Das absolute Highlight unserer Auszeit steht an. Wir fliegen nach Bora Bora, dem Südseetraum par excellence.
Nach 3 intensiven Tagen auf Moorea fällt der Abschied schon etwas schwer, doch der Gedanke an Bora Bora macht es leichter. Wir geben unseren Mietwagen ab und Air Tahiti bringt uns in nur 45 Minuten auf die vielleicht berühmteste Insel des Südpazifiks 🌴




Die Erwartungen sind groß, denn ich, Mark, habe schon so viele tolle Bilder von diesem Paradies gesehen. Sie gaben den Anstoß, bei dieser Auszeit auf jeden Fall auch Französisch-Polynesien und die Perle der Südsee zu besuchen.
Wie oft habe ich einfach nur „Bora Bora“ zu Julia gesagt und gegrinst wie ein Honigkuchenpferd, ob der Erwartungen auf diesen tollen Teil der Reise. Und aus diesem Grund lade ich meine süße Frau nicht nur hierhin ein, sondern schreibe auch die Blogbeiträge: Maeva Bora Bora 🥰
Eines der Highlights ist definitiv der Blick von oben. Deswegen habe ich vorher auch intensiv recherchiert, auf welcher Seite wir im Flieger sitzen sollten. Bei Air Tahiti werden keine Sitzplätze vorgegeben, es gilt: first come first serve, also früh anstellen fürs Boarding und dann wähle ich beim Einstieg die linke Seite 🛩️
Beim Anflug merken ich, wir umfliegen Bora Bora im Uhrzeigersinn. Mist, wir sehen links nur das Meer. Da der Flieger nicht voll ist, wechsele ich schnell auf die rechte Seite, werde aber sofort von der Stewardess angezählt, ich müsse zurück auf meinen alten Platz. Für die Stabilität des Flugzeugs sind nämlich auf beiden Seiten Sitzplätze blockiert, damit nicht alle sich die schöne Seite aussuchen und es ein Ungleichgewicht gibt 😕
Ich ignoriere das einfach und mache schnell ein paar Fotos. Der Blick ist mega auf die türkisfarbene Lagune, den dunkelgrünen Vulkankegel des Mount Otemanu und die Motus, die wie ein schützender Kranz um die Hauptinsel liegen.
Bora Bora ist winzig. Gerade mal 38 Quadratkilometer misst die Hauptinsel, die von einer mehr als doppelt so großen Lagune umgeben und durch ein Außenriff geschützt ist. Ich schaue aus dem Fenster und denke: Ja, genau so soll’s aussehen 😊




Der Name „Bora Bora“ stammt eigentlich aus dem Tahitianischen „Pora Pora“, was so viel bedeutet wie „Erstgeborene“. Der britische Seefahrer James Cook war einer der ersten Europäer, der die Insel 1769 beschrieb und damit den Grundstein für ihren spätere Mythos legte.
Kurz vor der Landung ermahnt mich die Stewardess noch einmal. Dieses Mal folge ich brav ihrer Anweisung und kehre zu meinem alten Sitzplatz zurück 🙂🙃




Vom Flughafen auf dem Motu Mute, eine der etwa 30 kleinen Koralleninseln, die das Riff säumen, bringt uns eine Fähre über das leuchtend klare Wasser zur Hauptinsel nach Vaitape 🛥️




Kaum vorstellbar, dass Bora Bora im Zweiten Weltkrieg ein strategischer Militärstützpunkt der USA war mit Landebahn, Versorgungsschiffen und Kanonenstellungen. Einige rostige Relikte stehen wohl noch im Dschungel 🇺🇸
Auch waren es die Amerikaner, die 1942 die erste Landebahn in ganz Französisch-Polynesien bauten, womit sie eine wichtige Voraussetzung für die ärztliche Versorgung der Insel schafften 🇵🇫
Die Taxifahrerin wartet schon und fährt uns zu unserer Unterkunft für die nächsten Tage: Fare Luna. Kein Wasserbungalow, keine Hotelanlage, sondern ein modernes, ruhiges Haus mit eigener Küche, viel Platz und dem Luxus, abends einfach die Tür zuzumachen und seine Ruhe zu haben 😌
Wer Lust hat, kann gerne vorbeikommen. Wir hätten noch ein Schlafzimmer frei Welches nehmen wir denn bloß? Die Wandbilder sind beide beeindruckend 😉





Wir schnappen uns die Fahrräder - ja, auch die sind inklusive - und radeln die 3 Kilometer bis zum Bora Bora Beach Club am Matira Strand. Als hätten wir es geahnt, die Happy Hour ist noch bis 18 Uhr 🕕
Die können und wollen wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Wir bestellen eine Pina Colada und einen Old Fashioned und machen es uns in den Sitzsäcken bequem. Endlich, die Füße im Sand … Das erzeugt bei uns immer ein ganz besonderes Urlaubsgefühl 🦶 Der Sonnenuntergang ist nicht spektakulär, aber trotzdem ist es schön, den Tag so ausklingen zu lassen.


Zum Abendessen haben wir uns das Lucky House ausgeguckt. Das Restaurant ist etwas schicker, wir fühlen uns sofort wohl und entscheiden uns für das Stirloin Steak und das Mahi Mahi Filet mit Vanillesauce. Zum Dessert gibt es einen Café Gourmand. Sobald Julia das auf der Karte entdeckt, ist eigentlich immer klar, dass wir das bestellen 😅
Zurück in der Unterkunft trinken wir noch einen Rhum Arrangé Vanille von Manutea, den wir von Moorea mitgebracht haben. Sehr lecker, fast so gut wie der mit Mango aus La Réunion 🥃




Die Wettervorhersage ist so lala, hoffentlich kann Julia noch was ausrichten. Wir wollen doch die Lagune von Bora Bora bei Sonne erkunden. Wir tragen ordentlich Sonnencreme auf, ziehen unsere UV-Shirts und Badesachen an und schnappen uns die aufgeladene Unterwasserkamera 📷
Wir satteln die Räder und fahren zum Hotel Royal Bora Bora. Die Abholung zur Schnorcheltour erfolgt direkt per Boot. Da wir keinen eigenen Bootssteg haben, ist das der nächstgelegene.
Wir umfahren die Hauptinsel und sammeln noch weitere Teilnehmer ein. Dabei durchqueren wir die Lagune in all ihren verschiedenen Blautönen. Sie ist Heimat von mehr als 700 Fischarten. Und auch wenn sich die Sonne hinter den Wolken versteckt, stört das beim Schnorcheln aufgrund der geringen Wassertiefe nicht wirklich 🙏


Unser erster Stopp ist der Shark Point. Er ist nicht nur bei andere Booten, sondern auch bei den Riffhaien sehr begehrt. Kaum sind wir im Wasser, ziehen sie ihre Bahnen - kreuz und quer, ohne sich an uns zu stören.
Die geringe Wassertiefe lädt dazu ein, sich einfach hinzustellen und zu warten oder sich mit Maske und Schnorchel ins Wasser legen. Es ist schon ein unheimliches, aber auch beeindruckendes Gefühl, wenn die Haie so nah an uns vorbei schwimmen 🤿




Die Schwarzspitzenriffhaie werden bis zu 1,60 Metern groß, wobei die weiblichen meist größer als die männlichen Haie sind. Sie sind neugierig und dennoch scheu. Eine zu schnelle Bewegung und zack, weg sind sie. Ab und zu taucht auch ein Stachelrochen oder der eine und andere Fisch auf, doch dieser Spot gilt eindeutig den Haien 🦈




„Alle Mann wieder an Board?“, fragt unser Kapitän, nachdem er das Boot gestartet hat 😂 Weiter geht’s in tiefere Gewässer. Wir sind auf der Suche nach Adlerrochen. Sie bevorzugen Wassertiefen bis zu 30 Metern. Als Schnorchler kommen wir ihnen daher nicht so nahe - und das ist auch gut so.
Wenn sich die Adlerrochen erschrecken, kann das zu unvorhersehbaren Reaktionen führen. Obwohl sie selten aggressiv sind, besitzen sie dennoch einen Stachel. Wir folgen ihnen für einen kurzen Moment und genießen den Anblick dieser faszinierenden Tiere. Wie schon auf Moorea sind sie in größeren Gruppen unterwegs und gleiten in einer Art Formation durchs Wasser 😃


Ein weiteres Highlight unsere Lagunentour auf Bora Bora sind die Mantarochen. Sie werden bis zu 7 Meter groß, womit sie die Größten ihrer Art sind. Ihre übergroßen Brustflossen am Kopf, mit denen sie so graziös durchs Wasser gleiten, sind beeindruckend ☺️
Als wir am Spot ankommen, ist nur noch ein weiteres Boot da. Ich bin der Erste im Wasser, werde aber vorerst nicht fündig 😢Julia und der Rest der Gruppe warten ab, denn die Mantas bewegen sich sehr schnell und sind nicht ganz so ortsverbunden wie die Stachel- oder Adlerrochen.
Auf einmal entdecke ich einen Mantarochen. Was für ein Anblick! Ich schalte schnell die Unterwasserkamera an und schaffe gerade so einen Schnappschuss, bevor sich dieses elegante Tier wieder verabschiedet - wow 😲

Ich signalisiere dem Rest der Gruppe, dass ich fündig geworden bin. Die, die schwimmen können, kommen ins Wasser. Allerdings bleibt es bei diesem einen, kurzen Moment.
Wir steuern daher schnell den letzten Schnorchelspot an, den Coral Garden. Der Name ist kein Marketinggag, sondern eine ziemlich exakte Beschreibung dessen, was wir sehen:
Die Korallen sind bunt, gesund und lebendig, viel schöner als auf Moorea. Sie reichen oft sehr nah an die Wasseroberfläche. Daher ist beim Schnorcheln hier besondere Vorsicht angesagt, um sich nicht an den scharfen Kanten der Korallen zu verletzen oder gar in eine der Riesenmuschel zu fassen 🪸






Dazwischen tummeln sich Falterfische wie der Zitronenfalterfisch, der Pazifische Rippenfalterfisch oder der Perlenfalterfisch. Auch eine Witwendrückerfisch schwimmt mir vor die Linse. Wir sind mittendrin. Das Wasser ist flach, ruhig und glasklar. Es ist, als schnorcheln wir durch ein Aquarium 🐠




So viele Riesenmuscheln haben wir bisher selten auf einem Fleck gesehen, schon gar nicht in so vielen verschiedenen Farben. Sie können über 100 Jahre alt werden und tragen mit ihrer Filterfunktion zur Wasserreinigung und Gesundheit des Riffs bei - was für ein Anblick 🙃


Besonders gut lassen sich die Soldatenfische beobachten. Sie stehen gefühlt stramm im Wasser und bewegen sich so gut wie gar nicht. Der gepunktete Igelfisch hingegen versteckt sich gern in den Korallen, obwohl er vor mir nun wirklich keine Angst haben muss, oder? 🤭




Es ist so schön, dass ich mich kaum loseisen kann. Ich entdecke noch einem Zitronenzwergkaiserfisch, den Perlhuhnkugelfisch, den Hardwicks Lippfisch und den Sträflingsdoktorfisch - danke Google Lens für die ganzen Namen 🤫




Irgendwann schaue ich mich um und stelle fest, dass ich der letzte im Wasser bin und Julia mich zurück zum Boot winkt. Egal, ich widme mich dennoch einem Schwarm von Doppelsattelfalterfischen unter dem Boot, die besonders schön anzusehen sind.


Zurück auf dem Boot wird schnell klar, dass wir bald von oben nass werden. Ramon gibt Gas, um das Regengebiet schnell zu durchqueren und zum Motu zu gelangen, wo das Mittagessen auf uns wartet. Die Fahrt ist entsprechend etwas ruppiger, windig und nass 🌧️


Da das Motu genau auf der anderen Seite der Lagune liegt und der Regen nicht aufhören will, sinkt die Laune etwas 😓 Endlich erreichen wir das Ziel. Wir sind froh, Unterschlupf zu finden und die nassen Klamotten gegen trockene tauschen zu können.





Schnorcheln macht hungrig und das Mittagsbuffet sieht verlockend aus. Wir lassen den Reis links liegen und bevorzugen etwas mehr von der Ceviche sowie dem gebratenen Hühnchen und Mahi Mahi. Dazu gibt es Taro und Topiaka als Gemüse sowie frisches Kokosbrot. Natürlich darf auch der Nachtisch nicht fehlen. Neben frischer Ananas und saftiger Melone wird ein Bananenpudding serviert 😋
Als der Regen nachlässt, spielt Ramon etwas auf seiner Ukulele und zeigt uns, wie in Polynesien Kokosnüsse geöffnet, geraspelt und durch Pressen die Kokosmilch gewonnen wird - natürlich alles mit einer großen Portion Humor.




Während Ramon die ersten Gäste ins Westin zurückbringt, entspannen wir noch etwas auf dem wunderschönen Motu. Ich trockne die Handtücher im Wind 💨 und Julia lässt sich von der Neugier eines kleinen Mädchens aus Arizona anstecken, die mit einem Krebs spielt.
Dabei stellen beide fest, dass Krebse scheinbar einiges tragen können, denn beim Anheben vom Sand krallen sie sich an Steinen fest, die größer sind als sie selbst 😎






Irgendwann ist es auch für uns Zeit, Abschied zu nehmen. Zurück auf der Hauptinsel stoppen wir noch kurz im Tiara Supermarkt. Wir versorgen uns mit Getränken und frischen Thunfischsteaks 🐟 zum Abendessen.
Schließlich wollen wir auch unsere Unterkunft ein bisschen ausgiebiger genießen und ein schöner Sonnenuntergang ist eh nicht zu erwarten. So gibt es erstmal einen selbst zusammengestellten Café Gourmand mit Macadamia Nüssen aus Australien, einer Matcha Waffel aus Südkorea, Keksen von Air Tahiti, Cantuccini aus Südkorea und einem Espresso - irgendwie hat sich über die Zeit einiges angesammelt 🍪


Wir stoßen mit einem Rum auf den Tag und alles, was noch kommt, an. Hoffen wir dass die Wettervorhersage nicht stimmt und Julia ihre Waltour genießen kann 🙏