Wir begeben uns auf die Spuren von Mary Poppins und probieren den besten Rum Australiens.

Wir haben uns sicherheitshalber den Wecker gestellt, denn vor uns liegen rund 300 Kilometer. Geweckt werden wir etwas früher, zum einen von der Sonne, zum anderen von den Vögeln, die auf unserem Balkon Krach machen. Und tatsächlich sitzen mehrere Gelbhaubenkakadus auf der Brüstung. Keine Ahnung, was sie hoffen zu bekommen. Auf jeden Fall lassen sie sich in Ruhe fotografieren 😂

Irgendwann ziehen sie gelangweilt haben und auch wir starten. Unsere erste Etappe führt bis nach Maryborough, einer Stadt mit Geschichte, die sich in der Vielzahl an historischen Gebäuden rund um die Kent Street widerspiegelt.

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Stellt Euch vor, in diesem kleinen, am Mary River gelegenen Ort wurden im späten 19. Jahrhundert Gold verladen sowie die erste Zuckerfabrik, Schiffe und Eisenbahnlokomotiven gebaut 😲

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Doch was ist daraus geworden? Viele der viktorianischen Gebäude in Maryborough, der Stadt, die auch als Heritage City bezeichnet wird, stehen leer. Die Gründe sind leider nachvollziehbar: wirtschaftlicher Wandel und Bevölkerungsrückgang durch den Wegfall der Industrie und fehlende Investitionen für den Erhalt der oft kostenintensiven Bausubstanz 😓

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Doch es gibt noch einen anderen Grund nach Maryborough zu kommen: Mary Poppins. Nicht sie selbst, sondern ihre Schöpferin, Pamela Lyndon Travers, wurde hier geboren 🥰

Für Fans der Geschichte rund um das berühmte Kindermädchen ist der Besuch dieses Städtchen mit seinen knapp 30.000 Einwohnern ein Muss 📖

Die Mary Poppins Statue steht an der Kent und Ecke Richmond Street, direkt vor dem Gebäude, in dem die Autorin 1899 zur Welt kam. Heute widmet sich das darin befindliche Museum als „Story Bank“ ihrem Erbe. Und wer besonders aufmerksam durch die Straßen läuft, entdeckt ab und an auch Ampeln mit Mary Poppins Motiven 🌂

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Wunderschön ist auch der Queens Park mit seinen riesigen Feigenbäumen. Auch er existiert bereits seit 1860 und zählt damit zu den ältesten Parks in Queensland ☺️

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Wir entscheiden uns für ein spätes Frühstück im Alowishus Delicious mit Egg Bennies, wie die Aussies Egg Benedicts liebevoll nennen, und einem gegrillten Toast mit Süßkartoffeln, Zwiebeln, Spinat, Käse und Pesto 😋

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Für später kaufen wir noch ein paar süße Teilchen in der Bäckerei French Hot Bread. Die Auswahl ist grandios und fällt echt schwer 😃

Weiter geht es Richtung Bundaberg, eine der größten Städte der Region mit knapp 100.000 Einwohnern. Na, klingelt es bei dem Namen? Kleiner Tipp: Die Stadt lebt von Zuckerrohr und dessen Verarbeitung - nicht nur zu Rum, sondern vor allem zu Ginger Beer. Wie gut, dass wir beides mögen 😉

Ingwerplantagen 🫚 können wir auf den ersten Blick nicht erkennen, dafür aber riesige Ansammlungen von Macadamia 🌰 und natürlich Zuckerrohr, schließlich ist Erntezeit.

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Wir machen Halt bei der Bundaberg Rum Distillery, der wohl berühmtesten Destillerie des Landes 🇦🇺 Seit 1888 wird hier Rum aus der Melasse des umliegenden Zuckerrohrs gebrannt und in riesigen Fässern gelagert.

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Während der geführten Tour erfahren wir, dass in der Bundaberg Rum Destillery bis zu 10 Millionen Liter Melasse lagern. Diese stammt direkt aus der Zuckerfabrik nebenan. Warum diese Mengen? 

Ganz einfach: Um ganzjährig produzieren zu können, da Zuckerrohr in Australien nur von Mai bis November geerntet werden kann. Und für 1 Liter Rum werden etwa 1,2 bis 1,5 Liter Melasse benötigt, abhängig von der Rezeptur und dem Zuckergehalt.

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Wusstet Ihr, dass Rum nur aus 3 Zutaten besteht? Melasse, Hefe und Wasser sind das Geheimnis 🤫 Und tatsächlich ist es die Hefe, die für den charakteristischen Geschmack des Bundaberg Rums sorgt.

Sie wurde speziell für die Destillerie kultiviert und sorgt für eine kontrollierte Fermentation: In nur 36 Stunden vergärt der Zucker in der Melasse in Alkohol und lässt die gewünschten Aromastoffe entstehen.

Danach wird die Maische erst in einem Brennapparat destilliert und anschließend der entstandene Rohbrand in einer großen Pot Still, einem meist aus Kupfer gefertigten Kessel verfeinert. Doch auch dann ist der Rum noch lange nicht fertig 🥴

Mindestens 2 Jahre muss er reifen. In Bundaberg tut er das in außergewöhnlich großen ausgebrannten Fässern aus amerikanischer Eiche. Diese fassen jeweils bis zu 75.000 Liter 😳

Es geht natürlich auch eine Nummer kleiner. Die sogenannten Small Batch entstehen, indem der erfahrene Master Blender, in Bundaberg ist es eine Frau, ausgewählte, oft mindestens 8 Jahre gereifte Rums aus verschiedenen Fässern wie Brandy-, Cognac-, Sherry oder Portwein in kleinen Mengen miteinander vermählen 🤭

Diese handwerkliche Herstellung sorgt für ein besonders komplexes und fruchtiges Geschmacksprofil mit Aromen von Vanille, Honig, Karamell und Gewürzen. Jede Abfüllung ist auf bis zu 30.000 Flaschen limitiert und hebt sich deutlich von den Standardabfüllungen ab 👌

Genau das werden wir jetzt probieren 🥃  Doch ganz ehrlich, der Bundaberg Rum ist nicht unserer - weder das Original, noch der Small Batch Spiced. Vielleicht liegt es an seiner kräftigen, melassig-malzigen Note, vielleicht am Holz. Für die Australier mag „Buddy“ eine Ikone sein, wir bleiben dann doch lieber beim Gin, zumindest in Australien 🇦🇺

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Vielleicht hätten wir doch unseren eigenen Rum kreieren sollen, auch das ist in der Bundaberg Destillery möglich. „Blend Your Own Rum“: immer Montag bis Donnerstag von 13 bis 15 Uhr, unbedingt vorab reservieren!

Gleich um die Ecke liegt Bundaberg Brewed Drinks, die Heimat des legendären Ginger Beers 🫚 Der Unterschied? Es wird nicht aromatisiert, sondern aus echtem Ingwer, Wasser und Zucker gebraut. 3 Zutaten, die anschließend fermentiert, gefiltert und pasteurisiert werden. So erhält es seine Tiefe und leichte Schärfe und wir eine echte Erfrischung. Ein Klassiker, der auf keiner Reise fehlen darf! Wir kaufen ein paar Flaschen für den nächsten Gin Mule 🤪

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Wäre heute Freitag oder Samstag hätten wir noch einen Stop beim Pocket Storehouse eingelegt, ein Muss für Sauerteigbrot und Cinnamon Scrolls. So fahren wir direkt nach Agnes Water und lassen den Abend bei selbstgemachten Käsesandwiches 🧀 und Rotwein🍷 ausklingen.

Mark optimiert noch die Bilder von Fraser Island und ich bereite den nächsten Blogbeitrag vor - perfekte Arbeitsteilung und ein Abend füllendes Programm. Freut Euch drauf, was noch alles kommt, wir sind auf jeden Fall begeistert 😊