Wir begeben uns auf die Spuren des Hobbits und entspannen in den heißen Quellen in Wairakei, ganz in der Nähe von Taupō.

Es ist echt selten, aber dieses Frühstück können wir uns einfach nicht eingehen lassen. 3 verschiedene Brote, ein frisches Foccacia, diverse Sorten Salami, Schinken, Roastbeef und Käse, dazu ein Pfirsich-Mango-Chutney, das sofort auf die Liste für den nächsten Supermarkt muss.

Natürlich kommen auch Süßmäuler wie Mark nicht zu kurz. Das Beste ist aber der Obstsalat mit frischen Mangos, Ananas, Erdbeeren, Weintrauben, Blaubeeren und vielem mehr 😋

Wir nehmen uns Zeit, zumal die Sonne noch einen Moment zu brauchen scheint. Es ist wirklich schön, keine Eile zu haben, nichts zu müssen, sondern den Tag so zu gestalten, wie er kommt. Natürlich haben wir, hat Mark einen groben Plan, aber wir haben uns darauf verständigt, wenn wir nicht alles schaffen, ist das eben so. 

Wir verlassen Rotorua in Richtung Taupō, eine Strecke, die wir auch 2009 gefahren sind. Unsere Erinnerungen daran? Kein Platz im Hostel, weil irgendein Fußballturnier ist, ein schrecklich teures Motel, dafür aber die beste Lammkeule in ganz Neuseeland in einem Pub 😎

Diesmal biegen wir kurz vor der Stadt zu den Aratiatia Rapids ab. Wer „Der Hobbit - Smaugs Einöde“ gesehen hat, erinnert sich vielleicht an die berühmte Fassflucht. Diese Szene wurde genau hier gedreht ☺️

Im ersten Moment fragen wir uns, warum. Denn der Fluss ist ein Fluss wie jeder andere. Ja, die Gegend drum herum ist ganz schön und die Schlucht auch. Wir beobachten die ruhige Wasserfläche. Sie wirkt fast unscheinbar. Ich merke, wie enttäuscht Mark ist. Das hat er sich irgendwie anders vorgestellt.

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Doch ganz ehrlich, irgendwas ist hier im Busch. Die ganzen Oldtimer auf dem Parkplatz, die haben nicht ausgerechnet auf diesem Parkplatz ein Pause eingelegt und auf der Brücke sammeln sich mehr und mehr Menschen. Ja, wir sollten uns einfach mal angewöhnen, meine Recherchen für den Blog vorher zu lesen. Dann wäre uns sofort die Erleuchtung gekommen 🤣 

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Alle 2 Stunden wird die Schleuse geöffnet, um die Wasserfreigabe für das darunter liegende Kraftwerk zu regeln und gleichzeitig die Attraktivität der Stromschnellen zu erhalten, da der Bau des Staudamms den ursprünglichen Wasserfluss unterbrochen hatte. Wie gut, dass es kurz vor 12 Uhr ist. Wir gesellen uns zu den Anderen auf der Brücke und plötzlich ist alles klar.

Ohne Zwerge und ohne Hollywood verwandelt sich der ruhige Waikato River innerhalb von wenigen Minuten in eine wütende, weiße Wand aus Gischt, die Wassermassen schieben sich durch die Felsen 😳

Das ganze Spektakel dauert keine Viertelstunde, aber der Unterschied zwischen vorher und nachher ist extrem. Die Māori nannten diesen Abschnitt „Treppe der Herausforderung“, weil der Fluss früher ein entscheidender Verkehrsweg war, schnell, gefährlich und nur für erfahrene Paddler machbar. Genauso hat Mark sich das vorgestellt 🙏 

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Von dort geht es weiter zu den Wairakei Terraces & Thermal Health. Wieder einmal riecht es leicht nach Schwefel. Die Terrassen, die weiß und beige leuchten, wurden nach dem Vorbild der Pink und White Terraces, die vor dem Ausbruch des Taraweras 1886 als achtes Weltwunder galten, angelegt 😲

Das Wasser in den Becken kommt aus über 1,5 Kilometern Tiefe und enthält Mineralien wie Silikat, Magnesium und Kalium. Die Pools liegen zwischen 30 und 40 Grad, was den Kreislauf fordert. Wir baden maximal 20 bis 30 Minuten in den heißen Becken und genießen die Heilung und die Ruhe 😴

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Die mineralreichen Wässer gelten als durchblutungsfördernd, entspannend und lindern Muskel- und Gelenkbeschwerden. Natürlich spielen die Quellen auch für die Māori eine wichtige Rolle. Sie waren ein neutraler Ort, das heißt trotz Konflikten durfte hier kein Kampf stattfinden.

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Nach dem Bad fahren wir weiter zu den Huka Falls. Schon beim ersten Schritt Richtung Brücke hören wir das Donnern. Mit 11 Metern Höhe sind die Wasserfälle nicht besonders hoch, aber die Wassermassen, die mit 220.000 Litern pro Sekunde durch die nur 15 Metern breite Schlucht gedrückt werden, sind schon beeindruckend. Kein Wunder, dass das der meistbesuchte Wasserfall Neuseelands ist 🤫

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Unser letzter Stopp, bevor wir die 2 Stunden nach Hawke’s Bay antreten, ist das Zentrum von Taupō. Es ist nur ein kurzer Stopp, um Erinnerungen aufzufrischen. Doch ganz ehrlich, wir erkennen nichts wieder. Wir haben das Gefühl, aus dem kleinen Städtchen ist eine Stadt geworden 🤭

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Den Pub von damals finden wir nicht, dafür einen leckeren Eisladen. Anschließend holen wir … äh ich noch einen Kaffee und blicken über die Weite des Sees. Es ist einer der größten Kraterseen der Erde. Der sogenannte Supervulkan von Taupō hat vor rund 1.800 Jahren eine der stärksten Eruptionen der letzten 5.000 Jahre ausgelöst 🌍

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Wir suchen noch den Hot Water Beach, wo angeblich heißes Wasser aus dem Boden steigt, so heiß, dass der See eine angenehme Temperatur bekommt, doch irgendwie werden wir nicht fündig. Insbesondere Google ist da keine wirkliche Hilfe 😥 

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Die gut 150 Kilometer nach Clive in der Nähe von Hastings in Hawke‘s Bay führen auf dem State Highway 5 entlang von dichten Wäldern 🌳

Mark vermisst die Schafe, er hat schon die ganze Zeit das Gefühl, es sind weniger geworden. Eine kurze Recherche in Perplexity ergibt, seine Gefühl täuscht ihn nicht, tatsächlich ist der Bestand seit 2009 in Neuseeland um gut 30 Prozent gesunken 🐑

Die Gründe sind auch schnell gefunden. Dürreperioden in östlichen und nördlichen Regionen der Nordinsel, die zu Notverkäufen und geringeren Beständen geführt haben sowie schlechte Preise. Umstellung auf Kühe und Rinder, weil sie als weniger arbeitsintensiv gelten und teils bessere Erlöse versprechen sowie Aufforstung und Ausweitung von Naturschutzgebieten 🙃🙂

Auf halber Strecke öffnet sich die Landschaft wieder mehr und wir halten an einem der wenigen offiziellen Aussichtspunkte. Siehe da, es lohnt sich. Inmitten dieser fast unberührten Natur fallen die Waipunga Falls in gut 40 Meter Tiefe - was für ein Schauspiel.

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Gegen 18 Uhr checken wir in unserer nächsten Unterkunft ein. Der Schlüssel ist wie so oft in der Keybox hinterlegt. Danach gönnen wir uns mal wieder ein richtig tolles Abendessen im St Georges Restaurant mit Tarakihi, Tiefseebarsch, in einer Zitronen-Kapern-Sauce auf Erbsenpüree mit Zweierlei Karotten und eingelegtem Rettich sowie Lammschulter mit Minzpesto auf Paprikapüree mit gerösteten Gemüse dazu Macaroni in einer Blumenkohl-Käse-Sauce - Mac & Cheese mal anders 🥰

Und weil das Ganze eher Fine Dining ist, passt für jeden auch noch ein Dessert. Wir entscheiden uns für das Apfel Mille-Feuille 🍎 und die Sachertorte mit Erdbeeren 🍓

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Wir lassen den Abend bei einem guten Gin Tonic ausklingen und freuen uns auf ein paar entspannte Tage in Hawke‘s Bay.