Gute 270 Kilometer gilt es in Richtung Süden nach San Agustín zurückzulegen.
Die Strecke führt mehr oder minder immer entlang des mächtigen Río Magdalena. Der Fluss sorgt unter anderem dafür, die Vegetation der Region Huila recht abwechslungsreich ist.
In der Ferne erhaschen wir immer wieder einen Blick auf die teils karge, teils grüne Andenlandschaft. Direkt vorbei geht es an Ackerland mal mit und ohne Vieh, Reisfeldern, Buschwäldern und sogar Weinstöcken - immer wieder unterbrochen von kleinen bis mittleren Städten.
Um die Fahrzeit zu verkürzen, erzählt Jason ein wenig von sich und dem Schulsystem in Kolumbien 🇨🇴
Er selbst ist in Frankfurt aufgewachsen und hat irgendwann beschlossen, seine kolumbianischen Wurzel zu erkunden. Ecuador 🇪🇨, Costa Rica 🇨🇷, Brasilien 🇧🇷, Peru 🇵🇪 - überall hat er gearbeitet, sich sozial engagiert und so Land, Leute und Kultur kennengelernt. Folgt Jason gerne auf YouTube 🎥
In Kolumbien ist er jetzt seit 4 Jahren. Dort lebt er zusammen mit seiner Freundin und ihrer Tochter, weswegen er sich auch gut mit dem Schulsystem auskennt.
Eigentlich bevorzugt er die öffentliche Schule - einfach um das System zu unterstützen. Aber die Erfahrungen lehrten ihn, das eine Anmeldung an einer privaten Schule viel weniger Herausforderungen mit sich bringen 🫣
Es gibt eine Schulpflicht - auch wenn viele Kolumbianer das bestreiten. 9-10 Jahre müssten die Kinder zur Schule gehen, leisten können sich das die Wenigsten.
Denn selbst an den öffentlichen Schulen müssen sie für alles bezahlen: die Schuluniform, die Sportsachen, das Essen - ja sogar fürs Klopapier 😬
Das ist nicht leicht, wenn der Mindestlohn bei gerade mal 280 Euro pro Monat liegt und du Glück haben musst, diesen überhaupt zu bekommen. Lediglich 42 % der Kolumbianer profitieren davon 😱
Darüberhinaus sind die Schulen oft in schlechtem Zustand, haben zu wenig Lehrer oder lassen sich mit der Bezahlung Zeit. Da lässt die Moral oft zu wünschen übrig. Hinzukommen mangelnde Disziplin und Zuverlässigkeit 🙁
Wir stoppen in Neiva, der Hauptstadt der Region Huila und besuchen den kleinen Fischmarkt direkt am Ufer des Río Magdalenas. Spannender als die frischen, zum Teil noch lebenden Fische sind die Leguane, die faul in den Bäumen liegen, aber dennoch das Geschehen ganz genau beobachten 🦎








Auch die Reiher lassen sich von uns nicht stören. Sie warten gierig auf die Reste, die beim Putzen der Fische anfallen. Erst schuppen, dann ausnehmen und salzen - alles mitten in der Sonne, die wieder brennt ☀️





Mit einer Länge von etwa 1.540 Kilometern ist der Río Magdalena einer der bedeutendsten Flüsse Kolumbiens und durchzieht große Teile des Landes.
Irgendwo im nirgendwo halten wir an einem Aussichtspunkt und werfen einen Blick auf diese einzigartige Landschaft entlang des Río Magdalena - wunderschön 🥰




Gegen 13:30 Uhr machen wir einen Versorgungsstopp im kleinen Ort Gigante - angeblich haben hier mal Riesen gelebt. Wie immer decken wir uns in der Bäckerei mit ein, zwei Teilchen ein und essen anschließend Arroz Paisa, eine Art Paella 🥘
Zum Abschluss gibt es für mich noch einen wirklich leckeren kolumbianischen Espresso - aus richtigen Kaffeebohnen, kein Nescafé 😜



Nach 10 Stunden erreichen wir San Agustín. Da es doch später geworden ist, als gedacht, verschieben wir die ausführliche Runde durch das auf den ersten Blick wunderschöne Städtchen und kaufen nur schnell Wasser, Ginger Ale, Käse und Avena ein 😎
Unser Hotel Anacaona liegt etwas außerhalb und ist zauberhaft. Im Garten wachsen jede Menge schöne Strelitzien, Helikonien, Orchideen und vieles mehr auf und an Bäumen.














Wie gut, dass wir 3 Nächte bleiben, da lohnt es sich sogar die Rucksäcke auszupacken 😉