Die nächste sogenannte Gesellschaftsinsel wartet auf uns: Moorea, mit 134 Quadratkilometern die zweitgrößte Insel der Gruppe.

Boah, so lange habe ich schon ewig nicht mehr geschlafen 😴 Gut, dass wir, außer vielleicht eine Runde im Pool schwimmen, nichts mehr vorhatten. Wir packen in Ruhe und los geht’s zu Flughafen. 

Wir geben das Auto ab und bezahlen die knapp 170 Kilometer, die wir gefahren sind - ganz so, wie es vereinbart war.

Der Flug von Tahiti nach Moorea dauert 15 Minuten. Ein Propellerflugzeug bringt uns auf niedriger Flughöhe nach Moorea. Sie gilt als die „magische Insel“ der Gesellschaftsinseln und liegt nur 17 Kilometer nordwestlich von Tahiti.

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Die Vulkaninsel ist nur ein wenig älter als Tahiti und entstand vor rund 2 Millionen Jahren. Sie beeindruckt mit ihren schroffen Gipfeln, üppig-grünem Regenwald und einer leuchtend türkisfarbenen Lagune. Trotz der Nähe zu Tahiti wirkt die Insel, als hätte sie mehr Südsee Feeling 🌴

Aus der Luft wirkt Moorea geometrisch, fast wie ein Herz. Besonders markant sind die Zwillingsbuchten Cook’s und Opunohu Bay. Sie sind lediglich durch den fast 900 Meter hohen Mount Rotui getrennt. Wie mit dem Lineal gezogen, umranden Korallenriffe die Insel.

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Wir landen mit etwas Verspätung auf Moorea. Ganz ursprünglich sollten wir mal um 12:45 Uhr ankommen, mittlerweile ist es fast 15 Uhr. Der Flughafen ist so klein, dass es nicht mal eine Mietwagen Station gibt. Hmm … wie kommen wir jetzt an unser Auto? 🫤

Wie gut das der Flughafen WLAN hat. Per WhatsApp rufen wir bei Avis an und keine 10 Minuten später holt uns ein Mitarbeiter mit einem freundlichen „La ora na!“ ab. Leider hatte die Mietwagenfirma, über die wir gebucht haben, nicht weitergegeben, dass unser Flug verschoben wurde. Egal, jetzt sind wir da und bekommen direkt unser Auto, einen Kia Picanto … ähm, Mark tauft ihn Piccolino 🚗 

Die Inselstraße ist gut ausgebaut, teilweise sogar mit Fahrradstreifen. Dafür ist so gut wie nichts los auf den Straßen. Klar, die Insel ist viel kleiner als Tahiti. Auf dem Weg zu unserer Unterkunft stoppen wir noch kurz am Supermarkt und an der Manutea Tahiti Juice Factory and Rum Distillery, wo neben Rum auch der leckere Ananassaft der Marke Rotui hergestellt wird. Ja, die Marke heißt genau wie der höchste Berg ⛰️

Wir besichtigen die Fabrik und Destillerie, wo auch andere Sorten wie zum Beispiel Banane Vanille, Passionsfrucht Melone oder Soursoup Zitrone abgefüllt werden. Die Produktion ist 100 Prozent nachhaltig. Es kommen nur Solarstrom und lokale Früchte zum Einsatz, keine Zusatzstoffe 👌

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Dazu müsst Ihr wissen, Moorea ist das landwirtschaftliche Herz Polynesiens. Im fruchtbaren Inselinneren gedeihen Ananas, Vanille und Taro, die polynesische Kartoffel vergleichbar mit Maniok, Yuka oder Jams, sowie viele andere Früchte wie Mangos, Avocados, Pampelmuse und Noni.

Natürlich wächst hier auch Zuckerrohr, sonst gebe es ja keinen Rum 🙃🙂 Manutea verwendet für die Rumherstellung ausschließlich die Zuckerrohrsorte O’Tahiti, eine urpolynesische, nicht-hybridisierte Sorte, die besonders reich an Aromen ist.

Dieses Zuckerrohr wird von August bis November von Hand geerntet und direkt am selben Tag ohne Wasserzugabe gepresst. Anschließend wird der Saft in kleinen Mengen in traditionellen kupfernen Brennblasen, sogenannten Pot Stills destilliert und je nach Sorte in französischen und/oder amerikanischen Eichenfässern gelagert.

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Gerade so schaffen wir es noch zur Verkostung. In der größten - und einzigen -  Saftfabrik und Destillerie probieren wir einige Säfte, einen Cocktail namens Mimosa, einen Rhum Arrangé mit Vanille und den besten Rum, den die Insel zu bieten hat. Zum Glück ist der nicht ganz nach unserem Geschmack, denn die Flasche kostet über 80 Euro 💶

Trotzdem verlassen wir den Laden nicht mit leeren Händen, der Cocktail war sehr lecker und ist genau das Richtige für die Sonnenuntergänge, die uns hoffentlich in den nächsten Tagen erwarten 🙏 auch der Rhum Arrangé Vanille  – hochprozentig, weich, fast zu mild. Auch der Ananassaft lohnt sich.

Wir umrunden die Insel quasi zur Hälfte und erreichen unsere Unterkunft kurz vor Sonnenuntergang. Das Fare Tokoau liegt super schön. Die 4 Bungalows stehen zwar etwas zurückversetzt, dennoch grenzt das Grundstück direkt ans Meer. Und auch der Pool kann sich sehen lassen.

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Theoretisch würden wir es uneingeschränkt empfehlen, aber in der B-Note gibt es mächtig Abzüge. Warum? Mal ehrlich, wenn Ihr eine Unterkunft hättet, die auch Schnorcheltouren anbietet, würdet Ihr dann nicht als erstes Eure Gäste fragen, ob sie darauf Bock haben? 🤔

Leider nein, leider gar nicht. Und auf unsere Anfrage wurde auch nur halbherzig reagiert. Echt schade, denn Alex’s Touren wurden vielfach empfohlen. Wenigsten hilft uns Tea eine andere Tour zu finden und telefoniert herum.

Das andere, was uns ein wenig nervt: Die Katze liegt gemütlich in unserem Bett. Ja, wir sind jetzt nicht so die Katzen- und Hundeliebhaber, arrangieren uns aber. Doch wenn die Tiere einen belagern, hört der Spaß irgendwann auf. Und das „Schlimmste“, die Besitzer interessiert es nicht wirklich, sonst wäre der Bungalow verschlossen gewesen 😬

Keine Sorge, das sind alles Kleinigkeiten und wir werden unseren Aufenthalt definitiv genießen. Schon allein wegen der Sonnenuntergänge 😊

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Zum Abendessen zieht es uns ins See you soon. Der Name passt zum Restaurant. Wir bestellen Ti Punsch, eine Mini Caipirinia nur mit Rum anstatt Cachaca. Diesen Aperitif haben wir auf Guadeloupe 🇬🇵 und Martinique 🇲🇶 kennengelernt.

Zu Essen gibt es kurz angebratenen Thunfisch in Sesamkruste und eine Pizza mit geräuchertem Fisch - beides sehr lecker, reichlich und preislich attraktiver als auf Tahiti 🤫

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Zurück auf unserer Terrasse lassen wir den Abend bei einem Rhum Arrangé ausklingen. Der Geschmack von karamellisierter Mango toppt alles, was wir bisher auf La Réunion 🇷🇪 an Arrangé probiert haben. Davon kommt definitiv eine Flasche mit auf die Cook-Inseln, vielleicht sogar nis nach Neuseeland 🫣

Wir schlafen nicht ganz so lange, denn auch diese Insel wollen wir bei strahlendem Sonnenschein umrunden und den einen oder anderen Blick auf die Lagune sowie die Berge erhaschen ☀️

Gegen 9 Uhr erreichen wir die Chapelle Sankt Michel, eine kleine katholische Kirche mit bunten Fenstern. Es ist die älteste Kirche der Insel. Sie wurde um 1840 von katholischen Missionaren gebaut, um den christlichen Glauben auf Moorea zu verbreiten.

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Wir sind nicht allein. Just in dem Moment betreten zahlreiche Kreuzfahrer die Insel. Sie werden von der Celebrity Solstice per Tenderboot gebracht. Stalken die uns etwa? Das Schiff lag doch vorgestern noch in Paapete 😉

Das erklärt natürlich auch, warum es so schwer ist, noch eine Schnorcheltour zu finden. Mal schauen, wie lange sie bleiben …

Unser nächstes Ziel ist der Aussichtspunkt Belvedere. Doch bevor wir die über 250 Höhenmeter mit dem Auto überwinden, halten wir an der Straße und genießen den großartigen Blick auf das Rückgrat von Moorea. Die 8 Gipfel ragen zwischen 400 bis 1200 Meter in die Höhe ⛰️

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Die Landschaft ist einmalig. Hätten wir mehr Zeit, wäre die Insel auch super zu Fuß zu erkunden. Insbesondere rund um den Belvedere gibt es zahlreiche Wanderwege 🥾

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Wir fahren weiter zum berühmtesten Aussichtspunkt Mooreas. Von hier blicken wir auf die Opunohu Bay, die Cook’s Bay und den Mount Rotui. Leider stören immer wieder Touristen das Bild, das in keinem Reiseprospekt fehlt.

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Das Tal ist auch reich an archäologischen Schätzen: Der Marae Titiroa ist einer der bekanntesten auf Moorea und wurde teilweise rekonstruiert. Irgendwie unvorstellbar, dass auf diesen Steinplattformen Zeremonien, Versammlungen und Ahnenverehrung stattfanden 🙄

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Der Pineapple Circuit im fruchtbaren Opunohu Tal ist leider nur etwas dafür Offroad Fahrzeuge. Schade, wir wären super gerne mit unserem Piccolino entlang der endlosen Ananasfeldern gefahren, aber AVIS hat es explizit verboten 🚫

So kommen wir nur in den Genuss kleiner Ananasfelder - nicht weniger schön. Auf Moorea wird ausschließlich die Sorte „Queen Tahiti“ kultiviert. Sie hat einen ausgeprägten, aromatischen Geschmack und ist oft süßer als andere Sorten auf der Welt 🌍

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Besonders ist, dass die Queen Tahiti traditionell angebaut wird, das heißt die Pflanzen wachsen in natürlichen Böden ohne intensive chemische Düngung oder Pestizide. Die Ernte zwischen November und Mai erfolgt von Hand und zwar erst dann, wenn sie vollständig reif ist. Klar, je mehr Sonne, desto süßer die Frucht 🍍

Von der Blüte bis zur Ernte dauert es etwa 5 bis 6 Monate. Dann werden die Früchte sowohl frisch verzehrt als auch zur Herstellung von Säften und sogar zum berühmten Brut d’ananas, einem prickelnden Ananasgetränk, verwendet 🥂

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Auf dem Weg zurück zur Hauptstraße halten wir noch an einem sehr futuristischen Gebäude. Es handelt sich um das CRIOBE, eine der wichtigsten Forschungsstationen weltweit für tropische Korallenriffe 🪸

Mit seiner Fassade aus vielen Solarzellen symbolisiert es zudem die Verbindung von moderner Wissenschaft und nachhaltiger Technologie inmitten der einzigartigen Natur Französisch-Polynesiens 🇵🇫

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Es ist Zeit, was zu essen. Die Straße hoch zum Tropical Garden gleicht einem Schweizer Käse, weswegen wir an der Hauptstraße parken. Mit jedem Schritt wird die Aussicht auf die Opunohu Bay, den Mount Rotui und die Celebrity Solstice besser.

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Das 2016 renovierte Kreuzfahrtschiff gehört zu den Luxus Linern und wurde in der Meyer Werft gebaut. Sie  hat auf über 315 Metern Platz für knapp 2.900 Passagiere 🚢

Den besten Blick haben wir von der Terrasse des Restaurants, was direkt an den botanischen Garten mit vielen tropischen Pflanzen und Früchten angrenzt. Wir bestellen frischen Ananassaft, Garnelen mit Currysauce sowie ein Fischfilet mit Vanillesauce. Es ist köstlich 😋

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Hinterher wollen wir zum Wasserfall. Dafür müssten wir allerdings in Flipflops über den Fluss. Warum liegt uns eigentlich immer jemand Steine in den Weg? Dann gucken wir uns eben die Vanille und den Garten an.

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Besonders interessant sind die Noni Bäume. Sie wachsen überall auf Moorea und gelten bei den Einheimischen als „Mutter der Heilpflanzen“. Sie trinken den leicht vergorenen Saft als Immun-Booster und setzen die Früchte, die Blätter und sogar die Wurzeln zur Linderung von Entzündungen, Infektionen, Gelenkbeschwerden, Menstruationsprobleme oder Verdauungsstörungen ein. Der Geschmack ist etwas gewöhnungsbedürftig, aber welche Medizin schmeckt schon 🤭

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Wirklich weit sind wir noch nicht gekommen. Die Insel ist einfach zu schön. Unser nächster Stopp ist der Ta’ahiamanu Beach, ein ruhiger Sandstrand voller Palmen mit Picknickplätzen im Schatten - super beliebt bei Einheimischen und bei uns 😎

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Wir fotografieren noch ein paar Postkartenmotive, bevor wir weiter zum Toatea Lookout oberhalb des Sofitel Kia Ora Resorts fahren. Es fällt uns echt schwer, uns loszueisen, aber der Ausblick auf ein Eis von Les Sorbets de Moorea hilft.

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Wir nehmen zur Erfrischung 3 Kugel im Becher: Pampelmuse, Lychee und Mango. Die Besitzerin freut sich über unseren Besuch und unser freundliches Mãuruuru zum Abschied 🍧

Anschließend halten wir noch in der Cook Bay an der Catholic Church Saint Joseph, der alten steinerne Kapelle gebaut 1962 sowie der größeren neue Kirche von 1979. Sie spiegeln das Wachstum der Gemeinde und den Einfluss der Kirche seit 1873 wider. 

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Vom Toatea oder auch Temae Aussichtspunkt blicken wir auf den weißen Sandstrand, die smaragdgrüne Lagune, die Wasserbungalows des Sofitels und in der Ferne sehen wir sogar Tahiti. Daher stammt übrigens der Name Gesellschaftsinseln: James Cook nannte sie Society Inseln, weil sie so dicht beieinander liegen 🏝️

Zudem umfasst unser Blick mehrere Motus, kleine Koralleninseln, die typisch für die Südsee sind und offenbart das Zusammenspiel von Vulkanlandschaft und türkisfarbenem Wasser.

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Zum Baden und Schnorcheln lockt der To’atea oder auch Temae Beach mit seinem 1,5 Kilometer langen, weißen Sandstrand und glasklarem Wasser. Der Strand ist Teil eines geschützten Meeresparks, der diverse Korallenarten und Fische beherbergt 🏖️

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Das vorgelagerte Riff schützt die Lagune zuverlässig. Es gibt kaum Wellen, selbst bei Wind. Das Wasser ist ruhig, klar und erfrischend. Mark würde sagen warm, ich finde es gerade so angenehm. Ich weiß, ich bin eine Frostbeule 🥶

Wir plantschen eine Runde. Ganz brav in Wassersandalen, denn die Steinfische lauern im Sand. Da Ebbe ist, müssen wir ziemlich weit aufs Meer hinaus laufen, um wenigsten brusttief drinzustehen.

Auf dem Rückweg noch ein kurzer Stopp im Supermarkt, diesmal im Champion statt im Super U Are. Wir kaufen ein frisches Baguette, geräucherten Thunfisch, knackige Cocktailtomaten, französischen Käse und eine Leberpastete - 2 Tage Abendessen ist gebongt 👍

Für die Stopps im Süden ist nicht mehr wirklich viel Zeit, wenn wir noch den Sonnenuntergang genießen wollen. Daher lassen wir die Wanderung zum Magic Mountain und das Ilot Lagoonarium, ein kleines Motu mit eingezäuntem Schnorchelbereich, der gezielt zum Schutz von Jungfischen und Korallenriffen angelegt wurde, links liegen.

Das Licht fällt gerade so genial auf die Gipfel von Moorea, das wir das unbedingt festhalten müssen. Wahnsinn, was diese Insel zu bieten hat. Zum Glück konnten wir an vielen Stellen anhalten und diese wunderbaren Ausblicke in vollen Zügen genießen 😌

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Ein wunderschöner Sonnenuntergang krönt den Abschluss des Tages, auch wenn wir nicht alles geschafft haben, was wir wollten. Doch so ist das im Urlaub, da geht nur das, was geht 😜

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So nun aber ab ins Bett. Der Wecker ist gestellt, so dass unserer Kajaktour nichts mehr im Wege steht.