Te Anau liegt ruhig am Ufer des gleichnamigen Sees und wirkt auf den ersten Blick unspektakulär. Auf den zweiten entdecken wir unzählige Glühwürmchen.
Was für 2 tolle Tage! Jetzt geht es gemütlich zurück nach Te Anau, wo wir im Milford Road Merchant frühstücken. Sie haben sogar den Hanakoa Spiced Chai Sirup, so dass ich einen Dirty Chai bestelle.



Der beinhaltet zwar nicht so viel Liebe, wie der von Mark morgens im Camper, dafür gibt es aufgeschäumte Milch, die den Geschmack wunderbar abrundet. Ich kaufe gleich noch Nachschub. Den guten Sirup gibt es dann zu Hause, aber nur sonntags, damit die Flasche länger hält 😂
Danach schauen wir noch kurz im Fresh Choice vorbei. Viel brauchen wir nicht, bis auf etwas frischen Salat ist der Kühlschrank noch gut gefüllt 🥬
Der Te Anau Lakeview Holiday Park ist nicht weit. Weil wir so früh gebucht haben, bekommen wir einen Platz mit Blick auf den See, den wir natürlich gleich erkunden. Wir drehen eine kleine Runde, bevor Mark sich um die Fotos und ich mich um den Blog kümmere. So langsam sind die Speicherkarten voll, weswegen konsequentes Aussortieren echt notwendig ist.





Zum Glück ist die Internetverbindung am frühen Abend relativ konstant, sodass wir dem heutigen Geburtstagskind gratulieren können. Wie cool, dass das mittlerweile per WhatsApp Call möglich ist 🥳
Abends gibt es noch einmal Nudeln mit Bolognese. Ich hatte ja gesagt, das reicht mindestens für 2 Tage oder für eine halbe Fußballmannschaft. Aber nützt ja nichts. So langsam wird es Zeit, dass wir alle Vorräte aufbrauchen, schließlich steht Weihnachten vor der Tür🎄

Es ist wirklich erstaunlich, wie gut wir mittlerweile im Camper schlafen. Wir brauchen sogar einen Wecker, damit wir kurz vor neun Uhr am Bootsanleger sind. Das nächste Highlight steht an: eine Tour durch die Te Anau Glowworm Caves.
Der Lake Te Anau ist rund 340 Quadratkilometer groß und der größte See der Südinsel. Er liegt auf etwa 210 Metern über dem Meeresspiegel und zeigt sich oft spiegelglatt, wodurch die umliegenden Berge, die Murchison Mountains, noch massiver wirken 🛥️




Nach gut 25 Minuten erreichen wir das unterirdische Höhlensystem am westlichen Seeufer. Der Eingang ist schmal und niedrig, sogar ich muss mich bücken. Es geht rund 200 Meter zu Fuß durch die etwa 12.000 Jahre alte Höhle. Wie schon in Australien hat Regenwasser den Kalkstein seit dem Ende der letzten Eiszeit langsam aufgelöst und Gänge, Becken und unterirdische Flussläufe geformt 😲
Natürlich ist sie viel größer, doch nur ein kleiner Teil ist erschlossen. Während das Wasser in beeindruckender Geschwindigkeit durch die engen Schluchten schießt, halten wir nach Glühwürmchen Ausschau.
Unser Guide macht uns auf verschieden lange Fäden an der Decke aufmerksam. Diese produzieren die Glühwürmchen, um Insekten anzulocken. Je hungriger sie sind, desto heller leuchten sie und locken so mehr Beute in ihre klebrigen Fäden💡
Wusstet ihr eigentlich, dass die „Glowworms“ die Larven der Pilzmücke Arachnocampa luminosa sind, eine Art, die nur in Neuseeland vorkommt? Ihr blau-grünes Licht erzeugen sie durch eine chemische Reaktion aus dem Enzym Luciferase und Sauerstoff. Ja, sie haben praktisch ein eigenes kleines Chemielabor in ihrem Hinterleib 🧪
Das ist der angenehme Teil ihres Lebens. Denn als ausgewachsene Mücke sterben sie innerhalb von 3 bis 5 Tagen, da sie kein funktionsfähiges Mundwerkzeug zum Fressen haben. Das Einzige, was sie tun können, ist Fliegen, um sich in dieser kurzen Zeit fortzupflanzen 😳


Nach einem kurzen Walk steigen wir in ein Boot und fahren rund 50 Meter durch die absolute Dunkelheit. Für Menschen mit Platzangst ist das sicher eine kleine Herausforderung 🫣 An der Decke und den Wänden hängen Tausende von Glühwürmchen – was für ein unglaublicher Anblick.


Fotografieren ist aus gutem Grund verboten. Wir wollen schließlich die Glühwürmchen nicht stören. Die Fotos in diesem Beitrag stammen von RealNZ, dem offiziellen Veranstalter der Höhlentour - vielen Dank dafür 🥰
Der Weg aus der Höhle ist kurz irritierend, unsere Augen müssen sich erst wieder ans Tageslicht gewöhnen. Draußen angekommen genießen wir noch kurz die Stille des Waldes. Die moosbedeckten Bäume stehen so eng beieinander, dass nur hier und da Licht durchfällt.





Anschließend zeigen eindrucksvolle Bilder nochmals im Detail, wie die Glückwürmchen Licht produzieren und die angelockten Insekten fressen. Dazu gibt es heiße Getränken, wie Kaffee, Tee und heiße Schokolade. Die Tour ist echt gut organisiert 👌
Nach 2,5 Stunden sind wir zurück und frühstücken erstmal gemütlich. Es gibt Spiegeleier mit Speck, Croissants und eine kleine Auswahl an Käse sowie herzhaften und süßen Aufstrichen. Natürlich darf auch eine Avocado nicht fehlen 😋

Wir chillen ein wenig, bevor wir nochmals die Wanderschuhe schnüren und uns mit dem Wassertaxi zum Brod Bay Campsite am Südufer des Lake Te Anau bringen lassen ⚓️
Von dort sind es rund 10 Kilometer entlang des berühmten 60 Kilometer langen Kepler Tracks zurück nach Te Anau. Der Weg durch dichten Buchenwald mit beeindruckenden Silver Ferns direkt am Seeufer ist super easy zu laufen 🥾






Unterwegs lassen wir unsere Reise durch Neuseeland Revue passieren. Diese Orte würden wir gerne nochmal mit mehr Zeit besuchen: Mangawai und The North, Bethells, Muriwai & Piha und den Tongariro Nationalpark sowie Kaikōura und den Abel Tasman Nationalpark 🥰




Natürlich lassen wir uns auch das Te Anau Bird Sanctuary nicht entgehen. Das kleine, frei zugängliche Schutzgebiet widmet sich der Erhaltung bedrohter Vogelarten.
Besonders beeindruckend ist der Takahe. Wir können unser Glück kaum fassen. Flugunfähig, groß wie ein Huhn, mit blau-grünem Gefieder und kräftigem rotem Schnabel laufen gleich zwei Stück durchs hohe Gras und lassen sich von uns so gut wie nicht stören.




Jahrzehntelang galten sie als ausgestorben, bis sie 1948 im Fiordland wiederentdeckt wurden. Gerade mal etwa 400 Tiere existieren in Neuseeland, und das nur streng geschützt durch aufwendige Zuchtprogramme.
Auch der Kākāriki, ein kleiner, quirliger grüner Papagei ist hier zu sehen. Sie leben in küstennahen Wäldern, ernähren sich von Samen, Früchten und Insekten und sind durch eingeschleppte Raubtiere stark bedroht. Der Kaka, ein großer, olivbraun gefiederter Papagei, der den Keas ziemlich ähnlich sieht, ist nach Dunedin umgezogen 🦜




Zurück auf dem Campingplatz gibt es Halloumi mit Paprika und Lauch. Wir können es gar nicht fassen, die Zeit rast jetzt. In einer Woche sind wir schon in Brisbane, wo alles begonnen hat und enden wird.

