Christchurch wirkt aufgrund seiner Architektur, mancher Traditionen und den anglikanischen Wurzeln wie ein Stück England in Neuseeland.

Schon irgendwie komisch, das war sie, die letzte Nacht im Camper. Wir packen noch die letzten Kleinigkeiten zusammen und dann geht’s zurück nach Christchurch, wo vor 4 Wochen das Abenteuer Südinsel Neuseeland begann 🇳🇿

Groß Reinemachen müssen wir zum Glück nicht, wir haben den Camper inklusive Endreinigung gebucht. Zum Frühstück gibt es den restlichen Joghurt und Müsli, womit wir so gut wie alle Lebensmittel aufgebraucht haben 👌

Damit wir später nicht mit Sack und Pack Bus fahren müssen, checken wir erst im Hotel ein. Wie gut, dass das Zimmer schon fertig ist, so können wir alles abstellen und nur mit Kamera und Handy bewaffnet den Camper bei THL abgeben 🚐

Wir tanken noch schnell, lassen die Gasflasche bei Bunnings austauschen und das war es. Innerhalb von 30 Minuten sind wir den Camper los. Was vermutlich daran lag, dass wir kurz vor Toresschluss da waren. Da waren die meisten schon durch 🙏

Auf den Bus müssen wir zum Glück auch nicht lange warten, so dass wir gegen 16:30 Uhr zurück in der Stadt sind und im Riverside Market mit einem Gin Tonic auf unsere letzten Tage unserer 182-tägigen Auszeit anstoßen - und natürlich auch auf die kommende Nacht in einem richtigen Bett 🙂🙃

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Auf dem Weg zum Abendessen im The Little High Eatery bewundern wir die Street Arts und die Architektur der Stadt. Es tut gut, mal wieder in einer richtigen Stadt zu sein und entsprechend Auswahl zu haben. Warum gibt es solche Foodcourts eigentlich nicht bei uns. Die ungezwungene Atmosphäre ist einfach toll 😊

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Mal schauen, ob sich Christchurch als zweitgrößte Stadt Neuseelands auch sonst sehen lassen kann. Jetzt geht’s erstmal ins bequeme Hotelbett, um auszuschlafen 😴

Wow, die erste Nacht ohne Besucherritze und ohne irgendwelche Geräusche … sie war wunderbar. Mark freut sich, endlich nicht mehr fahren zu müssen. Dazu scheint die Sonne, so dass wir gegen 9:30 Uhr startklar sind ☀️ 

Jetzt erkunden wir Christchurch - ohne Zeitdruck, ohne Ziel, einfach erstmal am Avon River entlang. Der Fluss schlängelt sich auf rund 14 Kilometern ruhig durch die Stadt. Viel ist noch nicht los. Kein Wunder, es ist Sonntag 🙃

Wir laufen am Canterbury Earthquake National Memorial vorbei. Ein schlichter Ort, wo die 185 Namen der Opfer in Stein gemeißelt sind, die bei dem schweren Erdbeben im Februar 2011 ums Leben gekommen sind. Für uns ist es eine Meldung, die damals durch die Nachrichten ging. Für die Menschen hier ist es ein Ereignis, das rund 80 Prozent ihrer Stadt in Schutt und Asche gelegt hat 😢

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Ein paar Minuten später erreichen wir die Antigua Boat Sheds, kleine Holzhäuser direkt am Wasser. Davor starten die klassischen Punting-Touren, bei denen Boote mit langen Stangen über den Avon bewegt werden, eine Tradition, die auf die englischen Wurzeln der Stadt zurückgeht. Uns erinnert es an die Gondeln in Venedig 🛶

Gleich daneben befinden sich das Curators House, ein hübsches historisches Gebäude mit Café, und der Christchurch Botanic Garden mit seinen bis zu 140 Jahre alten Bäumen, breiten Wiesen und gepflegten Beeten.

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Der Garten wurde 1863 angelegt und zählt zu den ältesten botanischen Anlagen Neuseelands. Wir schlendern ein wenig durch die 21 Hektar große Anlage und lassen die letzten Wochen Revue passieren. 4 Wochen Südinsel, 9 Wochen Neuseeland insgesamt, was haben wir alles erlebt 😎

Gegenüber von der berühmten Peacock Fountain, ohne Pfauen, befindet sich das Christchurch Arts Centre. Die neugotischen Gebäude aus dem 19. Jahrhundert haben wie von Wunderhand das Erdbeben überstanden. Bis in den späten 1970er Jahren gehörte der Komplex zur Universität von Canterbury. Jetzt befindet sich darin das Zentrum für Kunst, Kultur und Handwerk.

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Immer wieder kreuzt die historische Tram unseren Weg. Die roten, blauen und grünen Straßenbahnen stammen aus dem frühen 20. Jahrhundert und drehen eine Runde durchs Zentrum. Sie sind mehr Sehenswürdigkeit als Verkehrsmittelund für Lauffaule eine gute Alternative, um die modernen Neubauten, alten Fassaden und zahlreichen Street Arts zu bewundern.

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Zurück am Fluss stolpern wir zwischen dem alten Museum Our City und dem modernen Christchurch Convention Centre über eine Statue aus Ziegelsteinen im Wasser. Ein starker Kontrast, aber typisch für diese Stadt nach dem Erdbeben.

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Über den Victoria Square laufen wir weiter zu den Ruinen der Christchurch Cathedral oder besser gesagt, dem, was davon übrig ist. Jahrelang war sie das Wahrzeichen der Stadt, dann kam das Erdbeben. Der Wiederaufbau zieht sich und wird kontrovers diskutiert: Originalgetreuer Wiederaufbau oder moderne Neuinterpretation, das ist hier die Frage.

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Immer noch steht sie eingerüstet da, als Zeichen dafür, dass hier nichts einfach weitergeht wie vorher - irgendwie traurig. Auch 15 Jahre später fühlt sich Christchurch wie eine Stadt im Übergang an. Vieles ist bereits neu, anderes wartet noch auf seinen nächsten Schritt.

Genau das prägt große Teile der Innenstadt, die mit moderner Architektur und breiteren Straßen neu geplant wurden. Leider wirken einige Rekonstruktionen und Neubauten am Cathedral Square Christchurch echt fehl am Platz.

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Nach 2,5 Stunden Spaziergang knurrt so langsam der Magen. Zeit zu frühstücken. Wir landen wieder im Riverside Market. Die Auswahl ist überwältigend. Wir teilen uns einen Strawberry Matcha Latte. Mark lacht ein Danish Pastry mit Mango und Kardamom an und ich habe Lust auf ein Pavlova, schließlich ist das das Desserts der Kiwis.

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Anschließend gönnen wir uns noch einen Gin Tonic - der Riverside Market ist genau der richtige Ort, um Christchurch langsam ausklingen zu lassen.

Am Abend steht noch ein besonderes Highlight an: unser Hochzeitstagdinner im Monday Room. 13 Jahre ist es her, dass wir in Südafrika geheiratet haben und ich möchte keine Sekunde davon missen. Natürlich gibt es auch bei uns mal Unstimmigkeiten, aber alles in allem passt es wie die Faust aufs Auge, wie der Deckel auf den Topf, das haben uns auch die letzten Wochen gezeigt: 179 Tage, 24/7 zusammen 🥰

Darauf stoßen wir an und genießen ein großartiges Menü mit Wagyu Carpaccioan Crème fraîche mit geröstetem Knoblauch, Pinotkirschen, knusprigen Kapern und Basilikum, Rote-Bete-Gnocchi mit einer Mousse aus Ziegenkäse, Tomatensugo, knusriges Oregano und Chili-Öl, einem 55 Tage gereiften Ribeye mit Café de Paris und einer Jus aus Sherry sowie dreifach gegarten Kartoffeln mit Sauerrahm und Chili-Trüffel-Honig.

Anstatt Dessert bestellen wir noch 2 Cocktails. Besser hätte unser Hochzeitstag und der letzte Tag in Neuseeland nicht enden können. Schön war’s - und ganz sicher nicht das letzte Mal 🥂

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Um 6 Uhr klingelt der Wecker. Da Ferien sind, fahren die Busse um die Zeit noch nicht, so dass wir ein Uber zum Flughafen nehmen. Tschüss Neuseeland 🇳🇿 und herzlich willkommen Australien 🇦🇺, wo am 06. Juli alles begann.