Wir erkunden die Lagune und hoffen auf Schildkröten, Stachelrochen und Riffhaie.

Früh am Morgen nehmen wir das Kajak und paddeln entlang des Ufers durch die flachen Gewässern der Lagune. Zuerst steuern wir ein kleines Motu an und hoffen auf die ersten Babyhaie. Das Wasser ist ruhig, glasklar 🛶

Moorea 151Moorea 121Moorea 120Moorea 124

Das Wasser ist so flach, dass wir die kleine Koralleninsel zu Fuß umrunden anstatt mit dem Kajak. Schließlich wollen wir keine Korallen verletzen. Die Motus sind aus den Ablagerungen des Riffs hervorgegangen, viele bieten naturbelassene Lebensräume und sind wie dieses unbewohnt. 

Ebbe und Flut spielen für das empfindliche Ökosystem eine große Rolle. Während der Ebbe reichen die Korallen an manchen Stellen in der Lagune nur bis wenige Zentimeter unter die Wasseroberfläche. Wer nicht aufpasst, riskiert Verletzungen 🙃🙂

Die Flut bringt neues, frisches Wasser und Nährstoffe in das Riffsystem. Damit sorgen die Gezeiten für einen ständigen Wandel und eine dynamische Balance in der Lagune 👌

Moorea 122Moorea 125Moorea 123Moorea 126

Wir entdecken nur ganz kleine Fische, dennoch sind die Blautöne des Wassers in Kombination mit den schwarzen Lavasteinen und den Korallen wunderschön anzusehen.

Als Nächstes stoppen wir am Strand in Höhe von Captain Taina und versuchen auf eigene Faust Schildkröten und Adlerrochen zu entdecken. Keine Chance, die Strömung ist zu stark 😢

Moorea 210Moorea 212Moorea 127Moorea 128Moorea 129

Wir setzen über zum Motu Fareone und plötzlich entdecken wir einen Stachelrochen, der ganz gemütlich seine Runden dreht. Was für ein schönes Tier. Er hat eine Spannweite von gut 1,5 Metern und lässt sich von uns überhaupt nicht stören 😎

Moorea 130Moorea 131Moorea 132Moorea 147

Nur schwer eisen wir uns los und schauen noch am Coral Garden vorbei, der zwischen den Motus Fareone und Tiahura liegt. Ganz ehrlich, viel gibt es nicht zu sehen außer ein paar Korallenfische 🐠

Moorea 135Moorea 140Moorea 141Moorea 142

Wir wollen schon fast aufgeben, als plötzlich ein paar Schwarzspitzenriffhaie auftauchen und uns im seichten Wasser Gesellschaft leisten. Was für beeindruckende Tiere. Am besten lassen sie sich im Stehen beobachten 👀 

Moorea 146Moorea 143Moorea 144Moorea 137

Es ist schon fast Mittag. Während einige Touren auf den Motus den Lunch servieren, essen wir unsere gekauften Wraps mit Hühnchen 🍗 Hätten wir nicht für abends schon einen Tisch reserviert, wären wir sicher ins Coco Beach Restaurant gegangen.

Die französisch-polynesische Küche gehört zu den Besten: Der Fisch wird fangfrisch und stilvoll serviert. Das Restaurant liegt auf dem Motu Tiahura und der Bootstransfer ab Plage des Tipaniers ist bei einer Reservierung inklusive 👍

Wir machen uns auf den Rückweg. Inzwischen ist das Wasser gestiegen, so dass es uns viel leichter fällt, uns einen Weg durch die Korallen zu bahnen. Dennoch ist das mit dem Kajak fahren immer so eine Sache, insbesondere wenn es ein Doppelkajak ist. Da sind wir uns ab und an uneins 😬

Moorea 148Moorea 145Moorea 149Moorea 138

Am frühen Nachmittag sind wir zurück und chillen den Rest des Tages am Pool. Natürlich nicht, ohne uns ein Eis und einen Cappuccino bei Les Sorbets De Moorea zu holen. Schließlich sind es gerade mal 150 Meter bis dahin. Wir laufen natürlich 🤣

Moorea 213Moorea 214Moorea 152

Das Leben kann so schön und einfach sein, selbst wenn noch ein Blogbeitrag auf uns wartet. Da bleiben wir einfach mal ganz entspannt, dass Wochenende ist ja noch nicht vorbei.

Ach übrigens, sind wir durch den Flug über die Datumsgrenze jetzt 12 Stunden hinter Euch. Das heißt, ich rufe meinen Papa aus Moorea um 20 Uhr an, um ihn pünktlich morgens um 8 Uhr in Deutschland zu wecken 🤫 

Sagen wir so, ich würde es tun. Doch wir haben einen Tisch im Le Lézard Jaune reserviert. Das Restaurant ist auf Google mit einer 4,6 bewertet, weswegen es echt schwierig ist, Donnerstag bis Sonntag einen freien Platz zu ergattern.

Um so mehr genießen wir das Abendessen mit einem Ti Punsch und 2 verschiedenen Fischfilets, die mit einer Kokos-Curry-Sauce und einer Beilage nach Wahl, in unserem Fall Taro mit Gemüse sowie Salat, serviert werden 😋 

Wir gönnen uns auch noch ein Dessert. Die Kombination aus süßer Vanillesauce, fluffigem Eischnee und knackigem Karamell ist ein sehr guter Abschluss. Wobei, der Rhum Arrangé mit karamellisierter Mango ist einfach nicht zu toppen 🥃

Moorea 215Moorea 216Moorea 217Moorea 218

Wieder lauschen wir der Brandung des Saumriffs, das die Insel fast komplett wie ein Schutzwall umgibt. Wer da nicht gut schläft, ist selber Schuld 😴 

Unsere Tour mit Captain Taina startet um 9:30 Uhr. Wir sind echt gespannt, was wir alles zu sehen bekommen. Hoffentlich mehr als einen Stachelrochen, zwei, drei Haie und ein paar bunte Fische 🙏

Captain Taina und ihre Familie sind tief in der Tradition und Kultur Mooreas verwurzelt und betreiben seit mehr als 20 Jahren ökologische Lagunentouren auf Moorea. Die Familie lebt direkt am Strand Tiahura und bewahrt lokale Geschichten und spirituelle Werte 😲

Moorea 153Moorea 219Moorea 220

Die Tour startet direkt am Schutzgebiet, welches auch die Heimat von „Ohure Pio“ ist, der ältesten Schildkröte, die 2007 von Captain Taina selbst gerettet wurde.

Zudem haben wir das Glück, dass der erste weibliche Kapitän der Insel persönlich unser Boot steuert. Dabei achtet sie ganz bewusst darauf, die Tiere so wenig wie möglich zu stören und die Umwelt so gut es geht zu schonen.

Das heißt, wir besuchen die Tiere nur zu weniger frequentierten Zeiten - außer unserer Tour sind keine anderen Boote zu sehen. Auch heizt sie nicht durch die Lagune wie die Jet Skis 😇 

Die erste Runde drehen wir dort, wo wir bei unserer Kajaktour aufgrund der Strömung gescheitert sind. Diesmal werden wir mit einem Seil durchs Wasser gezogen, so dass wir ganz in Ruhe nach Grünen Meeresschildkröten Ausschau halten können 🐢

Moorea 155Moorea 156

Insgesamt leben mehr als 20 Schildkröten in diesem Schutzgebiet, die sich an die Menschen gewöhnt haben. Es dauert nicht lange und wir entdecken die erste, die gerade auf dem Weg ist, Luft zu schnappen 😃 

Auch wenn wir mittlerweile schon viele Schildkröten gesehen haben, faszinieren uns diese Meeresbewohner immer wieder aufs Neue ☺️ Insgesamt sehen wir 7 oder 8 Stück.

Moorea 158Moorea 157

Das Highlight des erstes Schnorchelspots sind definitiv die Adlerrochen, die majestätisch mit ihren weit aufgespannten Flügeln elegant durchs Wasser gleiten. Mit ihrer Größe von gerade mal 1,5 bis 3 Metern sind sie viel kleiner als die riesigen Mantas.

Leider bevorzugen sie Wassertiefe ab 10 Metern, so dass die Sicht etwas eingeschränkt ist und wir die charakteristischen Tropfenmuster nicht erkennen können. Dennoch sind ihre anmutigen Bewegungen wunderschön 🥰

Moorea 159Moorea 160

Weiter geht’s durch die Lagune. Diese Farbenpracht des Wassers ist wirklich einmalig. Je nach Tiefe ändern sich die Blautöne. Fast die ganze Fahrt über können wir bis auf den Grund schauen, während Camille und Captain Taina ein wenig über die Insel erzählen.

Moorea 161Moorea 154Moorea 162Moorea 163

Irgendwann taucht rechts eine verlassenes Ressort auf. Wie schade um die schönen Wasserbungalows, die seit Corona leer stehen. Fast 2 Jahre ohne Gäste waren für das elsässische Ehepaar, dass das Linareva führte, wirtschaftlich einfach nicht tragbar 😓 

Wirklich schade, denn die Lage an der ruhigen Nordküste ist ideal um Delfine 🐬, Buckelwale 🐋 und andere Meeresbewohner beobachten zu können.

Wusstet Ihr, dass der Siegeszug der Wasserbungalows auf Bora Bora begann? Tatsächlich entstand dort der Inbegriff für Luxus in den 1960er Jahren. Der Grund: Keiner wollte, dass „Bettenbunker“ entstehen und die Küste verschandeln 🤭 

Die Bungalows mit ihren Pandanusdächern sind typisch für die polynesische Handwerkskunst und passen sich wunderbar in die Landschaft ein. Die Kosten für eine Nacht beginnen bei den gehobenen Resorts wie dem Hilton Moorea Lagoon Resort oder dem Sofitel Kia Ora Moorea zwischen 600 und 1.200 Euro, abhängig von Saison und Ausstattung 💶

Moorea 165Moorea 166Moorea 168Moorea 169

Anschließend statten wir dem Saumriff einen Besuch ab und fahren durch ein sogenanntes „Hao“, eine natürliche Öffnung oder einen Durchgang, wo Frischwasser aus der Lagune ins Meer fließt und Meerwasser in die Lagune eintritt.

Diese wichtigen ökologischen Übergangszonen, in denen sich das Salz- und Süßwasser vermischen, schaffen vielfältige Lebensräume für Meerestiere und unterstützen die Gesundheit des Riffs, die Wasserzirkulation und die Biodiversität der Lagune 🤓

Moorea 164Moorea 176

Ganz in der Nähe tauchen wir dann auch wieder ab. Diesmal entdecken wir keine Fische, sondern 10 Tikis, die am Meeresgrund liegen. Der Legende nach hat Taina‘s Großvater den Glauben an die alten Götter in Form der Tikis ins Meer geworfen, um ihn vor den katholischen Missionaren zu schützen 🤔

Unsere Recherche ergibt, dass die Skulpturen aus Vulkangestein 1998 vom Künstler Tihoti Guy als Hommage an die polynesischen Vorfahren erschaffen wurden. Sie symbolisieren das Erbe und den Widerstand der polynesischen Kultur und sind gleichzeitig ein künstlerisches Wahrzeichen zum Schutz der unberührten Natur 🤿 

Moorea 170Moorea 173Moorea 174Moorea 172

Unser letzter Spot liegt kurz vor dem eigenen Motu der Familie Taina. Das Wasser ist klar und ruhig, ideal auch für Nichtschwimmer. Die Stachelrochen kommen uns so nahe, sie „stupsen“ uns regelrecht an. Was für ein tolles Erlebnis 🥰

Moorea 178Moorea 180Moorea 181Moorea 179

Sie sind regelrecht neugierig und verspielt, ganz wie es ihrer Natur entspricht. Es zeigt, dass sich die Tiere trotz unserer Anwesenheit sicher fühlen. Dennoch solltet Ihr vermeiden, die Rochen bewusst anzufassen. Das zerstört die natürliche Schutzschicht ihre Haut, wodurch sie anfälliger für Infektionen werden 😓

Moorea 185Moorea 186Moorea 191Moorea 187

Neben den Stachelrochen sind auch wieder ein paar Schwarzspitzenriffhaie unterwegs. Klar, die Vegetarier unter den Haien lieben das seichte Wasser der Lagune, wo sie ausreichend Nahrung finden. Sie sind für uns Menschen in der Regel ungefährlich. Vorausgesetzt, wir stören sie nicht. Dieses friedlich miteinander ist unbeschreiblich - Faszination pur.

Moorea 188Moorea 189Moorea 190Moorea 183

Die Tour endet mit einem traditionellen Lunch auf dem besagten Motu der Familie. Während Captain Taina mit einem Teil ihrer Crew Spieße mit Hühnchen und Fisch grillen, versorgt uns Camille mit Rum Punsch 🤣

Moorea 192Moorea 221Moorea 222Moorea 194Moorea 193

Ein wenig Show gehört zu einem solchen Ausflug natürlich auch dazu. So lernen wir auf spielerische Art und Weise, wie wir weibliche und männliche Kokosnüsse voneinander unterscheiden - ja, da gibt es einen Unterschied - und natürlich bekommen wir auch gezeigt, wie wir sie am besten schälen, öffnen und raspeln, um die wertvolle Milch zu erhalten 🥥

Im Anschluss wird vor unseren Augen der berühmte Poisson Cru zubereitet, die polynesische Ceviche. Ja Mama, die gibt es definitiv, wenn wir zurück sind. Das Rezept ist ganz einfach: Ihr nehmt rohen Fisch, am besten einen festen Fisch wie Thunfisch oder Schwertfisch 🐟

Moorea 223Moorea 224Moorea 225Moorea 226

Den Fisch salzt Ihr gut und verfeinert ihn mit etwas Pfeffer. Dazu kommt klein geschnittenes Gemüse wie Tomaten, Karotten, Rotkohl und Gurken sowie Zwiebeln und Frühlingspiepen. Alles gut vermischen und zum Schluss ertränkt Ihr das Ganze in Kokosmilch und Zitronensaft - bon Appetit 🍽️

Wir genießen das Essen, den Rum, die Atmosphäre und das kleine Motu. Abgewaschen wird im Meer - natürlich ohne Spülmittel. Die Babyhaie und anderen kleinen Fische freuen sich über die Reste an Reis 🍚 

Moorea 195Moorea 198Moorea 196Moorea 197

Irgendwann ist es Zeit, zurückzufahren. Was für eine tolle Tour, 1A, sehr zu empfehlen. Ganz ehrlich, guckt nicht all zu sehr auf den Preis beziehungsweise gönnt Euch auch mal was. Sonst macht die Südsee keinen Spaß 🤣

Wir haben für uns eine gute Mischung gefunden. Am Abend gibt noch einmal Käse, Räucherfisch und Leberpastete und dann müssen wir schon wieder packen. Bora Bora, die Perle der Südsee, wartet.

Unser Flug mit Air Tahiti in einer ATR 72 startet pünktlich um 15 Uhr. Diesmal sind es über 200 Kilometer. Doch bevor es soweit ist, gönnen wir uns ein letztes Frühstück oder Mittagessen am Strand.

Das Chez Tama Hau ist mehr ein Foodtruck, liegt aber direkt an der Opunohu Bay. Es gibt kein Chi-Chi, dafür ordentliche Portionen und ehrliche Preise. Mark entscheidet sich für einen Burger und ich probiere Korori Cru Lait.

Der Schließmuskel der berühmten schwarzlippigen Perlmuschel, die für die legendären Tahiti Perlen bekannt ist, ist super zart. Das Gericht ist eine lokale Delikatesse und ein wunderbarer Abschluss für die Zeit auf Moorea.

Moorea 199Moorea 200Moorea 227Moorea 228Moorea 201

Noch ein kleiner Exkurs: Nicht jede Auster enthält tatsächlich eine Perle und die legendären Tahiti Perlen sind bei weitem nicht alle tiefschwarz. Die Farben variieren von Silber und Anthrazit über Grün- und Blautöne bis hin zu Aubergine.