Jetzt wollt Ihr vermutlich wissen, ob es die bessere Wahl zu Mark’s Geburtstag gewesen wäre, oder? Sagen wir mal so: Es ist ein unprätentiöser Ort mit gutem Essen - kein Fine Dining 😜 Dafür hatten wir 2 wunderschöne Tage auf K‘gari, was wollen wir mehr!