In Babinda warten neben guten Pies und zwei Kajaks vor allem die Boulders und die Josephine Falls auf uns.
Der Wecker klingelt im 6:30 Uhr. Schauen wir doch mal, ob es sich für den Sonnenaufgang lohnt, aufzustehen … nicht wirklich 😳
Noch sind zu viele Wolken am Himmel, die sich hoffentlich bis Babinda verzogen haben. Schließlich wollen wir eine Kajaktour machen ⛅️
Wir haben Glück 🍀 Mit der Zeit bahnt sich die Sonne immer mehr einen Weg durch die Wolken und Nebelfelder, die die Landschaft rund um Babinda mystisch wirken lassen.


Das kleine Zuckerrohrstädtchen südlich von Cairns liegt am Fuße zweier Giganten: dem 1.622 Meter hohen Mount Bartle Frere, dem höchsten Berg Queenslands, und seinem kaum kleineren Bruder, dem Mount Bellenden Ker - beide leider gerade hinter Wolken versteckt 😶🌫️
Gemeinsam sorgen sie für eine dramatische Kulisse und extreme Wetterlagen. Mit bis zu 8.000 Millimetern Regen pro Jahr zählt Babinda zu den regenreichsten Orten Australiens. Zum Glück herrscht im Juli Trockenzeit 🙏
Ohne Umwege geht es direkt zur Babinda Bakery. Sie ist ein beliebter Anlaufpunkt und berühmt für ihre herzhaften Pies und süßen Teilchen. Wir decken uns mit Proviant ein, falls die Kajaktour länger dauert 😉
Ihr lest richtig, unser nächsten Abenteuer steht an: eine Kajaktour auf dem Babinda Creek. Um Euch gleich mal zu beruhigen, Krokodile 🐊 gibt es in dem Abschnitt, wo wir unterwegs sind nicht. Wir können nur auf Schildkröten 🐢, Schnabeltiere und Fische 🐟 hoffen.
Der Babinda Creek ist ein glasklarer, sanft fließender Fluss, der sich ruhig durch die Landschaft schlängelt, teils im Schatten hoher Bäume. Er ist ideal für Einsteiger und insbesondere der erste Abschnitt ist fast schon meditativ.





Wir haben unsere Kajaks bei Babinda Kayaking, einem lokalen Anbieter, gemietet. Die Halbtagestour kostet 50 AUD pro Person. Auf anraten der Profis sind wir in Single Kajaks unterwegs. Diese lassen sich viel leichter steuern als ein Doppelsitzer 🙃🙂
Die Kajaks sind auch viel stabiler als die, mit denen wir in Agnes Water mit 1770 Liquid Adventures unterwegs waren. Das ist auch gut so, denn der Fluss ist derzeit gut einen halben Meter flacher als üblich. Wir können froh sein, dass es die letzten Tage geregnet hat 😅




Die etwa 9 Kilometer lange Strecke führt uns stromabwärts durch tropischen Regenwald, vorbei an kleinen Stränden und über sanfte Stromschnellen. Die Spiegelungen auf dem Wasser sind magisch - ein wirklich toller Start in den Tag 😊




Er erinnert uns ein wenig an die Tour, die wir im Mai mit Elke und Lemmy gemacht haben. Das war auch ein wunderschöner Tag - 9 Kilometer auf der Wümme, allerdings mit einem Kanu 🛶
Insbesondere der erste Abschnitt lädt dazu ein, sich einfach treiben zu lassen, so schön ist die Landschaft. Dennoch bleiben wir wachsam, denn immer wieder liegen umgekippte Bäume im Wasser. Und wer nicht aufpasst, setzt auf


Ab und an begleiten uns ein paar Fische. Ein Schnabeltier lässt sich leider nicht blicken, wobei ich mir die Frage stelle, schwimmt es eigentlich mit uns stromabwärts oder stromaufwärts 🤔
Nach etwa zwei Stunden erreichen wir die erste Brücke, zunächst die Eisenbahntrasse, dann den Bruce Highway. Einige Flusswindungen später, kurz vor dem Ende der Tour springt Mark ins Wasser. Ich kann ihn verstehen, es ist wirklich nicht ganz so kalt 😎
Die letzten 4 Kilometer sind wie im Flug vergangen. Vermutlich war die Strömung stärker und hat mehr Schützenhilfe geleistet. Am Ziel angekommen, genügt ein Anruf und die Jungs von Babinda Kayaking holen uns samt Ausrüstung ab. Die Organisation ist unkompliziert und wie so oft begegnen uns die Aussies mit entspannter Herzlichkeit. Danke Babinda Kayaking für dieses großartige Erlebnis 🥰




Nach dem Paddelerlebnis stärken wir uns erstmal mit den gekauften Pies und einem Dirty Chai Latte. Diesmal haben wir uns für Lamm mit Rosmarin und Hühnchen mit Brie und Cranberries entschieden 🥧


Danach zieht es uns weiter zu den Babinda Boulders, einer eindrucksvollen Schlucht mitten im Regenwald. Große, vom Wasser glatt geschliffene Granitfelsen liegen eingebettet im dichten Grün. Ein Ort, der tief mit der Kultur der Wanyurr Majay People verbunden ist.
Unser erstes Ziel ist der Wasserfall. Doch nach ein paar Metern stellen wir fest, den auf Maps.me eingezeichneten Weg gibt es nicht mehr. Scheinbar ist er zugewachsen. Klar, wir könnten ihn jetzt suchen, aber dafür müssten wir fast hüfthoch durchs Wasser … nein Danke 🙂↔️




Dann nehmen wir eben den gut ausgebauten Rundweg zum Boulder Gorge Lookout. Die rund 700 Meter führen durch den Wald zu einer Serie von Kaskaden, in denen der Babinda Creek über und zwischen riesigen Granitfelsen hinabstürzt. Die Kraft des Wassers ist beeindruckend. Kein Wunder, der Creek wird vom Hochlandregen rund um den Mount Bartle Frere gespeist und fließt klar durch die Schlucht.






Ein besonders eindrucksvoller Abschnitt ist der Devil’s Pool: wunderschön, aber auch berüchtigt. Schon eine Legende der Wanyurr Majay warnt vor diesem Ort, an dem mehrfach Menschen ums Leben gekommen sind. Dabei warnen Hinweisschilder eindringlich vor der Strömung 😱





Ein gutes hatte die Suche nach dem Weg zum Wasserfall. Wir entdecken den Hippy Pool, der zum Baden einlädt und nicht so überlaufen ist wie die Badestelle an den Boulders selbst. Mark erfrischt sich, während ich den Blick aufs Wasser und die Ruhe genieße 🤫




Da das Wetter noch hält, was es verspricht: Sonnenschein und angenehme Temperaturen, machen wir noch einen Abstecher zum Wooroonooran Nationalpark, ein geschütztes Regenwaldgebiet von über 1.100 Quadratkilometern, welches nur gut eine halbe Stunde entfernt ist.
Direkt am Eingang befinden sich die Josephine Falls, ein mehrstufiger Wasserfall am Fuß des Mount Bartle Frere. Der nicht mal 1 Kilometer lange Weg führt wie so oft durch dichten Regenwald. Unten angekommen, zeigt er sich von seiner besten Seite. Das Wasser fließt über moosige Felsen und Granitstufen den Hang hinab, formt kleine Becken und eine Wasserrutsche, die bei Einheimischen und Reisenden gleichermaßen beliebt ist 😲





Später als gedacht checken wir in unserer Unterkunft, dem Babinda Quarters, ein. Das renovierte, historische Gebäude mit einer coolen Mischung aus Alt und Neu ist wunderschön. Jedes Zimmer ist mit sehr viel Liebe zum Detail gestaltet. Auch die Gemeinschaftsräume und der Garten laden zum Verweilen ein. Schon allein dafür - und für die Pies - lohnt sich Babinda 😊





In Australien rechnen wir wirklich mit allem: Spinnen 🕷️, Schlangen 🐍, Krokodilen 🐊, aber mit Blutegeln nicht wirklich. Tatsächlich hat sich einer an meiner Ferse festgesaugt 😳 Mark war extra am Golden Hole nicht baden und mich befällt so ein fieser Möpp während wir nach Krokodilen Ausschau halten.




Den Abend lassen wir in der Babinda Taverna ausklingen. Die Atmosphäre entspricht wie so oft einer Mischung aus Kneipe und Pub. Zum Glück können wir draußen sitzen 🙏 Die Auswahl fällt uns diesmal echt schwer, nehmen wir die Gnocchi mit Ragout, das Risotto mit Kürbis, die Fettucine mit Meeresfrüchten, den Barramundi in Zitrone, das Lammkarree in sizilianischer Minzsauce oder doch wieder ein überbackenes Schnitzel?
Nichts von alle dem 🤣 Wir starten erstmal mit einem Limoncello und genießen dann zwei traumhafte Gerichte: ein in der Pfanne gebratenes Hähnchenfilet mit sautierten Pilzen, geräuchertem Speck, Trüffel und Spinat in einer cremigen Sauce sowie ein Entrecôte vom lokal aufgezogenen, grasgefütterten Rind aus den Tablelands getoppt mit Garnelen und Calamari, beides serviert auf Kartoffelpüree und saisonalem Gemüse.




Babinda mag klein sein, doch die Vielfalt ist groß: kulinarisch, landschaftlich, atmosphärisch. Auf diesen unvergesslichen Tag stoßen wir noch mit einem Glas Weißwein an 🍇
Schon wieder ist fast eine Woche um. Was liegt noch vor uns? Sprühende Wasserfälle und eine Villa, die uns einen Moment lang innehalten lässt.